Oliver Blume gibt den Vorstandsvorsitz bei Porsche Anfang 2026 ab. Dann übernimmt mit Michael Leiters ein Manager mit reichlich Sportwagenerfahrung.
Michael Leiters sitzt bald nicht mehr in einem McLaren. Der CEO der Automotive-Sparte wechselt zu Porsche und löst dort Oliver Blume ab.
(Bild: McLaren)
VW-Chef Oliver Blume gibt den Vorstandsvorsitz des Sport- und Geländewagenbauers Porsche Anfang 2026 ab. Dann übernimmt der McLaren-Manager Michael Leiters den Posten, wie das Stuttgarter Unternehmen nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mitteilte.
Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche hob Leiters' jahrzehntelange Erfahrung in der Automobilindustrie hervor. Leiters selbst sprach von einem „fantastischen Unternehmen“. Er freue sich „darauf, gemeinsam die einzigartige Geschichte von Porsche fortzuschreiben“.
Dass Oliver Blume seine Doppelrolle als Porsche- und VW-Chef beendet, hält Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies für richtig. „In der so schwierigen Phase, die die Automobilindustrie mit Transformation und Absatzschwierigkeiten derzeit durchläuft, ist es richtig, dass Oliver Blume künftig seine ganze Aufmerksamkeit auf Volkswagen als Gesamtkonzern richtet“, sagte der SPD-Politiker. „Das gibt Tempo und Klarheit.“
Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte im VW-Konzern. Lies und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg (Grüne) sitzen für das Land im Aufsichtsrat. Zusammen mit den Arbeitnehmervertretern haben sie dort die Mehrheit, bei wichtigen Entscheidungen hat das Land ein Veto-Recht.
Man sei sich im Vorgehen und in der Ausrichtung vollständig einig, gerade auch mit Blick auf den konsequenten Zukunftspfad hin zur Elektromobilität, betonte Lies. „Die anstehenden Aufgaben gehen wir geschlossen mit dem Vorstandsteam mit Oliver Blume an der Spitze an.“
Porsche-Gesamtbetriebsrat Ibrahim Aslan sagte: „Mit Dr. Michael Leiters bekommen wir einen ehemaligen Porscheaner, den wir als äußerst kompetent und verlässlich kennengelernt haben.“
Von Porsche zu Ferrari – Michael Leiters im Porträt
Michael Leiters (54) nimmt seine Arbeit zum 1. Januar kommenden Jahres auf. Er ist bei Porsche kein Unbekannter. Leiters war früher 13 Jahre bei dem Unternehmen tätig und kam zu den Schwaben in der Ära von Wendelin Wiedeking. Er war sein Assistent und galt manchen auch als sein Ausputzer. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch kennen den promovierten Maschinenbauer, der an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen studierte, gut.
Er genieße ihr Vertrauen, hieß es in der Vergangenheit über den Manager. Dem Vernehmen nach hatten sie als Blume-Nachfolger einen externen Kandidaten bevorzugt.
Menschen, die ihn kennen, beschreiben ihn als analytischen und strategischen Manager. Der zweifache Familienvater gilt als Verfechter von Leichtbau. Sein Name wird bei Porsche vor allem mit dem Cayenne und gleichfalls mit dem Macan in Verbindung gebracht. Der Blume-Nachfolger verließ den Sportwagenbauer in der Zeit, als Matthias Müller an der Spitze der Schwaben stand. Danach wurde er zunächst Technikchef bei Ferrari, bevor er zu McLaren wechselte.
Leiters hatte bereits im April als Chef des britischen Sportwagenherstellers McLaren aufgehört und kann daher kurzfristig bei Porsche übernehmen. Noch Vorstandschef Blume sagte über seinen Nachfolger, er sei ein erfahrener Profi im Sportwarengeschäft. Sowohl Ferrari als auch McLaren sind deutlich kleiner als Porsche. McLaren verkaufte zuletzt wenige Tausend Autos pro Jahr und machte damit einen Umsatz von einigen Hundert Millionen Pfund.
Viele Aufgaben für neuen Porsche-Chef
Aufgaben für Leiters gibt es bei Porsche genug: Aus dem erfolgsverwöhnten Sportwagenbauer ist ein Unternehmen im Krisenmodus geworden. Der Absatz ließ zuletzt zu wünschen übrig, vor allem in China lief es deutlich schlechter. Auch die US-Einfuhrzölle belasten das Geschäft. Wegen des schleppenden Wandels zur E-Mobilität musste Porsche auch seine E-Strategie ändern – und setzt nun wieder mehr auf Verbrenner und Hybrid-Antriebe. Doch damit sind Investitionen in Milliardenhöhe verbunden.
Stand: 08.12.2025
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Der Gewinn rauschte zuletzt in den Keller. Der Konzernüberschuss von Januar bis Juni lag bei 718 Millionen Euro – das waren 71 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Deshalb plant Porsche, in der Region Stuttgart 1.900 Stellen zu streichen. Ein weiteres Sparprogramm soll in den kommenden Wochen verhandelt werden. Dabei dürfte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur neben zusätzlichen Stellenstreichungen auch die Jobsicherung zur Debatte stehen.