Im Interview: Johann Wolf

„Nächster Schritt: CFK in der Karosserie-Außenhaut“

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Erfordert CFK neue Prozesse in der Qualitätssicherung?

Es ist nicht unser Ziel, Qualität zu erprüfen, sondern zu produzieren. Wir fokussieren uns unter Qualitätsaspekten daher ganz klar auf die Prozesse. Darüber hinaus wenden wir die üblichen Qualitätssicherungsmethoden und -werkzeuge an, wie zum Beispiel Mikroskopie, Thermographie, chemische Analyse oder Röntgen-Prüfungen.

Wo liegt das Hauptaugenmerk?

CFK-Bauteile werden belastungsgerecht maßgeschneidert. Wie in der Natur, die das Material in Knochen oder Pflanzen nur dort anlagert, wo es wirklich gebraucht wird, ordnen die Experten die Carbonfasern gezielt entlang der späteren Belastungsrichtungen an. Diese Gefüge mit mehrlagigen Strukturen vermessen wir etwa mit Thermographie. Dieses Verfahren wenden wir seit vielen Jahren in der Gießerei an.

Was sind CFK-typische Mängel?

Falten- und Wellenbildung. Die Lage der Fasern ist entscheidend für die Qualität eines Bauteils. Sind die Fasern nicht optimal ausgerichtet, ist das oft mit bloßem Auge sichtbar. Wellen- oder Faltenbildung sind außerdem meist auch fühlbar. Daher ist es ein fester Bestandteil der Qualitätssicherung, dass die Mitarbeiter die Bauteile prüfen.

Das Interview führte Tina Rumpelt.

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