NSK Servolenkung für VW up!

Redakteur: Bernd Otterbach

Der NSK-Geschäftsbereich Steering Systems liefert für den Kleinwagen VW up! eine kompakte elektromechanische Lenkhilfe.

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Bei dem System ist die elektromotorische Lenkunterstützung platzsparend an der Lenksäule untergebracht. Im Vergleich zu einer elektrohydraulischen Lenkhilfe (EHPS) spare das „Electric Power Assisted Steering“ (EPAS)-System rund 0,2 Liter Kraftstoff pro 100 km, weil die Lenkhilfe nur dann Energie verbrauche, wenn sie wirklich benötigt werde, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Im VW up! wird die Lenkunterstützung auch zur automatischen Zentrierung von Lenkrad und Rädern in der Mittelposition verwendet. Damit soll die Fahrsicherheit verbessert und den Komfort erhöht werden, weil weniger Korrekturbewegungen nötig sind.

Programmierbare Lenkeigenschaften

Ein weiterer Vorteil von EPAS-Systemen ist laut NSK die komfortable Programmierbarkeit, mit deren Hilfe sich die Lenkeigenschaften z.B. an unterschiedliche Achslasten anpassen lassen. Diese Funktion könnte gefragt sein, wenn weitere Karosserievarianten des VW up! im Markt eingeführt werden.

Zudem kann man die Lenkeigenschaften eines EPAS über die Software so justieren, dass das gewünschte Eigenschaftsprofil erreicht wird. Bei der Konstruktion der Servolenkung spielten Reibungsreduzierung und Gewichtsoptimierung eine wichtige Rolle. Das definierte Crash-Verhalten der Lenksäule wurde an die Crash-Eigenschaften des gesamten Fahrzeugs angepasst.

Entwicklung in Ratingen

Die Entwicklung der Lenkung fand laut NSK hauptsächlich im „European Technology Center“ (ETC) in Ratingen statt. Das Unternehmen verwendete dabei Gleichteile aus dem Lenksystem des Polo Globa“. Dieses 2010 erstmals vorgestellte Fahrzeug der Kompaktklasse fertigt VW in China, Indien, Russland und Südafrika.

Der up! einschließlich seiner Schwestermodelle wird im VW-Werk Bratislava gefertigt. Die einbaufertigen Lenkungen produziert NSK im polnischen Werk Walbrzych, das 2005 errichtet wurde und ausschließlich Lenksysteme fertigt. Im Vorfeld des Produktionsstarts wurde dort in eine neue Montagelinie investiert. Seit dem Produktionsstart des VW up! ist NSK nach eigenen Angaben größter Lieferant von Lenksäulen-EPAS im VW-Konzern.

Wälzlager im Rad und im Getriebe

Zusätzlich zum Lenksäulen-EPAS fertigt das Geschäftsfeld Automotive Bearings die Radlager der Vorderräder. Sie werden im britischen Werk Peterlee produziert. Darüber hinaus sind in vielen VW-Getrieben Wälzlager von NSK im Einsatz. Beim VW up! gilt dies für das manuelle Fünfganggetriebe, das für den modularen Querbaukasten entwickelt wurde. Es ist – genau wie die automatisierte Variante – mit Kegelrollenlagern von NSK ausgestattet.

Insgesamt will das Unternehmen im laufenden Jahr einen Umsatz von rund 225 Millionen Euro mit den Konzerntöchtern der Volkswagen AG erzielen. Das Geschäftsvolumen soll dann sich in den kommenden beiden Jahren mehr als verdoppeln.

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