Zulieferer Bosch: Der große Kahlschlag kommt erst noch

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Bis 2032 könnten bei Bosch über 12.000 Stellen wegfallen, davon 7.000 in Deutschland. CEO Stefan Hartung warnt vor strukturellen Verwerfungen – und stellt sich gegen das EU-Verbrenner-Aus.

Bosch-Chef Stefan Hartung kündigt weitere Sparmaßnahmen für den Konzern an. Vor allem die Zuliefersparte könnte es schwer treffen.(Bild:  Bosch)
Bosch-Chef Stefan Hartung kündigt weitere Sparmaßnahmen für den Konzern an. Vor allem die Zuliefersparte könnte es schwer treffen.
(Bild: Bosch)

Bosch-Chef Stefan Hartung stimmt die Belegschaft auf weitere Sparrunden ein. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag) sagte er: „Es wird weitere Sparprogramme geben – einfach deswegen, weil bis 2030 noch einmal eine große Verschiebung im Bereich des Antriebsmixes im Automobilbau auf uns zukommt.“ Dieser Wandel in den nächsten fünf bis sieben Jahren sei unvermeidlich, weil er struktureller Natur sei. Die Arbeitsplatzverluste könne er allerdings bisher nicht quantifizieren.

Die für Bosch untypisch heftigen Proteste der Arbeitnehmervertretung gegen die Abbau-Pläne stoßen bei Hartung auf Verständnis. „Richtig ist, dass wir die Sozialpartnerschaft bei Bosch bislang noch nie mit einem solchen Stellenabbau belasten mussten“, sagte Hartung. Es sei klar, dass man keinen Jubel der Arbeitnehmer erwarten dürfe, wenn man einen Stellenabbau plane. Aber damit müsse man leben, entscheidend sei, dass man sich am Ende zusammensetze und einen Weg finde.

Seit gut einem Jahr kündigt der Mischkonzern immer wieder an, Stellen zu streichen. Bis Ende 2032 könnten bei Bosch weltweit mehr als 12.000 Jobs wegfallen. In Deutschland sind gut 7.000 Stellen betroffen. Der Großteil davon entfällt auf die Zuliefersparte. Aber auch in anderen Bereichen wie der Werkzeugsparte sollen Stellen gestrichen werden. An mehreren deutschen Bosch-Standorten gab es zuletzt Proteste gegen die Abbaupläne.

Gegen Verbrenner-Aus in der EU im Jahr 2035

Hartung wendet sich gegen ein Verbot von konventionellen Verbrennungsmotoren im Jahr 2035 und fordert eine grundlegende Neuausrichtung der europäischen Abgas-Regeln für Autos. „Ich bin für eine Revision der gesamten Regulierung. Ein hartes Verbot von Verbrennern im Jahr 2035 wird auf der Konsumentenseite große Verwerfungen nach sich ziehen.“

Der Bosch-Chef plädiert für einen anderen Umgang mit den EU-Flottengrenzwerten: „Es ist gefährlich, wenn wegen der Flottengrenzwerte Automobilhersteller in Europa Strafen zahlen müssen, während an anderer Stelle in der Welt Hersteller Subventionen erhalten. Das ist eine Gefahr für die europäische Automobilindustrie.“

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