Neue Modelle Der neue Mercedes GLC setzt auf intelligente Effizienz

Von Rudolf Huber/SP-X 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Erwartungen an den vollelektrischen GLC sind hoch. Schließlich ist die Verbrenner-Version der Bestseller im Mercedes-Portfolio. Entsprechend akribisch wird der Marktstart im vorbereitet – auch auf Eis und Schnee.

Bei Leistung, Reichweite, Effizienz und Ladetempo soll der Elektro-GLC Maßstäbe setzen.(Bild:  Mercedes-Benz)
Bei Leistung, Reichweite, Effizienz und Ladetempo soll der Elektro-GLC Maßstäbe setzen.
(Bild: Mercedes-Benz)

Es wirkt wie eine Mission Impossible: Vor uns liegt eine steile Bergstraße mit tief ausgefahrenen, spiegelglatten Spurrillen. Hier soll der mit weiß-blau-schwarzer Folie getarnte Testwagen aus dem Stand hochfahren, ohne Spikes, ohne Ketten? Aber es klappt, und das sogar ziemlich gut. Der Prototyp mit Allradantrieb legt beim Tritt aufs Fahrpedal langsam, aber scheinbar unaufhaltsam an Tempo zu, zieht das Steilstück hoch, ohne erkennbar zu ruckeln und zu regeln. Aufgabe erfüllt, das gibt wieder einen Haken im Lastenheft beim Kältetraining nahe des Polarkreises. Christoph Starzynski, Leiter Gesamtfahrzeugentwicklung und Integration bei Mercedes, drückt das so aus: „Bei der Wintererprobung in Schweden hat unser elektrischer GLC gezeigt, wie zuverlässig und robust er selbst unter extremen Bedingungen ist.“

Der künftige GLC mit EQ Technik, wie er korrekt heißt, ist wegen des großen Akkus unter der Fahrkabine einen Tick länger als das Verbrenner-Pendant. Er bietet laut der Testingenieure das gleiche Platzangebot und den gleichen Fahrkomfort – mit Vorteilen bei der Geräuschentwicklung. Flüsterleise arbeitet sich der mit Messgeräten vollgestopfte Testwagen durchs Gelände. Dank der Luftfederung lässt sich die Karosserie bei Bedarf ein paar Zentimeter in die Höhe lupfen. Damit sind später ausgefahrene Schotterpisten oder der anspruchsvolle Weg zur Berghütte kein Problem. Und genau diese Fähigkeiten würden ja von einem Midsize-SUV erwartet, so der Experte auf dem Beifahrersitz.

Neue Maßstäbe

Bei Performance, Reichweite, Effizienz und Ladegeschwindigkeit soll der vollelektrische GLC Maßstäbe setzen, heißt es bei Mercedes vollmundig. Dass er sich dabei der bei seinem Markenkollegen CLA eingesetzten Technik bedient, liegt auf der Hand. So kann beim Allradler der E-Motor an der Vorderachse per Disconnect Unit (DCU) blitzschnell zu- oder abgeschaltet werden. Sensoren erkennen in Sekundenbruchteilen durchdrehende Räder und verteilen das Drehmoment entsprechend.

Leistungsdaten nennt Mercedes noch nicht. Im CLA leistet der Heckmotor jedenfalls in der ersten Ausbaustufe 200 kW, von der Front kommen nochmal 80 kW dazu. Die 800-Volt-Architektur ermöglicht schnelles Laden mit bis zu 320 kW. Auch für den GLC werden mehrere Akku-Versionen zu haben sein.

GLC mit multimodaler Wärmepumpe

Ein Schwerpunkt bei der Wintererprobung des Strom-GLC lag beim Thema thermischer Komfort. Das Wohlfühlklima an Bord soll nicht zu Lasten der Effizienz gehen. Deshalb kommt eine neuartige, multimodale Wärmepumpe zum Einsatz. Sie verbraucht laut der Entwickler für die Temperierung des Innenraums nur rund ein Drittel der Energie wie ein elektrischer Zuheizer unter identischen Bedingungen. Die Wärmepumpe nutzt parallel drei Energiequellen. Zum einen die Abwärme der Antriebseinheit, zum anderen die Abwärme der Batterie und dazu noch die Umgebungsluft.

Bei den Wintertests konnte der neue Zuheizer seine Fähigkeiten jedenfalls unter Beweis stellen: Auch vor dem Schnellladen, während der Akku in den idealen Temperaturbereich gebracht wurde, blieb der Innenraum angenehm temperiert.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Neues, integriertes Bremsmodul

Ebenfalls ein Neuzugang unter dem Blech des GLC mit EQ Technik ist das Bremsmodul. In diesem werden die bisher räumlich getrennten Zutaten wie Bremskraftverstärker, Hauptzylinder und ESP-Regelung zusammengefasst. Dadurch soll die Rückgewinnung von Bremsenergie verbessert und die Reichweite erhöht werden. Beim Fahren bemerkt man davon nichts – und genau diesen Effekt wollten die Techniker erreichen: Das Pedalgefühl bleibt stets gleich, egal, ob rekuperiert oder per „Reibbremse“ verzögert wird. Ein Übergang zwischen den beiden Betriebszuständen ist nicht zu spüren.

Da der elektrische GLC erst im kommenden Jahr auf den Markt kommt, nennt Mercedes noch keine Preise. Zu rechnen ist mit einem Einstandspreis von mindestens 80.000 Euro.

(ID:50345285)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung