E-Lkw Mercedes geht mit elektrischen Actros in Kundentests

Von Lina Demmel 2 min Lesedauer

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Die ersten batterieelektrischen Mercedes-Benz eActros 600-Kundenfahrzeuge gehen an Contargo und Remondis. Dort werden sie in den kommenden Wochen in der Betriebspraxis getestet. Der Start der Serienproduktion ist für Ende 2024 vorgesehen.

Contargo und Remondis übernehmen die ersten E-Lkws eActros 600.(Bild:  Daimler Truck AG)
Contargo und Remondis übernehmen die ersten E-Lkws eActros 600.
(Bild: Daimler Truck AG)

Der batterieelektrische Mercedes-Benz eActros 600 geht in den Kundentest. Die ersten beiden Erprobungsfahrzeuge des im vergangenen Jahr vorgestellten E-Lkw für den Fernverkehr werden in den nächsten Wochen sukzessive vom Container-Logistikunternehmen Contargo und vom Recyclingspezialisten Remondis in der Betriebspraxis eingesetzt. Beide Unternehmen sind Teil des global agierenden Rethmann-Konzerns.

Contargo wird seinen E-Lkw über mehrere Monate hinweg für den Transport von Containern zwischen dem Hafen in Wörth am Rhein und unterschiedlichen Be- und Entladestellen einsetzen. Dabei soll das Fahrzeug täglich über 800 Kilometer zurücklegen. Im ersten Schritt wird das Fahrzeug an einer Schnellladesäule am Contargo-Terminal in Karlsruhe geladen. In Kürze plant Contargo den Aufbau einer eigenen Ladeinfrastruktur auf seinem Betriebshof. Contargo baut nach eigenen Angaben derzeit das größte private Ladenetz für schwere E-Lkw in Deutschland auf, mit 90 Ladepunkten an 18 Standorten.

Hochleistungsladen im Fernverkehr

Remondis wird das Erprobungsfahrzeug bei Köln im Rahmen des Projekts „Hochleistungsladen im Lkw-Fernverkehr“ (HoLa) einsetzen. Ziel von HoLa ist der Aufbau, Betrieb und die wissenschaftliche Begleitung einer Hochleistungs-Ladeinfrastruktur für den batterieelektrischen Fernverkehr. Am Projekt sind neben Daimler Truck weitere Konsortialpartner aus Industrie und Forschung beteiligt.

Das Testfahrzeug für Remondis wird vor allem für den Transport von recycelten Rohstoffen eingesetzt und ist mit einem eigens für die Erprobung produzierten Auflieger der Firma Kögel ausgestattet.

Mercedes-Benz Trucks plant weitere Kundenerprobungsfahrzeuge sukzessive an Kunden mit unterschiedlichen Anwendungsfällen zu übergeben. Die Erprobung von E-Lkws bei Kunden vor Produktionsstart habe sich sehr bewährt, sagt Stina Fagerman, Leiterin Marketing, Vertrieb und Services bei Mercedes-Benz Trucks. Somit setze man auch beim eActros 600 auf Praxistests.

Reichweite von 500 Kilometern

Die hohe Batteriekapazität von über 600 Kilowattstunden – daher die Typbezeichnung 600 – sowie eine neue, besonders effiziente elektrische Antriebsachse aus eigener Entwicklung, ermöglichen eine Reichweite des E-Lkw von 500 Kilometern ohne Zwischenladen, wie interne Tests ergaben. So wird der eActros 600 deutlich über 1.000 Kilometer am Tag zurücklegen können. Zwischenladen während der gesetzlich vorgeschriebenen Fahrerpausen – selbst ohne Megawattladen – macht dies möglich.

Neben dem CCS-Laden mit bis zu 400 kW wird der eActros 600 später auch das Megawattladen (MCS) ermöglichen. Hierfür können Kunden eine Vorrüstung bestellen. Basierend auf internen Simulationen sollten die Batterien an einer entsprechenden Ladesäule mit etwa einem Megawatt Leistung in ca. 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufgeladen werden können.

Langfristig Diesel-Lkw ablösen

Optisch zeichnet sich der E-Lkw durch ein grundlegend neues, puristisches Design mit klaren Linien und einer aerodynamischen Form aus. Bei der Profitabilität für Flottenbetreiber soll der Elektro-Truck neue Maßstäbe setzen, womit er langfristig die Mehrheit der Diesel-Lkw im wichtigen Fernverkehrs-Segment ablösen kann. Kern des Konzepts von Mercedes-Benz Trucks für den batterieelektrischen Fernverkehr ist, Kunden eine gesamtheitliche Transportlösung aus Fahrzeugtechnologie, Beratung, Ladeinfrastruktur und Services zu bieten.

Der Start der Serienproduktion ist für Ende 2024 vorgesehen. Der eActros 600 wird von Anfang an als Sattelzugmaschine sowie als Pritschenfahrgestell-Variante produziert, was den Kunden zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten im vollelektrischen Transport bieten soll. Derzeit entsteht eine Flotte von rund fünfzig Prototypen, von denen einige Fahrzeuge in einem nächsten Schritt auch zu ersten Kunden in die Praxiserprobung gehen sollen.

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