Neues Auto Volkswagen baut Einstiegs-E-Auto ohne Partner

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Volkswagen will sein Einstiegs-Elektroauto ID 1 selbst entwickeln und produzieren. Das Auto wird in Europa gebaut, aber nicht in Deutschland.

Volkswagen will ab dem Jahr 2027 ohne Partner ein Einstiegs-Elektroauto bauen.(Bild:  Volkswagen AG)
Volkswagen will ab dem Jahr 2027 ohne Partner ein Einstiegs-Elektroauto bauen.
(Bild: Volkswagen AG)

Volkswagen verzichtet bei seinem für das Jahr 2027 geplanten Elektro-Kleinstwagen auf eine Partnerschaft mit anderen Herstellern. Das Fahrzeug für rund 20.000 Euro will der Hersteller nun im Alleingang entwickeln. Das teilte Volkswagen am Dienstag (28. Mai) nach einer Vorstandssitzung in Wolfsburg mit. Eine angedachte Kooperation mit Renault kam nicht zustande.

„Der 20.000-Euro-VW wird bei attraktivem Preis Maßstäbe in Sachen Design, Qualität, Ausstattung und Technologie setzen“, kündigte Konzernchef Oliver Blume am Mittwoch (29. Mai) auf der Online-Hauptversammlung in Wolfsburg an. „Und wir zeigen auch: Volkswagen ist in der Lage, schnell zu entwickeln.“ Mit 36 Monaten falle die Entwicklungszeit deutlich kürzer aus als bei bisherigen Modellen.

Hergestellt werden solle das Fahrzeug in Europa. „Damit verbinden wir ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Europa“, sagte Konzernchef Oliver Blume laut Mitteilung. „Es geht um elektrische Einstiegsmobilität aus Europa für Europa.“ Einen konkreten Produktionsstandort nannte er nicht. Deutschland komme aber nicht in Betracht, fügte Blume hinzu.

Bereits den für 2026 geplanten „ID.2all“ für 25.000 Euro hatte Volkswagen aus Kostengründen an die Konzerntochter Seat nach Spanien vergeben. Er wird dort ab 2025 mit Modellen von Cupra und Skoda vom Band rollen.

„Es bedarf Realismus bei den CO2-Zielwerten“

„Wir sehen in der Elektro-Mobilität die Zukunft der Automobilindustrie“, betonte Blume. „Der Schwerpunkt unserer Investitionen ist darauf ausgerichtet.“ Von der Politik forderte der VW-Chef mehr Unterstützung für den Elektro-Kurs. „Wichtig ist, dass der Hochlauf der E-Mobilität von allen Seiten unterstützt wird. Auch seitens der Politik bedarf es einer klaren Haltung: ein eindeutiges Bekenntnis zur E-Mobilität, Realismus in Bezug auf die CO2-Zielwerte, Planungssicherheit für die Industrie bei den Gesetzgebungen.“

Niedriger Preis nur „mit sehr hohen Stückzahlen“ machbar

Der derzeit günstigste VW-Stromer ID 3 startet bei knapp 40.000 Euro. Der 2026 geplante ID 2all soll rund 25.000 Euro kosten. Den E-Up für unter 30.000 Euro hatte Volkswagen im vergangenen Jahr eingestellt. Diese Lücke soll nun der ID 1 schließen. Ab 2033 will die Kernmarke VW in Europa nur noch Elektro-Autos verkaufen.

Die Arbeit am ID 1 ist laut VW weit fortgeschritten. „Wir sind schon mittendrin, wissen, wie das Auto aussehen muss“, sagte Schäfer im März. Der angepeilte Preis stelle aber eine große Hürde dar. „Das ist wirtschaftlich extrem herausfordernd“, sagte der Markenchef. „Diese Aufgabe ist aufgrund der steigenden Energie-, Material- und Rohstoffkosten anspruchsvoller geworden.“ Aufgrund der hohen Batteriekosten lasse sich ein Preis von 20.000 Euro nur mit sehr hohen Stückzahlen erreichen.

VW hatte daher eine Zusammenarbeit mit anderen Herstellern geprüft, um so auf größere Volumen zu kommen. Eine angedachte Kooperation mit Renault kam jedoch nicht zustande.

Gespräche mit Renault gescheitert

Der französische Hersteller hatte im Frühjahr bestätigt, dass es Gespräche über eine gemeinsame Kleinwagen-Plattform für Elektro-VW und den Renault Twingo gebe. Vor einer Woche hatte Renault-Chef Luca de Meo der Nachrichtenagentur Reuters aber gesagt, dass die Gespräche gescheitert seien. Konzernkreisen zufolge soll sich vor allem VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo dagegen ausgesprochen haben, dass das Modell ausschließlich bei der Renault-Tochter Dacia in Rumänien gebaut werden sollte.

VW selbst hat sich zu den Gesprächen mit Renault bisher nicht geäußert. Der Konzern hatte im Frühjahr nur von vier Szenarien gesprochen, die für die Produktion des Kleinwagens geprüft würden. Konzernchef Blume hatte dabei auch eine Zusammenarbeit mit einem anderen Autohersteller nicht ausgeschlossen, aber keine Namen genannt.

Neben einem VW-Modell mit dem Arbeitstitel ID 1, das Markenvorstand Thomas Schäfer bereits im März angekündigt hatte, ist laut „Business Insider“ auch eine Version von Skoda geplant.

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