Honsel Neue Zylinderinnenbeschichtung
Die Honsel AG hat ein neuartiges Beschichtungsverfahren für Zylinderlaufflächen vorgestellt, das die Reibung zwischen Kolben und Zylindern in Aluminium-Motorgehäusen reduzieren soll. Zudem sei ist das eigene, neue Verfahren deutlich preiswerter im Vergleich zu anderen Zylinderbeschichtungen, teilte der Leichtmetallspezialt am Dienstag in Meschede mit.
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Die hauchdünne Stahlbeschichtung biete sehr gute thermomechanische Randbedingungen für leistungsdichte, moderne Motoren. Und laut Honsel mache sie die Motoren leichter, denn beschichtete Aluminium-Zylinderlaufflächen wögen erheblich weniger als eingegossene Laufbuchsen aus Grauguss.
Aus Gewichts- und damit Kraftstoffverbrauchsgründen bestehen Zylinderkurbelgehäuse von Benzin- und Dieselmotoren heute oft aus leichtem Aluminium statt aus schwerem Grauguss. Damit die Kolben reibungsarm in den Aluminium-Zylindern laufen, mussten bislang allerdings Zylinderlaufbuchsen aus dickem Grauguss in das Kurbelgehäuse eingegossen oder die Zylinderwände mittels aufwändiger Verfahren ausgearbeitet werden.
Plasma-Partikelstrahl sprüht Stahl auf
Beim Honsel-Verfahren wird eine sehr feine Schicht aus Stahl mit Hilfe eines Plasma-Partikelstrahls auf die Zylinderlauffläche aufgebracht. Im Gegensatz zu eingegossenen Grauguss-Zylinderbuchsen sind die dünn stahlbeschichteten Aluminium-Laufflächen leichter. Wegen ihrer hohen Oberflächengüte zeige die neue Beschichtung keinerlei Verschleiß während der Motorlebensdauer und sorge für niedrigen Motorölverbrauch, teilte das Unternehmen mit Sitz in Meschede weiter mit. Im Vergleich zu anderen, derzeit verwendeten Zylinderlaufflächen biete die Beschichtung erhebliches Einsparpotenzial bei den Motorherstellkosten.
Mit allen Gießverfahren kombinierbar
Der neue Beschichtungsprozess kann grundsätzlich mit allen Gießverfahren für Aluminium-Zylinderkurbelgehäuse kombiniert werden. Vor der eigentlichen Beschichtung werden die Zylinderinnenwände durch eine mechanische Bearbeitung aktiviert, um gute Haftungsvoraussetzungen zu schaffen. Eine Maschine fährt die Zylinderwand computergesteuert ab und beschichtet die Oberfläche mit aufgeschmolzenem Stahl aus einem Plasma-Partikelstrahl. Anschließend muss die Beschichtung nur noch auf die erforderliche Restschichtdicke gebracht und sehr glatt gehont werden. Dabei lassen sich sowohl die Beschichtungs-Parameter als auch das Honverfahren individuell an die unterschiedlichen Anforderungen anpassen, die sich aus den verschiedenen Motorkonzepten für die Zylinderlaufflächen ergeben.
Honsel bearbeitet nach eigenen Angaben mehrere Entwicklungsaufträge von Automobilherstellern, die nach dem Verfahren beschichtete Zylinderkurbelgehäuse künftig vor allem in ihren Volumen-Modellen einsetzen wollen.
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