ContiTech Schläuche für Brennstoffzellen-Fahrzeuge

Redakteur: Bernd Otterbach

ContiTech Fluid Automotive hat Schlauchsystemen für den Kühlkreislauf in Brennstoffzellen-Fahrzeugen entwickelt. Ein Joint Venture der Daimler AG und Ford hat den Serienauftrag erteilt.

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Fast alle Automobilhersteller setzen auf die Brennstoffzelle, wenn es darum geht, in der Zukunft Null-Emissions-Fahrzeuge anzubieten. Das neu entwickelte System liefert Energie für den 100 kW starken Elektromotor mit 320 Nm maximalem Drehmoment. Der Verbrauch liegt bei 2,9 l Diesel-Äquivalent pro 100 km. Schläuche zur Kühlung des Systems sind dabei unentbehrlich. Hinzu kommen noch Rohrleitungen aus Aluminium und Verbindungskupplungen zwischen den Einzelteilen des Kühlsystems.

Spagat zwischen Standard und Sonderlösung

Zunächst sollten die Schläuche gemäß der gängigen Kraftfahrzeugnormen für Kühlwasserschläuche gefertigt werden. „Im Laufe der Zeit wurden immer wieder neue Anforderungen an die Schlaucheigenschaften gestellt“, berichtet Produktentwickler Andreas Köhler. „Wegen der besonderen Einsatzbedingungen müssen die Leitungen schwer entflammbar sein und dürfen keinen zu hohen elektrischen Oberflächenwiderstand aufweisen. Besonders wichtig ist die Beständigkeit in hochreinem Kühlwasser, damit die Funktionsfähigkeit der Brennstoffzellen nicht gefährdet wird. Deshalb mussten zusätzlich zur völligen Neuentwicklung der Mischung noch das Mischungsfelltrennmittel und bei der Extrusion das Rohlingstrennmittel entfallen. „Auch bei der Vulkanisation sind besondere Bedingungen notwendig“, ergänzt Mischungsentwickler Michael Sont. „Die gesamte Fertigung ist ein Spagat zwischen einer Standardserienfertigung und einer Sonderlösung für den speziellen Anwendungsfall.“

Ausgedehnte Praxistests

Bereits 2003 wurden die ersten Formschläuche für Fahrzeuge aus der Mercedes A-Klasse und den Ford Focus geliefert. Mehr als 3,6 Millionen Kilometer haben über hundert Fahrzeuge damit zurückgelegt. Parallel dazu fuhren im Nahverkehr rund 40 Busse auf Basis des Citaro von Mercedes-Benz. Inzwischen hat ContiTech auch den Entwicklungsauftrag für die Kühlungs- und Lüftungsleitungen für die zweite Generation Brennstoffzellenfahrzeuge auf Basis der Mercedes B-Klasse und des Ford Focus bekommen. Die Serie läuft mit 300 Stück an, hinzu kommt noch eine Busversion mit rund 50 Stück. In den nächsten Jahren müssen diese Fahrzeuge ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen.

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