Schuler Cartec Standort Weingarten wird geschlossen
Derr Hersteller von Großpressen will seine Aktivitätten am Stammsitz in Göppingen konzentrieren.
Anbieter zum Thema
Die Schuler Cartec GmbH & Co. KG, Weingarten, Tochtergesellschaft der Schuler AG, Göppingen, schließt den Standort Weingarten (Engineering, Modellbau und Verwaltung). Die Aktivitäten werden an den Stammsitz der Schuler AG in Göppingen (Produktion, Engineering und Verwaltung) verlagert. Die Konzentration an einem Standort soll zu einer Verbesserung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Schuler Cartec führen.
Der Schuler-Konzern, Hersteller von Großpressen für die Autoindustrie, schließt seinen Standort Weingarten mit 120 Mitarbeitern. Den meisten Beschäftigten soll ein Arbeitsplatz in Göppingen angeboten werden. Die Schuler Cartec entwickelt Karosserieteile sowie Werkzeuge und stellt Werkzeuge für die Automobilproduktion her.
Nach Angaben eines Sprechers arbeitet Schuler Cartec insgesamt mit Gewinn. Gleichwohl lässt sich nach seinen Angaben durch die Zusammenlegung an einem Standort die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, da Doppelarbeiten künftig vermieden werden könnten. So werden bisher zum Beispiel an beiden Standorten Verwaltungen benötigt. Von einem Standort aus, so heißt es, könnten die Leistungen effizienter und kostengünstiger angeboten werden.
Insgesamt beschäftigt Schuler Cartec 400 Mitarbeiter - 280 davon in Göppingen -, die im Geschäftsjahr 2002/03 (30. September) einen Umsatz zwischen 60 und 70 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Den 120 Cartec-Mitarbeitern in Weingarten würden überwiegend Arbeitsplätze in Göppingen angeboten, teilte die Schuler AG mit.
Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan wurden nach den Angaben aufgenommen. Wie viele Mitarbeiter genau nach Göppingen übernommen werden sollen, steht nach Darstellung des Sprechers noch nicht fest. Auf Grund der großen räumlichen Entfernung dürften aber wohl kaum alle Beschäftigten das Angebot eines Ersatzarbeitsplatzes annehmen.
Einen Zeitpunkt für die geplante Schließung des Betriebs in Weingarten nannte der Sprecher nicht. Der Standort Weingarten ist durch die Übernahme eines Dienstleisters vor fünf Jahren zum Schuler-Konzern gekommen. Mit der dort ansässigen Maschinenfabrik Müller-Weingarten, dem größten deutschen Wettbewerber von Schuler, hat der Betrieb nichts zu tun.
Das Frankfurter Bankhaus Metzler sucht seit langem vergeblich einen Käufer für Müller-Weingarten. Ursprünglich wollte Schuler den Konkurrenten übernehmen, musste den Plan aber auf Grund von Problemen mit dem Kartellamt aufgeben. Der Schuler-Konzern hat noch keine Zahlen für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr 2002/03 vorgelegt.
Im ersten Halbjahr entstand bei einem Umsatz von 166,0 Millionen Euro ein Nettofehlbetrag von 6,8 Millionen Euro. Auch im gesamten Geschäftsjahr 2001/02 stand unter dem Strich ein Verlust nach Steuern von 19,1 Millionen Euro.