Nutzfahrzeuge Im E-Truck vom Polarkreis nach München

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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MAN ist mit einem elektrisch angetriebenen Sattelzug vom Polarkreis nach München gefahren. Strom gab es nur an öffentlichen Ladesäulen.

Ladestopp an einem Milence-Ladepark in Schweden: Mindestens 1.700 Ladepunkte für Nutzfahrzeuge will das Unternehmen bis 2027 in Europa errichten.(Bild:  MAN)
Ladestopp an einem Milence-Ladepark in Schweden: Mindestens 1.700 Ladepunkte für Nutzfahrzeuge will das Unternehmen bis 2027 in Europa errichten.
(Bild: MAN)

MAN hat mit einem batterieelektrisch betriebenen E-TGX-Sattelzug 3.400 Kilometer vom Polarkreis in Nordschweden bis nach München zurückgelegt. Strom für die Akkus kam dabei ausschließlich aus öffentlichen Ladesäulen entlang der Strecke. Im Durchschnitt lag der Verbrauch des 32 Tonnen schweren Trucks laut MAN bei 117 kWh/100 Kilometer. Das trotz teils winterlicher Bedingungen mit Schnee und Eis, und mit Reifen mit höherem Grip – und erhöhtem Rollwiderstand. Auf Streckenabschnitten in Dänemark und Deutschland mit höheren Temperaturen standen rund 105 kWh auf der Verbrauchsanzeige.
Die Reichweiten bis zum Nachladen variierten zwischen rund 400 und rund 500 Kilometern. Mittels der Ladekarte „MAN Charge&Go“ ließen sich laut des Lkw-Herstellers alle angesteuerten Ladesäulen aktivieren.

Zahlen und Daten zur Polar-Tour

Insgesamt verbrauchte der E-TGX auf der Tour 4.500 Kilowattstunden Strom. Mittels Rekuperation beim Bremsen und bei Bergabfahrten gelangten 670 Kilowattstunden zurück in die Batterien. Strom floss laut MAN „überwiegend aus Ladesäulen, die mit 100 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden“. Für die gesamte Strecke hat der Trucks bis zu 2,7 Tonnen CO2 gespart – gegenüber eines vergleichbaren Diesel-Sattelzugs mit einem anzunehmenden Durchschnittsverbrauch von 27 Litern auf 100 Kilometer.
Die Ladekosten beziffert MAN über die gesamte Strecke auf durchschnittlich rund 56 Cent pro kWh. Das entspricht in etwa den Kosten eines Diesel-Lkw. Für diesen schätzt MAN im identischen Einsatz einen Durchschnittsverbrauch von rund 27 Litern auf 100 Kilometer und einen Preis von 1,80 Euro pro Liter Diesel an der öffentlichen Tankstelle. Zusätzlich stünden jedoch Adblue- und Mautkosten auf der Rechnung. Der Betrieb des E-Trucks könnte auf der gefahrenen Strecke laut MAN  mit bereits verfügbaren günstigeren öffentlichen Ladetarifen – zwischen 40 und 50 Cent pro Kilowattstunde – zwischen rund 100 und rund 400 Euro weniger kosten.
„Das Ziel des MAN-Polarexpress war es zu zeigen, dass mit dem neuen MAN E-Truck und der vorhandenen öffentlichen Ladeinfrastruktur eine vollelektrische Tour vom Polarkreis nach München schon heute möglich ist. Jetzt können wir sagen: Mission erfüllt!“, kommentierte MAN-Verkaufsvorstand Friedrich Baumann.

Die Tour-Etappen

Die 3.400 Kilometer lange Tour umfasste sieben Etappen: vom Polarkreis entlang der schwedischen Ostküste nach Stockholm, von dort durch das Landesinnere ins südschwedische Malmö, weiter nach Kopenhagen und durch Dänemark bis nach Hamburg – und von dort über Schweinfurt einmal längs durch Deutschland bis zum Zielpunkt an der Allianz-Arena in München. 
Im Durchschnitt legte das Team täglich zwischen 400 und 600 Kilometer zurück, je nach Streckenverhältnissen und verfügbarer Ladeinfrastruktur. In Kopenhagen stoppte das Team etwas länger, um das dortige Service- und Verkaufsteam zu besuchen.

Medien-Show um die Polartour

Die Tour begleiteten in der Truck-Szene bekannten Influencern André Brockschmidt (Bauforum 24), Christina Scheib (Trucker Babes) und MAN Truckers World-Mitglied und MAN-Oldtimer-Sammler Rudolf Schweigert. Letzterer steuerte den E-Truck von Hamburg nach München – und zeigte sich überrascht: „Die Fahrt mit dem MAN E-TGX habe ich sehr positiv erlebt. Hier muss ich mittlerweile mein Denken korrigieren.“ Die Tour lief vom 20. bis 26. März 2025.

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