Akkuzellen Porsche will sich bei Varta einkaufen

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Porsche und Varta verhandeln über eine Beteiligung des Sportwagenherstellers am Geschäft für E-Auto-Akkus. Den Bereich betreibt Varta erst seit drei Jahren.

Mit der Zelle „V4Drive“ wollte Varta den Markt für Elektroautos bedienen.(Bild:  Varta)
Mit der Zelle „V4Drive“ wollte Varta den Markt für Elektroautos bedienen.
(Bild: Varta)

Porsche verhandelt mit Varta über eine Beteiligung am Geschäft mit Fahrzeugakkus. Der Geschäftsbereich „V4Drive“, der großformatige Lithium-Ionen-Zellen herstellt, würde dafür in die Tochtergesellschaft V4Drive Battery GmbH ausgegliedert. Porsche würde sich anschließend mittels einer Kapitalerhöhung beteiligen. Das teilte Varta mit. Angaben zu finanziellen Details gibt es bislang nicht.

Porsche und Varta haben für die Prüfung der Transaktion eine unverbindliche Absichtserklärung geschlossen. Varta befindet sich derzeit in einem Restrukturierungsprogramm, das bis zum Jahr 2026 abgeschlossen sein soll. Im April meldete das Unternehmen, das Programm zu überarbeiten, weil die ursprünglich getroffenen Annahmen und die darauf basierenden Restrukturierungsmaßnahmen der aktuellen wirtschaftlichen Situation des Unternehmens nicht mehr angemessen sind, um bis zum Ende des Sanierungszeitraums wieder profitabel zu wirtschaften.

Mitte Juni hatte Varta seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2024 angepasst. Statt mindestens 900 Millionen Euro Umsatz sieht das Unternehmen jetzt zwischen 820 und 870 Millionen Euro. Als Hauptgrund nennt Varta „eine weitere deutliche Verschlechterung des Marktumfeldes für Energiespeicher, insbesondere im zweiten Quartal des laufenden Jahres“.

Batteriezellen für die Elektromobilität

Im März 2021 hatte Varta mitgeteilt, Batteriezellen für die Elektromobilität herzustellen. Die neue Zelle im Format 21700 – 21 Millimeter im Durchmesser, 70 Millimeter lang – mit dem Namen „V4Drive“ sollte ab Ende 2021 am Stammsitz des Konzerns im baden-württembergischen Ellwangen auf einer Pilotlinie entstehen. Als mögliche Einsatzgruppe nannte Varta damals in einer Mitteilung „Fahrzeuge im Premiumsegment“ – und bestätigte einen Bericht der „Wirtschaftswoche“, wonach es sich dabei um Porsche handele.

Bei Varta arbeiten aktuell 4.200 Menschen in fünf Produktions- und Fertigungsstätten in Europa und Asien und in Vertriebszentren in Asien, Europa und den USA.

Porsche mit eigener Zellfabrik

Porsche und Customcells hatten bereits 2021 bekanntgegeben, im Joint Venture Cellforce ein Werk für Batteriezellen in Kirchentellinsfurt bei Tübingen zu bauen. Mitte Juni 2023 berichteten mehrere Medien, dass Porsche die Kapazität des Werkes deutlich erweitern wolle: von 100 Megawatt auf 20 Gigawatt. Dafür hat der Autohersteller das Joint Venture Cellforce vollständig übernommen.

Mit der Kapazität soll Porsche laut des Berichts bis zu 200.000 eigene Autos pro Jahr versorgen können. Die Fabrik ist aktuell im Bau, sie soll im Jahr 2024 die Produktion aufnehmen.

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