Stickstoffwerke Priesteritz Reduktionsmittel für Dieselmotoren

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Die Stickstoffwerke Priesteritz setzten auf ein neues Mittel, das die Abgase von Dieselmotoren reduzieren soll.

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Die SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH, Wittenberg, setzen für die Zukunft auf ein neues Produkt für schadstoffarme Lastkraftwagen. Dabei handelt es sich um ein Mittel, das Stickoxide in Abgasen von Nutzfahrzeugen mit Dieselmotoren reduziert. Langfristig soll dieses Reduktionsmittel ein neues Standbein des Unternehmens werden, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Stefan Greger. Es wird aus Harnstoff hergestellt, der aus Erdgas gewonnen wird.

"Wir setzen damit einen Meilenstein", sagte Greger. Um den Schadstoffgehalt der Diesel-Lkw zu senken muss das Reduktionsmittel - ähnlich wie Kraftstoff - ständig nachgetankt werden. Dadurch werde esmöglich, verschärften Abgasnormen der Europäischen Union gerecht zu we rden. Gleichzeitig senke das Mittel den Kraftstoffverbrauch. Zum großflächigen Vertrieb in Deutschland unterzeichnete SKW am selben Tag einen langfristigen Vertrag mit der Kruse Chemie KG aus dem nordrhein-westfälischen Balve.

Hintergrund: EU-Abgasnormen

Das Mittel dient der Reduzierung von Stickoxiden in Abgasen von Nutzfahrzeugen mit Dieselmotoren. Hintergrund für seine Entwicklung und Markteinführung ist die Verschärfung der EU-Abgasnormen in Form der Abgasstufen Euro 4 und Euro 5. In einer gemeinsamen Erklärung hatten sich 2001 alle sieben europäischen Nutzfahrzeughersteller zum Einsatz des so genannten SCR-Systems (Selective Catalytic Reduction) ausgesprochen. In ihm wird das Reduktionsmittel angewendet ? eine Harnstofflösung in hoher Reinheit. Diese muss, ähnlich wie Kraftstoff, ständig nachgetankt werden.

Laut Prognosen von Automobilverbänden gibt es langfristig einen Bedarf von rund drei Millionen Tonnen pro Jahr des Reduktionsmittels in Europa. Davon entfallen etwa 800.000 Tonnen auf Deutschland. Allein SKW verfüge über eine derartige Produktionskapazität, sagte Greger. Die genaue Produktionsmenge von Piesteritz könne derzeit noch nicht konkret beziffert werden. Es werde aber von etwa 200.000 Tonnen ausgegangen.

Der Preis des Reduktionsmittels werde in der Zukunft wahrscheinlich "leicht unter dem Dieselpreis" liegen. SKW ist nach eigenen Angaben der größte Hersteller von Harnstoff und Ammoniak in Deutschland. Das Unternehmen produziere eine breite Palette an Agro- und Industriechemikalien. Es hat rund 600 Mitarbeiter. 2002 wurde ein Umsatz von rund 280 Millionen Euro erwirtschaftet. "2003 liegen wir leicht darüber", sagte Greger.