gesponsertNutzfahrzeuge „Wir erweitern unser E-Truck-Portfolio erneut“

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Batterieelektrisch, mit Diesel oder Wasserstoff im Tank: Auf dem Weg zu nachhaltigen Nutzfahrzeugen sind mehrere Ansätze richtig. MAN hat langfristig ein klares Ziel.

Alexander Vlaskamp ist Vorstandsvorsitzender von MAN Truck & Bus.(Bild:  MAN Truck & Bus)
Alexander Vlaskamp ist Vorstandsvorsitzender von MAN Truck & Bus.
(Bild: MAN Truck & Bus)

Herr Vlaskamp, wenn Sie die MAN von heute mit dem Unternehmen von vor zehn Jahren vergleichen, wie beurteilen Sie die Fortschritte?

Alexander Vlaskamp: Wir haben mit dem gesamten MAN-Team auf allen Ebenen hart gearbeitet und das Unternehmen zukunftsfähig aufgestellt. Die MAN von heute ist im Verbund der Traton Gruppe deutlich widerstandsfähiger geworden – das zeigen die jüngsten Geschäftsergebnisse deutlich. Sowohl unsere Produktions- als auch unsere Engineering-Landschaft haben wir optimiert. Parallel haben wir ein hervorragendes breites Produktportfolio an den Start gebracht – sowohl mit weiter verbesserten hocheffizienten Dieselmotoren, als auch mit Zero-Emission-Antrieben. Bei Letzterem fokussieren wir uns primär auf die Batterieelektrik, die wir technologisch in den allermeisten Anwendungen unserer Kunden für überlegen halten. Aber wir legen auch als erster Hersteller eine Kleinserie mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor auf. Und forschen an der Brennstoffzellentechnologie. Wir sind hier breit und gut aufgestellt!

Sie haben das Thema E-Mobilität angesprochen. Wie schätzen Sie die Absatzentwicklung batterieelektrischer Nutzfahrzeuge in den kommenden fünf Jahren weltweit ein?

Die E-Mobilität entwickelt sich in unseren Geschäftssegmenten in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Beim Stadtbus ist sie ja im Prinzip schon Standard. Rund 70 Prozent der Ausschreibungen der europäischen ÖPNV-Betreiber verlangen heute schon Elektrobusse. Und hier sind wir seit 2023 Marktführer in Europa. Unsere E-Busse fahren in ganz Europa. Und auch im Überlandsegment geht es jetzt bald los. Bereits im kommenden Jahr wollen wir die ersten vollelektrischen Reisebusse mit unseren Kunden testen. In diesem Segment ist es natürlich wichtig, dass die entsprechende Ladeinfrastruktur in Europa parallel hochläuft. An öffentlichen Straßen werden sie von E-Bussen ebenso wie von E-Lkw genutzt.

Und womit rechnen Sie beim E-Truck?

Zunächst 200 Fahrzeuge des H-TGX will MAN an Kunden ausliefern. Statt Diesel verbrennt der Motor Wasserstoff.(Bild:  MAN Truck & Bus)
Zunächst 200 Fahrzeuge des H-TGX will MAN an Kunden ausliefern. Statt Diesel verbrennt der Motor Wasserstoff.
(Bild: MAN Truck & Bus)

Auch beim E-Truck ist der Startschuss gefallen. Und zwar erfolgreich. In nur rund sieben Monaten nach Vertriebsbeginn haben wir bereits mehr als 2.000 Bestellungen und Bestellanfragen erhalten – das ist sehr erfreulich. Die ersten MAN E-Trucks sind gebaut, und wir fahren die Produktion jetzt langsam hoch. Unmittelbar nach der IAA wollen wir das erste Fahrzeug an unseren ersten Kunden übergeben. Im nächsten Jahr werden wir dann nochmal einen Gang hochschalten und in die Serie gehen. In den folgenden Jahren wird sich der Hochlauf dann weiter deutlich beschleunigen. Wir erwarten, dass 2030 bereits jeder zweite unserer ausgelieferten Lkw in Europa elektrisch fahren wird. Bei den Stadtbussen gehen wir bei der Elektromobilität sogar von 90 Prozent aus.

Sie haben kürzlich einen Großauftrag für 100 E-Trucks in Frankreich kommuniziert. Wie ist das Kundenfeedback?

Es gibt einige Pioniere, die können es gar nicht erwarten, ihre Flotten umzustellen. Weil ihre Kunden das wiederum verlangen oder weil sie mit einer eigenen PV-Anlage einfach beste Voraussetzungen für einen kostengünstigen Betrieb haben. Andere, die seit Jahrzehnten mit der bewährten Diesel-Technologie fahren, sind vielleicht noch skeptisch. Zumeist aber nur so lange, bis sie unseren E-Truck Probe gefahren sind. Die meisten steigen mit einem ganz breiten Grinsen wieder aus dem Fahrzeug. Fahrerlebnis und -komfort sind einfach grandios. Aus dem „Brummer“ wird ein leiser „Summer“. Erfreulich ist, dass auch die Fachleute das so sehen. Beim erstem europaweiten E-Truck-Test der Fachzeitschriften „Trucker“ und „Verkehrsrundschau“ sind wir unter sechs Herstellern Anfang August mit unserem MAN E-Truck auf dem ersten Platz gelandet. Wir haben also ein absolut überzeugendes Produkt für unsere Kunden am Start.

Welche ist die größte Hürde für den Einstieg?

Der Mangel an Ladeinfrastruktur ist momentan die größte Hürde. Denn bei den Gesamtbetriebskosten hat man je nach Einsatzzweck und Markt schon jetzt Vorteile. In vielen Fällen sind E-Trucks trotz deutlich höherer Anschaffungskosten über den Lebenszyklus hinweg günstiger als konventionelle Diesel-Fahrzeuge. Viele wissen das gar nicht – und darum zeigen wir unseren Kunden das in der Beratung auch immer auf. Und was das Thema Laden angeht, arbeiten wir intensiv daran, Teil der Lösung der Gleichung zu sein. So schafft das Lade-Joint-Venture Milence, an dem wir über die Traton-Gruppe beteiligt sind, in den nächsten Jahren rund 1.700 Ladepunkte in Europa. Gemeinsam mit E.ON errichten wir ein Ladenetzwerk für Elektro-Lkw mit europaweit rund 400 Ladepunkten an 170 MAN-Standorten. Außerdem werden wir mit der E-Ladekarte „MAN Charge & Go“ einen attraktiven Zugang zu öffentlicher Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge schaffen. Das ist ein guter Anfang. Was wir brauchen ist mehr Tempo – insbesondere in der Politik und beim öffentlichen Ladenetz in den europäischen Staaten.

MAN hat eine Kleinserie eines Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor aufgelegt. Was wird aus der Wasserstoff-Brennstoffzelle?

Elektrisch, mit Diesel und mit Wasserstoff: Die nahe Nutzfahrzeugzukunft ist antriebsseitig vielfältig.(Bild:  MAN Truck & Bus)
Elektrisch, mit Diesel und mit Wasserstoff: Die nahe Nutzfahrzeugzukunft ist antriebsseitig vielfältig.
(Bild: MAN Truck & Bus)

Lassen Sie mich zunächst noch etwas zum Wasserstoff-Verbrenner sagen. Wir haben als erster europäischer Hersteller eine Kleinserie aufgelegt. Das Kundeninteresse ist sehr hoch, wir haben bereits viele Bestellungen in den Büchern. Unser Fokus bleibt zwar klar auf dem batterieelektrischen Antrieb. Dennoch gehen wir davon aus, dass künftig etwa zehn bis 15 Prozent der Anwendungsfälle unserer Kunden mit Wasserstoffantrieben abgedeckt werden können. Der Wasserstoff-Verbrenner ist beispielsweise eine gute Alternative für schwere Transporte und weitere für Spezial-Anwendungen. Das gilt für Märkte, die schon jetzt über entsprechende Förderungen verfügen, eine entsprechende Tankinfrastruktur haben oder diese planen und die über ausreichend grünen Wasserstoff verfügen. An Lösungen mit Brennstoffzellen forschen wir daher ebenfalls. Für erste Kundentests im Rahmen der sogenannten „Bayernflotte“ werden wir bald die ersten Fahrzeuge übergeben. Einen breiteren Einsatz im Markt halten wir aber frühestens in Richtung Ende der Dekade für möglich. Wasserstoff-Verbrenner und E-Trucks hingegen sind heute schon Realität.

Sehen Sie auch einen nennenswerten Markt für synthetische Kraftstoffe für Lkw – und wenn ja, in welchen Regionen könnten sich diese Kraftstoffe am ehesten durchsetzen?

Wenn sie E-Fuels meinen, dann lautet die Antwort: Nein, wir gehen nicht davon aus, dass E-Fuels bei schweren Nutzfahrzeugen eine gewichtige Rolle spielen werden. Der Energieeinsatz zur Herstellung von E-Fuels ist vergleichsweise hoch, weil sie mit der Herstellung des benötigten Wasserstoffs, der Extraktion von CO2 und der finalen Synthese zum E-Kraftstoff zahlreiche Produktionsschritte haben. Zusammen mit dem Wirkungsgradverlust durch den Verbrennungsmotor kommen am Ende nur noch maximal 15 Prozent der eingesetzten Energie am Rad an. Im Vergleich dazu sind es bei batterieelektrischen Fahrzeugen rund 70 Prozent. Und auch die Frage, wie ausreichend klimaneutrale E-Fuels produziert werden können, um eine signifikante Anzahl an schweren Nutzfahrzeugen zu betreiben, scheint mir derzeit noch gar nicht geklärt.

Vernetzung, Infotainment und Assistenzsysteme sind im Pkw inzwischen wichtige Kaufkriterien. Wie entwickeln sich die Themen im Lkw?

Tatsächlich geht die Entwicklung auch beim Lkw in die gleiche Richtung wie beim Pkw – gerade auch wenn es um die Bereiche Effizienz und Uptime geht. Trucks sind schon heute fahrende Computer. Die neue Truck-Generation von MAN hat eine der modernsten Elektrik- und Elektronikarchitekturen am Markt. Sie bietet die bestmögliche Basis für die zunehmende Vernetzung von digitalen Services und Assistenzsystemen. Zum Beispiel können Navigationsupdates, Sprachpakete oder sogar besonders einsatzoptimierte Fahrprogramme mit dem Dienst „MAN Now“ einfach over the air auf das Fahrzeug geladen werden. Also ohne Werkstattbesuch. Im Bereich der Assistenzsysteme fährt unser GPS-gestützter Tempomat „EfficientCruise“ heute schon viel vorausschauender und wirtschaftlicher, als ein Mensch es je könnte. Einfach weil er bis zu drei Kilometer im Voraus die beste Strategie aus Geschwindigkeit, Gangwahl, Gasgeben und Rollphasen wählt. Und für den Komfort des Fahrers bieten wir die MAN Driver App für sein Smartphone, die beispielsweise bei den Lenk- und Ruhezeiten, einer individuellen Fahrstilanalyse, aber auch bei der Parkplatzsuche unterstützt. Mit einer Scanfunktion kann er sich die Funktion von Schaltern und Tasten anzeigen lassen – ohne langwieriges Blättern in der Bedienungsanleitung. Und auch die Multimediafunktionen des Trucks kann er ganz einfach vom Smartphone aus steuern.

Kann die IAA im September ein Aufbruchssignal sein für eine Branche, die unter deutlich sinkender Nachfrage leidet?

Zunächst spürt die gesamte Branche in der Tat die seit vielen Monaten andauernde Investitionszurückhaltung der Kunden. Der schwachen konjunkturellen Entwicklung insbesondere in Deutschland kann sich auch die MAN nicht entziehen. In vielen Segmenten – wie beispielsweise der Baubranche – herrscht Flaute. Gleichzeitig nimmt das Durchschnittsalter der Flotten seit Jahren in Europa stetig zu. Wir sind jetzt schon bei über 14 Jahren. Das heißt, irgendwann muss investiert werden, um weiterhin wettbewerbsfähig Logistikleistungen anbieten zu können. Und wenn der Schalter wieder umgelegt wird, wollen wir für unsere Kunden da sein. Mit unserem neuen D30-Motor und dem „PowerLion“-Antriebsstrang haben wir unserer Meinung nach zur IAA eine maßgeschneiderte Lösung im Gepäck. Im Modelljahr 2025 ist bei unseren Trucks eine nochmals verbesserte Kraftstoffeffizienz von rund vier Prozent drin. Wir hoffen, dass wir damit bei unseren Kunden punkten können. Und ich persönlich hoffe auch, dass die IAA insgesamt Wachstumsimpulse setzen kann.

Was bringt MAN mit zur IAA?

Wir zeigen Besuchern und Besucherinnen die ganze Bandbreite unseres Portfolios. Neben unserem hocheffizienten neuen Dieselantrieb stehen die Zero-Emission-Technologien klar im Fokus. Gerade die E-Trucks gewinnen immer mehr an Schwung – vom Fernverkehr bis hin zu kommunalen Anwendungen. Dazu zeigen wir unser breites Angebot an Services und Dienstleistungen. Und wir werden noch eine weitere batterieelektrische Überraschung auf die IAA mitbringen und unser E-Portfolio im Truck-Segment nochmals deutlich verbreitern. Aber mehr kann ich noch nicht verraten. Ich freue mich schon sehr auf viele gute Gespräche mit unseren Kunden und Partnern in Hannover.

Über Alexander Vlaskamp

Alexander Vlaskamp ist seit November 2021 Vorstandsvorsitzender der MAN Truck & Bus SE. Zusätzlich ist er im Vorstand der Traton SE. Zuvor war der studierte Fahrzeugtechniker bei Scania tätig. Unter anderem war er Director Aftersales Deutschland-Österreich, Managing Director bei Scania Polska S. A. und Managing Director der Business Unit Germany Austria bei Scania Deutschland Österreich. Im Jahr 2017 wechselte er nach Schweden und übernahm die
Position des Senior Vice President, Sales and Marketing, Trucks.
Seine letzte Position vor MAN war ab 2020 die des Executive Vice
President, Head of Sales and Marketing.

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