Automobilindustrie Gewinneinbruch bei VW größer als erwartet

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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VW verkauft weniger Fahrzeuge, auch der Sparkurs kostet erst mal Geld. Ein Minus im jüngsten Quartal war erwartet worden, jedoch nicht in der nun veröffentlichten Höhe.

Symbolbild(Bild:  Rehberg/VCG)
Symbolbild
(Bild: Rehberg/VCG)

Der kriselnde Volkswagen-Konzern hat im dritten Quartal einen herben Gewinneinbruch erlitten. Ein schwaches Branchenumfeld mit weniger Fahrzeugverkäufen sowie der angestoßene Kapazitäts- und Stellenabbau im Konzern sorgten für eine Milliardenbelastung.

Die Werte fielen schwächer aus als von Analysten ohnehin befürchtet. Der Konzerngewinn sackte nach Steuern um 64 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro ab – unter anderem, weil es für VW auch im wichtigen Markt China schlecht läuft. Der Umsatz fiel dagegen nur um ein halbes Prozent auf 78,5 Milliarden Euro.

VW Pkw im Fokus

Die im September erneut gesenkte Jahresprognose hielt das Management um Vorstandschef Oliver Blume aufrecht. Blume hat im Konzern den Rotstift angesetzt und will Milliarden einsparen, um insbesondere die renditeschwache Kernmarke VW Pkw wieder auf Trab zu bringen.

Laut dem Betriebsrat will der Vorstand mindestens drei deutsche VW-Werke schließen und den Rest verkleinern, Zehntausenden Beschäftigten soll gekündigt werden. Auch deutliche Gehaltseinbußen stehen im Raum.

Lohnverzicht soll helfen

Wie das „Handelsblatt“ unter Verweis auf Informationen aus Konzernkreisen berichtete, will der Vorstand den Großteil der Einsparungen über Lohnverzicht erzielen. Allein die vorgeschlagene Kürzung der Gehälter bei der Kernmarke VW um pauschal zehn Prozent würde demnach jährlich knapp 800 Millionen Euro einbringen. Über eine Streichung verschiedener Bonuszahlungen und Zuschläge sowie Nullrunden würde sich der Betrag damit auf insgesamt etwa zwei Milliarden Euro pro Jahr summieren. Das Unternehmen äußerte sich bisher nicht zu detaillierten Plänen.

Die Arbeitnehmer haben erbitterten Widerstand angekündigt und fordern umfassendere Rezepte als nur die Arbeits- und Fabrikkosten in den Blick zu nehmen. An diesem Mittwoch treffen Unternehmen und Gewerkschaft IG Metall zur nächsten Gesprächsrunde zum VW-Haustarif zusammen.

Die Zahlen der Konzernmarken

Andere Konzernteile schwächeln ebenfalls. Die leichten VW Nutzfahrzeuge (VWN) rutschten im Quartal in die roten Zahlen. Seat blieb nur knapp im Gewinnbereich. Bei Audi sorgte die Rückstellung für das vor dem Aus stehende Werk in Brüssel in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für ein Abrutschen der operativen Marge von 7,3 auf nahezu Null Prozent.

Wie bereits bekannt, wurde die Renditeperle Porsche im Quartal von der China-Schwäche und Modellwechseln gebremst. Die Stuttgarter erzielten nach 17,8 Prozent Marge im Autogeschäft ein Jahr zuvor diesmal gut zehn Prozent. Im gesamten Pkw-Bereich fuhr Volkswagen noch eine Umsatzrendite von 1,7 Prozent ein – im Vorjahreszeitraum lag sie noch bei sechs Prozent.

Gewinne aus China-Geschäft sinken

Im Chinageschäft, dem einstigen Wachstumsmotor und Gewinngarant, blieben bei den dortigen Gemeinschaftsunternehmen für den VW-Konzern anteilig nur noch 378 Millionen Euro im dritten Quartal als Ergebnis hängen. Das ist etwa halb so viel wie ein Jahr zuvor. In besseren Zeiten hatte VW in der Volksrepublik im Quartal regelmäßig Milliardenbeträge verdient.

Für das gesamte Jahr geht VW nun noch von 1,6 Milliarden Euro Ergebnisbeitrag der chinesischen Joint Ventures aus, bisher waren 1,5 bis zwei Milliarden Euro für möglich gehalten worden.

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