Wie werden sich die künftigen Lotus-Modelle von der Konkurrenz unterscheiden? Eine ganze Reihe von Antworten auf diese Frage gibt die Studie Theory 1.
Die in einer spannenden Choreographie öffnenden Flügeltüren des Lotus Theory 1 beanspruchen etwa in engen Parkhäusern wenig Platz.
(Bild: sp-x)
Lotus wird elektrisch, das ist längst ausgemachte Sache. Aber wie werden sich die künftigen Modelle der Performance-Marke von denen ihrer Marktbegleiter unterscheiden? Eine ganze Reihe von Antworten auf diese Frage gibt die Studie „Theory 1“, in der eine Phalanx von neuen Ansätzen versammelt ist.
Ziel ist es, den Menschen am Steuer und auf den Beifahrersitzen ein unverfälschtes, pures Fahrerlebnis zu ermöglichen. Keine Ablenkung durch riesige Bildschirmwände in Wagenbreite, keine Informations-Inflation. Stattdessen die Konzentration aufs Wesentliche und Anzeigen exakt da, wo sie am besten wahrzunehmen sind. Und dazu zählt auch: Schluss mit dem bisher üblichen Mix aus zum Teil mehr als 100 verschiedenen Materialien in einem Fahrzeug. Der Theory 1 kommt mit deutlich weniger aus. Recycelte, gehackte Kohlenstofffasern werden am intensivsten verwendet. Außerdem gehören Glasfasern auf Zellulosebasis, Titan, recycelte Glasscheiben, recycelter Polyester, recycelter Gummi, elastomeres Polyurethan, transparentes Polycarbonat, thermoplastisches Polyurethan und recyceltes Aluminium dazu.
Chassis, Karosserie, Innenraum – fast alles ist aus Karbon. Dann gibt es noch ein mit einem Berliner Start-up für textilbasierte Wearables entwickeltes Material auf den Sitzen und am rennmäßig kleinen, rechteckigen Lenkrad. In dem können kleine Polster in Sekundenbruchteilen aufgepumpt und wieder entleert werden – etwa in schnellen Kurven oder, so eine Idee für die Zukunft, als taktiler Hinweis auf zu hohes Tempo oder das Verlassen der Fahrspur. Erster Eindruck bei der Sitzprobe: Das wäre eindeutig angenehmer als permanentes Gebimmel oder Gepiepse wie in vielen aktuellen Autos.
Der Fahrer sitzt zentral
Im Theory 1 sitzt die Pilotin oder der Pilot im Zentrum, tatsächlich fast exakt in der Mitte des überschaubare 4,49 Meter langen und zwei Meter breiten Renners. Und damit exakt zwischen den beiden sich in einer spannenden Choreographie öffnenden und schließenden Flügeltüren, die etwa in engen Parkhäusern wenig Platz beanspruchen. Die zentrale Position, die weit heruntergezogene Windschutzscheibe und die freie Durchsicht auf die Federung ermöglichen einen guten Überblick. Links und recht außen, leicht nach hinten versetzt, finden die Passagiere Platz, mit üppiger Beinfreiheit und speziell auf sie zugeschnittener Beschallung aus dem KEF-Audiosystem.
Knapp unter Schulterhöhe zieht sich ein Laserlichtband durchs Wageninnere, das unter anderem den Ladezustand oder die Blinkerfunktion anzeigen kann. Das kleine 2D-Display im Lenkrad und das Head-up-Display dienen dem Ziel, die Ablenkung für den Fahrenden zu minimieren und ihn trotz des auf die Straße gerichteten Blickes mit allen nötigen Informationen zu versorgen. Laserlicht und OLED-Technik kommen auch außen zum Einsatz, etwa durch extrem dünne Laserleuchtstreifen am Bug und ein interaktives Leuchtenband auf den Seiten, das auf Berührung reagiert und diverse Statusanzeigen des Fahrzeugs wiedergibt.
Fahren soll der Theory 1 natürlich auch, und das ziemlich fix. Schon die auf extreme Aerodynamik ausgelegte Front- und Heckpartie inklusive aktivem Heckspoiler zeigen, dass die Ziele hoch gesteckt sind. Ein Übriges tun die Höhe von nur 1,14 Metern und die sanft geschwungene Dachpartie. Nach dem Vorbild des Formel-1-Renners Lotus 49 wurden Motor- und Batterieeinheit als belastetes Element konzipiert, das die Kräfte direkt von der Aufhängung aufnimmt. Das reduziert Komplexität und Gewicht, ein Hilfsrahmen ist nicht nötig. Auch der Heckflügel wurde an der Motor- und Aufhängungsbaugruppe montiert, um sicherzustellen, dass der Abtrieb direkt auf die Aufhängungen und damit auf die Reifen wirkt.
In weniger als 2,5 Sekunden auf 100 km/h
Bei aller Konzentration auf den Fahrspaß ist der Theory 1 hardwareseitig auch auf autonomes Fahren auf Level 4 vorbereitet. Dazu hat er unter anderem vier LiDAR, sechs HD-Kameras und eine Kombination aus Lang- und Kurzstrecken-Millimeterradaren sowie Ultraschallradaren an Bord, die einen 360-Grad-Erfassungsbereich ermöglichen. Lotus verspricht, dass Hindernisse jedweder Art in einem Radius von bis zu 200 Meter um das Fahrzeug herum auch bei schlechtem Wetter erfasst werden.
Als Hypercar ist die Lotus-Studie nicht konzipiert. Eher als auf Wunsch sehr schneller, aber durchaus auch zumindest teilweise alltagstauglicher Untersatz für Fans ausgeprägter Dynamik. Der Zielwert von „unter 1.600 Kilo“ Lebendgewicht steht nach den bisherigen Vorstellungen jedenfalls einem 735 kW starken E-Motor im Heck gegenüber, der den Theory 1 in weniger als 2,5 Sekunden auf 100 und dann weiter bis Tempo 320 beschleunigen soll. Dabei soll die Akkukapazität von 70 kWh für eine Reichweite von rund 400 Kilometern sorgen. Die Studie mit den Fahrmodi Range, Tour, Sport, Individual und Track steht auf Pirelli P-Zero Elect-Reifen mit 20 und 21 Zoll.
Stand: 08.12.2025
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Und was passiert nach der feierlichen Enthüllung mit dem Theory 1? Eine Serienproduktion ist definitiv nicht geplant, heißt es bei Lotus. Die Studie ist eine Art Ideensammlung im Originalformat, ein Cluster fahrerorientierter Technik für mehr Fahrspaß und Sicherheit. Und sie ist eine Plattform für neue Materialien, die den ökologischen Fußabdruck künftiger Autos verkleinern können. Klare Aussage der Autobauer: Viele Neuheiten aus der Studie haben das Zeug, exakt so oder zumindest in ähnlicher Form in künftigen Lotus-Modellen aufzutauchen.