Faurecia Plastal übernommen
Der Faurecia-Konzern übernimmt den insolventen Automobilzulieferer Plastal. Die Franzosen wollen alle sechs Standorte erhalten und auf Kündigungen verzichten. Dies teilte Insolvenzverwalter Siegfried Beck am Mittwoch in Nürnberg mit. Die deutsche Plastal GmbH mit Sitz im fränkischen Weißenburg produziert Stoßfänger und Armaturenteile.
Plastal ist einer der größten Stoßfängerlieferanten Europas. Das Produktprogramm umfasst aber nicht nur Stoßstangen, sondern alle möglichen Kunststoffteile für den Außen- und Innenbereich von Fahrzeugen. Das Unternehmen war vor knapp einem Jahr in den Sog der Insolvenz der damaligen schwedischen Muttergesellschaft Plastal Holding geraten, zu der mittlerweile aber alle Verbindungen gekappt sind. Die Produktion lief trotz massiver Umsatzeinbrüche weiter. Nun soll es für die Belegschaft in Weißenburg (500 Beschäftigte), im benachbarten Pappenheim (470) sowie in Reinsdorf (Niedersachsen, 350), Essen (NRW, 400), Sinntal-Sterbfritz (Hessen, 280) und Renningen (Baden-Württemberg, 10) nahtlos weitergehen. Faurecia hat für die nächsten zwei Jahre eine Standortgarantie ausgesprochen.
Die deutschen Standorte entstanden aus den 1930 gegründeten Rheinischen Spritzgusswerken, die später unter dem Namen Dynamit Nobel Kunststoff firmierten. Diese wurden im November 2005 an die schwedische Plastal Gruppe verkauft.
Vorkaufsrecht für Töchter in Spanien und Frankreich
Der Vertrag mit Faurecia, der am Mittwoch unterschrieben wurde, wird voraussichtlich zum 31. März dieses Jahres wirksam. Die Zeitspanne ergibt sich, weil die Genehmigung der Europäischen Kartellbehörde noch aussteht.
Nicht mit in den Kaufvertrag eingeschlossen sind die beiden rechtlich selbstständigen Plastal-Tochtergesellschaften in Spanien und Frankreich, für die eine Insolvenz vermieden werden konnte. Für diese Tochtergesellschaften mit insgesamt 1.200 Beschäftigten gebe es für Faurecia bis Mitte dieses Jahres ein Ankaufsrecht.
dpa/AI
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