Mercedes Källenius Kostenschnitt: Milliarden-Sparvorgaben wegen Absatzkrise

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Das Geschäft von Mercedes schwächelt. Die Konsequenz: Die Kosten müssen runter. Es geht um Milliarden.

CEO Ola Källenius will Mercedes-Benz einen Milliardensparplan umsetzen. Er reagiert damit auf die Absatzkrise des Unternehmens. (Bild:  Mercedes-Benz AG)
CEO Ola Källenius will Mercedes-Benz einen Milliardensparplan umsetzen. Er reagiert damit auf die Absatzkrise des Unternehmens.
(Bild: Mercedes-Benz AG)

Der schwächelnde Autobauer Mercedes-Benz hat seine Sparvorgaben konkretisiert: Bis 2027 sollen rund fünf Milliarden Euro eingespart werden, wie das „Manager Magazin“ berichtet. Bis Ende 2025 soll die Hälfte dieses Sparziels erreicht sein. Ein Unternehmenssprecher wollte die Zahlen nicht kommentieren, verwies jedoch auf frühere Aussagen, wonach Mercedes in den kommenden Jahren seine Kosten um mehrere Milliarden Euro jährlich senken will. Konkrete Details dazu wurden jedoch nicht genannt. Die Einschnitte werden mit der angespannten Situation in der Autoindustrie begründet.

Das Unternehmen hebt hervor, dass die aktuelle Wirtschaftslage weltweit extrem volatil ist. Nur durch eine nachhaltige Effizienzsteigerung könne man finanziell stark und handlungsfähig bleiben.

Keine Werke schließen, aber „mit Demografie arbeiten“

Laut dem „Manager Magazin“ sind über 20.000 Arbeitsplätze gefährdet. Dieser Darstellung widersprach der Sprecher entschieden, betonte jedoch, dass keine Werksschließungen in Deutschland geplant seien. Die Beschäftigungssicherung, die für den Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland gilt, sei nicht in Frage gestellt. Diese Vereinbarung, intern als „Zusi 2030“ bezeichnet, schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2029 grundsätzlich aus.

Das Unternehmen behält sich jedoch die Möglichkeit vor, nicht wieder besetzte Stellen abzubauen. Mercedes-Chef Ola Källenius erklärte in der „Süddeutschen Zeitung“: „Wir haben immer mit Demografie und Fluktuation gearbeitet. Wenn wir Restrukturierungen vorgenommen haben, dann etwa durch Abfindungen. Wir kommen nicht mit dem Rasenmäher und sagen, wir machen minus X Prozent. Wir drehen jeden Stein um und verbessern unsere Strukturen.“

Gewinneinbruch durch China-Schwäche

Ende Oktober berichtete Mercedes von einem Gewinneinbruch im dritten Quartal: Das Konzernergebnis fiel im Vorjahresvergleich um mehr als die Hälfte auf gut 1,7 Milliarden Euro, während der Umsatz um 6,7 Prozent auf etwas unter 35 Milliarden Euro zurückging. Diese Finanzergebnisse entsprächen nicht den Ansprüchen des Unternehmens, wie Finanzchef Harald Wilhelm damals erklärte. Zudem kündigte er an, noch stärker auf Kosten und Effizienz zu achten.

Mercedes hat derzeit vor allem in China Schwierigkeiten. Die teuren Modelle mit dem Stern verkaufen sich dort nicht wie erwartet. Für das laufende Jahr ist keine Besserung in Sicht. Diese hochpreisigen Fahrzeuge sind jedoch das zentrale Element der Strategie von Konzernchef Ola Källenius, da sie in den vergangenen Jahren Rekordgewinne erzielt haben. Mit der Wirtschaftsflaute in der Volksrepublik sind die wohlhabenden Mercedes-Kunden jedoch unerwartet sparsamer geworden. Zudem wächst die Konkurrenz heimischer Autobauer, die in China für die deutschen Hersteller lange Zeit als Wachstumsgarant galt.

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