Produktion Mercedes investiert in humanoide Roboter

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Mercedes beteiligt sich am US-amerikanischen Unternehmen Apptronik. Das Ziel sind humanoide Roboter, die in der Produktion mitarbeiten.

Jeff Cardenas (l.), Co-Founder von Apptronik und Jörg Burzer unterschreiben im Mercedes-Werk Marienfelde die symbolische Vereinbarung zur Zusammenarbeit.(Bild:  Thomas Günnel – VCG)
Jeff Cardenas (l.), Co-Founder von Apptronik und Jörg Burzer unterschreiben im Mercedes-Werk Marienfelde die symbolische Vereinbarung zur Zusammenarbeit.
(Bild: Thomas Günnel – VCG)

Mercedes-Benz beteiligt sich am Robotik-Unternehmen Apptronik. Die symbolische Vereinbarung unterschrieben in Marienfelde Produktionsvorstand Jörg Burzer und Jeff Cardenas, Co-Founder von Apptronik. Den Stift hatte ihnen vorher der humanoide Roboter „Apollo“ gereicht.
„Einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ will Mercedes in das Unternehmen investieren. Konkret: in die Entwicklung humanoider Roboter. Die ersten Modelle – weniger als zehn –arbeiten bereits testweise im ungarischen Kecskemet und in Berlin. Die rund 1,73 Meter großen und 73 Kilogramm schweren „Apollo“-Roboter mit menschlichem Aussehen haben in einer Test-Produktionsumgebung Daten gesammelt, um für Produktionstätigkeiten zu trainieren. Beschäftigte von Mercedes-Benz mit praktischer Produktionserfahrung haben ihr Wissen dafür mittels Teleoperation und Augmented Reality auf Apollo übertragen.

Als nächstes lernen die Apollo-Roboter in Marienfelde autonom zu agieren. Technologisch wäre das ein wichtiger Meilenstein. „Der große Vorteil humanoider Roboter ist ihre Flexibilität, sie sind nicht an einen Ort gebunden“, sagte Produktionsvorstand Jörg Burzer bei der Präsentation. Und: Die KI im Hintergrund macht die Roboter nahezu fehlerfrei, zum Beispiel beim Picking, also dem Aufnehmen von Teilen aus Logistikboxen. Bis zu 25 Kilogramm können die Roboter tragen. Etwa vier Stunden laufen sie – im Wortsinn – mit einem Akkupack.

Jobs für Roboter bei Mercedes

Die Vision der menschenleeren Fabrik in der täglich tausende Roboter umherlaufen gibt es aber nicht. „Am Ende wird es die gleiche Entwicklung sein wie bei Rohbaurobotern“, beschreibt Burzer. Über die diskutiert heute – zurecht – niemand mehr. Das realistische Ziel: Die Roboter sollen vor allem sich wiederholende Tätigkeiten erledigen. Also zum Beispiel Komponenten oder Module zur Produktionslinie transportieren, erste Qualitätsprüfungen erledigen oder kleine Montagetätigkeiten.
Vorstellbar sei aber perspektivisch auch ein Einsatz „überall dort, wo Fachkräfte fehlen“, sagte Burzer. Vorausgesetzt natürlich, die Roboter beherrschen die jeweiligen Aufgaben. „Es gibt viele Tätigkeiten, die nur Menschen tun können – und das ist auch wichtig“, merkte Jörg Burzer an. Ein Kriterium für den Einsatz der Roboter: ihr Preis. Ein „zweistelliger Tausend-Euro – oder Dollar-Betrag“ pro Roboter sei denkbar.
Die Weiterentwicklung der Roboter in den vergangenen Monaten beschrieb der Produktionschef als „mind-blowing“, überwältigend: bei Mechanik und Hydraulik und der zugrunde liegenden KI-Software.

Über Apptronik

Apptronik wurde im Jahr 2016 gegründet, im Human Centered Robotics Lab der University of Texas in Austin. Seit Dezember 2024 arbeitet das Unternehmen mit dem Robotikteam von Google „DeepMind“ zusammen. Entstehen sollen humanoide Roboter, „die Menschen in dynamischen Umgebungen besser helfen können“.

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