Sparkurs Volkswagen kündigt Jobgarantie vorzeitig auf

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Wegen der angespannte Lage bei der Kernmarke verschärft Volkswagen seinen Sparkurs. Werksschließungen und Entlassungen sind nicht mehr ausgeschlossen. 

Die Volkswagen-Werke in Deutschland sind nicht ausgelastet. Nun erwägt der Autohersteller einen Stellenabbau – auch Werksschließungen seien möglich.(Bild:  Volkswagen)
Die Volkswagen-Werke in Deutschland sind nicht ausgelastet. Nun erwägt der Autohersteller einen Stellenabbau – auch Werksschließungen seien möglich.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen schließt im Rahmen des Sparprogramms bei der Kernmarke VW Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen nicht länger aus. Wie das Unternehmen nach einer Führungskräftetagung mitteilte, kündigt es zudem die bisher geltende Beschäftigungssicherung auf, die betriebsbedingte Kündigungen bis zum Jahr 2029 ausschloss. Aus Sicht des Vorstands müssen die Marken innerhalb der Volkswagen AG umfassend restrukturiert werden, hieß es. 

„Auch Werkschließungen von fahrzeugproduzierenden und Komponenten-Standorten können in der aktuellen Situation ohne ein schnelles Gegensteuern nicht mehr ausgeschlossen werden.“ Zudem reiche der bisher geplante Stellenabbau durch Altersteilzeit und Abfindungen nicht mehr aus, um die angepeilte Einsparziele zu erreichen, hieß es in der Mitteilung. „Vor diesem Hintergrund sieht sich das Unternehmen dazu gezwungen, die seit 1994 fortgeschriebene Beschäftigungssicherung aufzukündigen.“

VW-Betriebsrat wehrt sich gegen Pläne 

Der Betriebsratschefin Daniela Cavallo kündigte massiven Widerstand an. Die Pläne seien „ein Angriff auf unsere Beschäftigung, Standorte und Tarifverträge“, erklärte sie in einer Sonderausgabe der Betriebsratszeitung „Mitbestimmen“, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Damit steht VW selber und somit das Herz des Konzerns infrage.“ Dagegen werde sich der Betriebsrat erbittert zur Wehr setzen. „Mit mir wird es keine VW-Standortschließungen geben!“, erhöht Cavallo ihren Einsatz.

Die Arbeitnehmervertreter verfügen bei VW zusammen mit dem Land Niedersachsen über eine Mehrheit im Aufsichtsrat. Konzernchef Oliver Blume begründete den Kurs mit der sich zuspitzenden Lage. „Das wirtschaftliche Umfeld hat sich nochmals verschärft, neue Anbieter drängen nach Europa“, sagte er laut Mitteilung. Zudem falle der Standort Deutschland bei der Wettbewerbsfähigkeit zurück.  

Kernmarke kämpft seit Jahren mit Problemen

Die Kernmarke Volkswagen kämpft seit Jahren mit hohen Kosten und liegt bei der Rendite weit hinter Konzernschwestern wie Skoda, Seat und Audi zurück. Ein 2023 aufgelegtes Sparprogramm sollte hier die Wende bringen, das Ergebnis bis 2026 um zehn Milliarden Euro verbessern. Das aktuell schwache Neugeschäft hat die Lage nun aber weiter verschärft.  

Um die angepeilten Ergebnisverbesserungen trotzdem zu erreichen, müssten die Kosten nun stärker als bisher geplant sinken. Laut Handelsblatt geht es um bis zu vier Milliarden Euro, die zusätzlich eingespart werden müssen. „Wir müssen jetzt noch mal nachlegen und die Voraussetzungen schaffen, um langfristig erfolgreich zu sein“, sagte Markenchef Thomas Schäfer laut Mitteilung.
 

„Mindestens ein größeres Autowerk und eine Komponentenfabrik“ zu viel

Laut Zeit Online hat der VW-Betriebsrat mitgeteilt, dass das Management mindestens ein größeres Autowerk und eine Komponentenfabrik für überflüssig halte. Das betreffe alle deutschen Standorte – „egal ob Standort der Volkswagen-AG oder Tochter-Standort, egal ob west- oder ostdeutsch“, zitiert die Nachrichtenseite den Betriebsrat. Welche Werke konkret schließen könnten, ist offen.

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