Musik ist Emotion. Im Konzert. Im Film. Im Podcast. Emotionen ergreifen uns. Dolby Atmos auch. Das Tonformat bettet Nutzer in den Sound ein – und gibt audiophilen Inhalten neuen Raum. Schon länger im Kino – und jetzt im Auto.
Als Passagier im Mittelpunkt des Sounds: Das Tonformat Dolby Atmos hat alle technischen Voraussetzungen dafür.
Stille. Meine Augen sind zu. Geradeaus von mir höre ich jemanden mit einem dünnen Stab auf Holz klopfen. Dann schlagen leise die Saiten eines Konzertflügels direkt vor mir an. Links neben mir spielen Violinen auf. Etwas weiter rechts des Flügels mischen sich Flöten, Klarinetten und Trompeten hinzu. Am weitesten von mir entfernt höre ich ein Schlagzeug und Pauken. Dann: Ruhe. Ein leises Knacken auf dem Boden. Rechts von mir spielen Violoncelli, dahinter höre ich einen Kontrabass.
Unter die Instrumente mischt sich entfernt ein brummendes Geräusch. Je näher es kommt, desto deutlicher klingt es wie ein Hubschrauber. Er nähert sich im Tiefflug von hinten, wechselt ein paarmal die Seiten, links, rechts, links, rechts, zieht hoch und wummernd knapp über meinen Kopf. Ich höre, wie um mich herum eine Menge kleiner Steine aufgewirbelt werden. Fast im selben Moment ruft direkt hinter mir jemand: „Aufwachen!“
Ich öffne meine Augen und bin: In meinem Auto. Zugegeben – dieses Konzert ist aus dem Ruder gelaufen. Verantwortlich dafür sind der Audiotechniker – und Dolby Atmos.
Das Tonformat ermöglicht ein sogenanntes immersives Klangerlebnis. „Immersiv“ kommt von Immersion: ein Effekt, der hervorgerufen wird durch virtuelle Realität – und der das Bewusstsein des Nutzers über diese virtuellen Realitäten soweit in den Hintergrund rückt, dass die virtuelle Umgebung als real empfunden wird. Mit anderen Worten: Die Art und Weise, wie Klang erzeugt und rezipiert wird, verändert sich deutlich. Die Hörer tauchen in Musik oder audiophile Handlungen ein und sitzen mitten im Lied. Oder im Podcast.
Details werden unvergleichlich klar und mit beeindruckender Tiefe dargestellt. Zum Beispiel die Saiten eines Flügels. Ein subtiles Geräusch im Raum. Sprache. Oder ein Sturm, der die Hörer ganz einzunehmen scheint. Etwas weniger dramatisch könnten Backing-Vocals hinter den Hörern erklingen. Dolby Atmos kann deutlich mehr, als Konzertsäle, Jazzclubs oder Theaterbühnen nachbilden.
Wie funktioniert das? Dolby Atmos platziert diskrete Audioelemente oder Objekte in einem dreidimensionalen Klangfeld. Effekte lassen sich unabhängig von den jeweiligen Surround-Kanälen im Raum anordnen. Während der Produktion eines Musiktitels, Podcasts oder anderen Formats werden dafür die gewünschten Sounds und Effekte entsprechend im Raum verteilt. Für wirklich umhüllenden Klang kommt eine weitere Ebene hinzu: über den Köpfen der Hörerinnen und Hörer.
Mit den geeigneten technischen Voraussetzungen passt sich das System an jede Wiedergabeumgebung an. Das bedeutet: Fans können Musik mit der Klarheit hören, die der ursprünglichen Vision des Künstlers im Studio entspricht.
Wir können bereits heute jegliches Tonsignal realitätsnah im Raum abbilden.
Andreas Ehret, Dolby Laboratories
Dolby Atmos im Auto
Diese Soundqualität bieten inzwischen auch Automobilhersteller an: Angefangen hat vor zwei Jahren Lucid. Der amerikanische Hersteller integrierte dafür 21 Lautsprecher in seine Oberklasselimousine „Air“. Außerdem sind bereits Mercedes-Benz, der chinesische Hersteller Nio und Volvo dabei.
Mercedes setzt dafür im Maybach 31 Lautsprecher ein. Darunter sind sechs 3D-Lautsprecher am Dach verbaut, vier ohrnahe Lautsprecher in den Vordersitzen und ein 18,5 Liter großer Subwoofer. Außerdem acht Körperschallwandler, so genannte Exciter. Jeweils zwei davon sind in den Sitzen verbaut. Konzipiert hat der Autohersteller das Soundsystem gemeinsam mit den Hifi-Experten von Burmester.
Volvo arbeitet für die Soundhardware mit dem englischen Unternehmen Bowers & Wilkins zusammen. Im neuen Elektromodell EX90 setzt der Hersteller 25 Lautsprecher ein: fünf Hochtöner, sieben Mitteltöner mit unterschiedlichem Durchmesser, vier Tieftöner, vier 3D-Lautsprecher, jeweils zwei Aluminium-Lautsprecher in den beiden Vordersitzen und einen Subwoofer. Eine Besonderheit: Ein Hochtöner ist mittig auf der Oberseite des Armaturenbretts platziert, um Tonverfärbungen und akustische Reflexionen zu reduzieren, die durch die Windschutzscheibe auftreten können.
Wollen Autofahrer die Technik? Im vergangenen Jahr hat Mercedes 1.750 Personen in den Vereinigten Staaten, China, Deutschland, Großbritannien und Frankreich dazu befragt. Mehr als 76 Prozent gaben an, dass ihnen ein realistischer Raumklang „wichtig“ oder „eher wichtig“ ist. Außerdem gaben fast 72 Prozent der Autofahrer an, sich eine Fahrt ohne Musik nicht vorstellen zu können. Für zwei von drei Befragten ist die Klangqualität im Fahrzeug wichtig oder sehr wichtig.
Aber nicht nur im Auto. Im Jahr 2022 waren 53 Prozent der von GfK Entertainment ermittelten Top-100-Single-Jahrescharts in Dolby Atmos verfügbar. Tendenz: steigend! Bei Alben gibt es einen ähnlichen Trend: Sechs der zehn Top-Alben des Jahres 2022 können Fans in Dolby Atmos genießen.
Die Tonstudios rüsten entsprechend auf. Anfang dieses Jahres produzierten mehr als 50 bundesweit und über 750 weltweit in dem Soundformat. Die Streamingdienste Apple Musik und Tidal bieten das Format ebenfalls an.
Musik auf ein Fahrzeugmodell abgestimmt
Wie weit der Gedanke an qualitativ hochwertige Musik im Auto geht, zeigt eine Kooperation von Mercedes-Benz mit Apple und der Universal Music Group, UMG. Die Basis der Zusammenarbeit ist die Integration von Dolby Atmos in Autos des Herstellers.
Viele Musiker und Künstler machen ihre Zustimmung zu einer neuen Abmischung eines Titels davon abhängig, wie er in einem Auto klingt. Im aktuellen Beispiel können sie ihre Entscheidung zur Abnahme von Songs danach ausrichten, wie die endgültige Abmischung in einem Mercedes-Benz klingt. Die UMG will außerdem ein Referenzstudio in Sindelfingen einrichten. Es wird auf der technischen Basis des Capitol Studio C gebaut, einem der weltweit wichtigsten Referenzstudios für Abmischungen in Dolby Atmos.
Ein weiterer Effekt der Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Klang sind neue Events. Sogenannte Album-Listening-Sessions finden statt in Kinos mit optimal eingemessenen Dolb-Atmos-Anlagen. Zu hören – und sehen – gibt es zudem Konzertfilme. Etwa von Herbert Grönemeyer, Billy Joel oder Billie Eilish. Für das Jahr 2023 haben sich weitere große Namen mit neuen Werken im immersiven Format angekündigt.
Zurück ins Auto. Anders als im Heim- oder echten Kino sitzen die Passagiere hier nicht im sogenannten „sweet spot“, dem idealen Hörbereich. Das gleicht Dolby aber mit Algorithmen aus. Neben Musik können mit Dolby Atmos Systemsounds beim Ein- oder Aussteigen für akustische Untermalung sorgen. Denkbar sind außerdem Klangteppiche, um zum Beispiel die Konzentration des Fahrzeugnutzers zu fördern.
Einblick in die Dolby Atmos Renderer-Anwendung zum Erstellen von Atmos-Abmischungen. Zu sehen sind die Kanäle, Aussteuerung und die Anordnung der Sounds im gedachten Raum.
(Bild: Dolby Germany GmbH)
128 Tonspuren für viele Szenarien
Bis zu 128 Tonspuren lassen sich mit Dolby Atmos im Raum anordnen und bewegen. Bei der Wiedergabe werden diese Signale auf die jeweils gerade vorhandene Anzahl von Lautsprechern gerendert – das befreit von einer fest vorgegebenen Konfiguration von Lautsprechern.
So kann mit ein und derselben Atmos-Tonmischung ein großer Kinosaal mit bis zu 64 Lautsprechern bespielt werden – und ein kleineres Heimkino, eine Soundbar; selbst binaurale Kopfhörer und Autos. Das Setting 7.1.4 ist im Auto üblich. Das bedeutet: sieben Lautsprecher auf Ohrhöhe, ein Subwoofer und vier Lautsprecher an der Decke.
Dolbys Musikgeschichte
Das Tonformat Dolby Atmos basiert auf vielen Jahren Erfahrung der Dolby Laboratories im Musikgeschäft. Gegründet 1965 in San Francisco, stellte das Unternehmen im Jahr 1966 die Rauchunterdrückung „Dolby A“ vor. Sie reduzierte Zischgeräusche in Aufnahmen. „Dolby B“ reduzierte ab 1968 Rauschen, ab 1980 „Dolby C“.
Bekannter ist Dolby heute für „Dolby Surround“. Die Band Emerson, Lake and Palmer nahm 1993 das erste Rockalbum in dem analogen Mehrkanal-Tonsystem auf. Volvo stellte 1997 das erste Auto mit einem Dolby-Surround-System vor. Es folgte „Dolby Digital“ mit sechs diskreten Kanälen. Der Musiksender MTV strahlte ab 2006 auf seinem ersten HD-Kanal in Dolby Digital 5.1 aus.
Das Format entwickelte sich weiter, größere Datenträger und leistungsfähigere Hardware erlaubten verlustfrei gespeichertes Audio, die Zahl möglicher Kanäle stieg: Es folgten ein hinterer Center-Lautsprecher, dann zwei kanaldiskrete hintere Effektlautsprecher. Im Jahr 2012 präsentierte Dolby „Atmos“ für Kinos. Der Londoner Club „Ministry of Sound“ stellte seine Anlage 2016 auf das Tonformat um. Seit Mitte 2021 ist Dolby Atmos bei Apple Music verfügbar. Ebenfalls 2021 setzte der erste Automobilhersteller das Format ein.
Mitte März 2023 erreichte Dolby den nächsten Meilenstein mit Atmos: „Mission: Impossible – Dead Reconing Part One“ ist der 500. Kinofilm, der in Dolby Atmos verfügbar ist; und in Dolby Vision. „Vision“ ist ein dynamisches „High Dynamic Range“-Videoformat. Vereinfacht ausgedrückt arbeitet es mit mehr Farben und deutlich besserem Kontrast – und stellt Szenen realistischer dar. Bildinhalte lassen sich an wechselnde Lichtverhältnisse anpassen, wie sie zum Beispiel während einer Fahrt im Auto auftreten.
Mit immer größeren Bildschirmen in Autos und in Kombination mit Dolby Atmos entsteht so ein bemerkenswertes audiovisuelles Erlebnis, das die Passagiere mitten in das Geschehen versetzt: in Filme, Konzerte, Podcasts, Hörspiele – in ihrem Auto.
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Stand: 08.12.2025
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