Auto Shanghai 2025 Fünf Autos aus China, die wir haben wollen

Von Benjamin Bessinger/SP-X 5 min Lesedauer

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Die Messe ist vorbei – diese fünf Modelle der Auto Shanghai 2025 wünschen wir uns auch für den europäischen Markt.

Er ist größer als ein VW Transporter, windschnittiger als ein Porsche Taycan und lädt schneller als ein Tesla – mit dem LiAuto Mega zeigen uns die Chinesen, wie Van geht.(Bild:  SP-X/Benjamin Bessinger)
Er ist größer als ein VW Transporter, windschnittiger als ein Porsche Taycan und lädt schneller als ein Tesla – mit dem LiAuto Mega zeigen uns die Chinesen, wie Van geht.
(Bild: SP-X/Benjamin Bessinger)

Sie hat im vergangenen Jahr 30 Millionen Autos produziert und einen Weltmarktanteil von knapp einem Drittel erreicht. Noch vor 20 Jahren als Schar der Kopisten und PS-Petitessen verlacht, ist die chinesische Automobilindustrie mittlerweile nicht nur erfolgreicher als alle andern Motor-Mächte. Sie ist zudem erwachsener und ernsthafter denn je.

Während sich die Chinesen früher nach europäischen Modellen von Mercedes, BMW und Audi oder wenigstens VW, Skoda oder DS gesehnt haben, ist es heute genau andersherum. Vieles, was gerade auf der Messe in Schanghai als Neuheit gezeigt wurde, würde auch in Nürnberg oder Naumburg eine gute Figur machen. Doch bisher gehen nur wenige Marken und Modelle in den Export. Von den Messe-Neuheiten wünschen wir uns diese fünf Autos aus China. 

iCar23: Der Defender für die Generation iPhone 

Während Apple die Pläne vom eigenen Auto offiziell beerdigt hat, nutzt Chinas Exportmeister Chery ganz frech den offenbar nie geschützten Namen iCar für eine eigene Marke – und baut unter diesem Label kleine, knuffige Geländewagen. Die sind zwar nicht so smart wie die Produkte aus Cupertino sehen dafür aber umso besser aus und sind obendrein sogar bezahlbar. Im China startet der gerade auf der Messe gezeigte iCar23 mit 211 PS und 500 Kilometern E-Reichweite für weniger als 15.000 Euro.

Selbst wenn er bei uns das Doppelte kosten würde, hätte er als Defender für die Genration iPhone noch beste Chancen. Erst recht, seitdem der Suzuki Jimny an den Schadstoff- und Cybersecurity-Regeln in Brüssel gescheitert und das Original weder elektrisch fährt noch für die Masse zu bezahlen ist. 

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Audi E5 Sportback: Ohne Ringe – und ohne Relikte

Natürlich soll er vor allem den chinesischen Geschmack treffen, Audi den Makel der Kader-Kutsche nehmen und so viel Staub von Blech blasen, dass die Bayern wieder bei jungen Kunden ankommen. Doch weil die schicke VW-Tochter auch bei uns ein wenig angestaubt ist, würde sich der E5 Sportback selbst in Deutschland gut machen. Denn er bietet mit der vom Partner SAIC beigesteuerten 800-Volt-Plattform für schnelles Laden und weites Fahren nicht nur zeitgemäße Technik zu einem wahrscheinlich deutlich günstigeren Preis als die eigenen Modelle aus dem PPE-Baukasten.

Er wagt vor allem innen einen neuen Auftritt, wirft ein paar alte Relikte über Bord und kommt mit seiner neuen, stark entschlackten Cockpitlandschaft entsprechend frisch und unverbraucht daher. Und während wir draußen auf den Single Frame gut verzichten können, weil wir uns daran langsam satt gesehen haben, könnten sie dem chinesischen Hoffnungsträger für uns zur Not doch ein paar Ringe ins Gesicht pappen. 

VW ID Era: Weil Länge läuft

Wo wir gerade dabei sind, wünschen wir uns von der Mutter VW gleich noch ID Era, der als einer der am meisten umlagerten Schanghai-Studien sicher bald in Serie geht. Ja, das fast schon rustikale Design ist eine angenehme Abwechslung im Einerlei der ID-Flotte und das üppige Platzangebot mit drei Sitzreihen auf einem Skateboard macht ihn zum bessere Tayron oder gar zum moderneren Touareg.

Doch was wirklich unsere Begehrlichkeit weckt, das ist der Antrieb. Denn zum ersten Mal setzt VW bei der gemeinsam mit SAIC entwickelten Studie auf einen Range Extender und steigert so die elektrische Reichweite von 300 Kilometer auf über 1.000. Da muss keiner mehr dem TDI hinterher trauern. Zwar gibt es kaum Hoffnungen, dass es der Era selbst nach Europa schafft.

Doch weil die elektrische Euphorie nachlässt und sich Brüssel offenbar mit Alternativen anfreunden kann, hört man aus Wolfsburg immer mehr Stimmen, dass die ID-Modelle bald mit einem On-Board-Generator in die Verlängerung gehen könnten. 

Li Auto Mega: So fährt Captain Future seine Kinder zum Fußball

Er ist größer als ein VW Transporter, ist windschnittiger als ein Porsche Taycan und lädt schneller als ein Tesla – mit dem Li Auto Mega zeigen uns die Chinesen, wie Van geht. Auch wenn jeden Monat ein neues Raumschiff aufsteigt, gibt es in China aktuell kein cooleres Space Shuttle als den von einem ehemaligen Porsche-Designer gezeichneten Stromlinien-Koloss. Und kaum eines, das technisch so weit entwickelt ist: Seine 800-Volt-Batterie mit einer Kapazität von 103 kWh bietet neben den 710 Kilometern Normreichweite einen zweiten Bestwert und lädt mit bis zu 550 kW Leistung.

Der Mega macht nicht nur an der Steckdose Tempo. Sondern mit einem 210 PS starken E-Motor an der Vorder- und einer 330-PS-Maschine an der Hinterachse und zusammen 540 Nm schnellt das Raumschiff in 5,2 Sekunden auf Tempo 100 und surrt danach weiter bis auf 180 km/h.

Seit er im vergangenen Frühjahr in den Handel kam, ist er bei Firmen und Familien in Guangzhou oder Beijing das Gesprächsthema Nummer 1 und verkauft sich trotz der stattlichen, umgerechnet 74.000 Euro bestens. Bei den Autobossen in Wolfsburg, München oder Stuttgart ist er immer wieder in der Diskussion. Weil sie einerseits für die Chinesen gerne selbst so ein cooles Konzept hätten und weil sie anderseits Angst haben, dass dieses Ufo irgendwann bei uns landen könnte. Dann nämlich wäre Deutschland ganz schnell im Raumfahrtfieber und sie könnten bei BMW, Mercedes, Porsche und Audi ihre SUV plötzlich einstampfen. 

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Onvo L90: Sind aller guten Dinge wirklich drei?

Sie treten nur von der Mittelklasse aufwärts an und nehmen stolze Preise. So tut sich Nio in Europa bislang schwer. Deshalb wollen sich die Chinesen breiter aufstellen und haben neben der jugendlichen Lifestyle-Marke Firefly als dritte Marke Onvo lanciert und deren europäische Ambitionen bekräftigt. Jetzt kann man sich getrost fragen, ob es wirklich drei Marken braucht und es nicht schon mühsam genug ist, eine zu etablieren.

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Aber wenn Onvo kommen sollte, dann nicht mit dem bereits angebotenen Model-Y-Klon L60, mit dem sich das sonst so selbstbewussten Start-up als Plagiator blamiert. Sondern bitte gleich mit dem L90, der in Schanghai enthüllt wurde. Als SUV von 5,15 Metern wäre er der perfekte Gegner nicht nur für den Hyundai Ioniq 9 oder Kia EV9. Mit drei Sitzreihen, viel Variabilität und einem mit 240 Litern gigantischen Frunk wäre er zudem eine verlockende Alternative zum ID Buzz.

Event-Thema Auslandsmärkte: Mehr Chancen für den Mittelstand

International Communication Circle
(Bild: VCG)

Wie können sich Mittelständler in ihren Export- und Wachstumsmärkten noch besser aufstellen? Wie kann KI helfen die internationalen Aufgaben effizienter zu gestalten? Erfahren Sie am 21.05.2025 im Vogel Convention Center Würzburg aus erster Hand, wie Unternehmen erfolgreich globale Märkte über Marketing-Kommunikation besser erschließen, welche lokalen Kommunikationsstrategien wirklich funktionieren und wie Sie dadurch Ihre globale Präsenz effizient ausbauen.

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