Takata Petri Verlagerung nach Rumänien
Der Lenkrad- und Airbaghersteller Takata-Petri verlagert die gesamte Lenkrad-Produktion von Aschaffenburg nach Rumänien.
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Dadurch fallen bundesweit 368 Arbeitsplätze weg, davon 335 am Standort Aschaffenburg. Das Unternehmen reagiere damit auf die Strukturkrise in der Automobilindustrie, sagte der Vorstandsvorsitzende Europa-Zentrale von Takata Petri, Heinrich Binder, am Montag. „Wir haben eine dramatische Situation. Es ist keine Besserung in Sicht.“
Nicht nur 254 Stellen in der Produktion, auch in der Verwaltung sollen Arbeitsplätze wegfallen: 71 in Aschaffenburg, 20 in Ulm, 12 in Berlin und einer in Paris. Zudem werden voraussichtlich zehn Mitarbeiter im Bereich Logistik Sicherheitsgurte ihre Arbeitsplätze verlieren. Nicht betroffen sei dagegen die Airbag-Produktion. Takata Petri beschäftigt derzeit in Aschaffenburg knapp 1.650 Menschen.
IG Metall kündigt Widerstand an
Bis Ende des Jahres werde es aber keinen Arbeitsplatzabbau geben. „Solange kann niemand betriebsbedingt gekündigt werden“, sagte Unternehmenssprecher Jakob Lux am Dienstag. Am Montag wurde der Betriebsrat, das Management und die Belegschaft bei Takata Petri in drei aufeinander folgenden Informationsveranstaltungen über die aktuellen Verlagerungspläne des Vorstandes unterrichtet. Die IG Metall kündigte inzwischen Widerstand an. „Wir werden
uns dagegen wehren“, sagte ein Gewerkschaftssprecher.
Die Takata Corp., Tokio, zählt nach eigenen Angaben mit einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro und 35.859 Mitarbeitern in Asien, Europa und den USA zu den weltweit führenden Entwicklern und Produzenten automobiler Insassenschutzsysteme (Lenkräder, Airbagsysteme, Sicherheitsgurte, Elektronik, Sensorik, Kindersitze). Das Unternehmen produziert in 44 Fabriken in 16 Ländern. Zu den Hauptkunden gehören Audi, BMW, Daimler, Ford, Mazda, Mitsubishi, Nissan und Toyota.
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