13.000 Kilometer Mercedes-Benz Trucks schickt E-Actros 600 auf Erprobungstour

Von Yvonne Simon 2 min Lesedauer

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Bevor der Elektro-Truck ausgeliefert wird, schickt der Hersteller zwei Prototypen quer durch Europa. Eine Abkehr vom Diesel planen die Stuttgarter unterdessen nicht, obwohl für den E-Actros bereits über 1.000 Bestellungen vorliegen.

Karin Rådström, CEO Mercedes-Benz Trucks, und Werner Kempfle, Entwicklungsingenieur und Co-Projektleiter des E-Actros 600, kurz vor dem Start der Europatour des Elektro-Trucks.(Bild:  Simon – VCG)
Karin Rådström, CEO Mercedes-Benz Trucks, und Werner Kempfle, Entwicklungsingenieur und Co-Projektleiter des E-Actros 600, kurz vor dem Start der Europatour des Elektro-Trucks.
(Bild: Simon – VCG)

Karin Rådström, CEO von Mercedes-Benz Trucks, schickte am Dienstag (11. Juni) zwei Prototypen des elektrisch betriebenen Langstrecken-Lkw E-Actros 600 auf eine ausgedehnte Erprobungstour durch Europa. Beim Start im Rahmen einer Presseveranstaltung zur IAA Transportation übernahm die Managerin selbst das Steuer und fuhr die ersten Kilometer.

Die beiden seriennahen Prototypen des neuen Elektro-Trucks sollen durch 20 europäische Länder fahren und dabei jeweils mit 40 Tonnen Gesamtzuggewicht mehr als 13.000 Kilometer zurücklegen. Zu den Zielen zählen der nördlichste und südlichste Punkt des europäischen Festlands: das Nordkap in Norwegen und Tarifa in Spanien. Mehrere Journalisten werden Teile der Strecke begleiten und über ihre Eindrücke berichten.

Mercedes-Benz Trucks will mit der Tour Erfahrungen auf unterschiedlichen Strecken in verschiedenen Topografien und Klimazonen mit Blick auf den Energieverbrauch sammeln. Die Serienproduktion des E-Actros 600 soll dann Ende 2024 starten. Mit einer Ladung soll der Truck eine Reichweite von 500 Kilometer schaffen. Etwa 60 Prozent der Langstrecken-Fahrten der Mercedes-Truck-Kunden seien kürzer als 500 Kilometer, heißt es vom Hersteller.

Über 1.000 Vorbestellungen

Mercedes-Benz Trucks sieht im E-Actros 600 einen Türöffner zur Elektrifizierung der Langstrecke, der sich auch finanziell rechnen soll. Volker Hüntrup, Leiter Own Retail Mercedes-Benz Trucks Europe, erklärte neulich im Interview mit »kfz-betrieb«: „Der E-Actros 600 wird der erste Lkw, der bei den Kosten über den gesamten Lebenszyklus besser abschneiden kann als der Diesel.“ Nach etwa fünf Jahren sei Kostenparität möglich.

Die ersten Einheiten seien bereits bei Kunden im Einsatz. Dem Hersteller liegen außerdem schon über 1.000 fixe Bestellungen vor, berichtete Rådström in Frankfurt. Die stammen überwiegend von einem Kunden: Schon im Januar war bekannt geworden, dass der Baustoffhersteller Holcim 1.000 Einheiten geordert hat.

Damit es Elektro-Trucks in die breite Masse schaffen, bedarf es allerdings nicht nur langstreckentauglicher Fahrzeuge, sondern auch der passenden Ladeinfrastruktur. An der Stelle ist noch viel zu tun. „Wir brauchen Megawatt-Charging“, forderte die Managerin. 300 bis 400 kW reichten nicht, um den Sektor zu dekarbonisieren, so die Schwedin. Bis 2030 seien in Europa 35.000 Schnellladepunkte über 400 kW nötig. Um die zu erreichen, müssten monatlich 400 Ladepunkte installiert werden, rechnete Rådström vor.

Weitere Entwicklung von Diesel-Trucks

Die Transformation Richtung Elektrifizierung im Transportsektor findet überwiegend in Europa statt. Mercedes-Trucks werde neben dem Fokus auf Elektromobilität und Wasserstoff daher auch künftig in bestehende Techniken investieren, um diese nachhaltiger zu machen, so die Managerin. Ein Abschied vom Diesel ist also nicht zu erwarten.

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