Automatisiertes Fahren

Continental entwickelt 3D-Umfelderfassung

| Redakteur: Thomas Günnel

Continental entwikelt die nächste Stufe des so genannten Umfeldmodells, bei dem Sensoren die Umgebung um das Fahrzeug dreidimensional erfassen.
Continental entwikelt die nächste Stufe des so genannten Umfeldmodells, bei dem Sensoren die Umgebung um das Fahrzeug dreidimensional erfassen. (Bild: Continental)

Continental arbeitet an der nächsten Generation des so genannten Umfeldmodells. Es liefert eine detailgetreue und nahtlose 360-Grad-Darstellung der gesamten Fahrzeugumgebung.

Eine Grundvoraussetzung für hochentwickelte Fahrerassistenzfunktionen und automatisiertes Fahren ist eine zuverlässige Wahrnehmung der Fahrzeugumgebung und dessen präzise Bewertung. Continental arbeitet an der nächsten Generation des Umfeldmodells, das eine detailgetreue und nahtlose 360-Grad-Darstellung der gesamten Fahrzeugumgebung liefert. „Um diese Informationen zu sammeln, sind diverse Sensoren wie Radar, Kamera und Surround View-Systeme erforderlich. Ziel ist es, ein dem Menschen gleichwertiges oder besseres Verständnis des Fahrzeugumfeldes zu erreichen.“, sagt Karl Haupt, Leiter des Geschäftsbereichs Fahrerassistenzsysteme bei Continental Jeder Umfeldsensor stößt dabei bei manchen Anwendungen an seine jeweiligen physikalischen Grenzen. Neben zusätzlichen Informationen, wie aus dem Backend, sind weitere Sensoren für eine höhere Zuverlässigkeit und größere Robustheit und für weitere Redundanz notwendig.

Umfeld dreidimensional erfassen

„Wir arbeiten deshalb an einem „High Resolution 3D Flash LIDAR“, der den Anforderungen an die Umfelderfassung gerecht wird. Der Sensor bietet eine 3D-Umfelderfassung in Echtzeit und das ohne mechanisch bewegte Komponenten“, erläutert Haupt. Der neue Sensor soll ein detaillierteres Bild der Umgebung liefern – zu jeder Tageszeit, auch bei widrigen Wetterverhältnissen und in bis zu 200 Metern Entfernung. Die Verarbeitung der einzelnen Sensordaten erfolgt entweder im Sensor selbst oder in einem zentralen Steuergerät, das die unterschiedlichen Daten sammelt, um die Fahrzeugumgebung in einem Umfeldmodell hochgenau abbilden zu können. Der Start der Serienproduktion des Sensors ist für das Jahr 2020 vorgesehen.

Je mehr Informationen verarbeitet und analysiert werden müssen, desto mehr Rechenleistung und somit leistungsfähigere Steuergeräte als heute sind für die Erstellung des Umfeldmodells erforderlich. Das Umfeldmodell ist dabei als eine Software-Zwischenschicht zwischen den einzelnen Sensoren und den unterschiedlichen Anwendungen zu verstehen. Sie enthält Datenfusionsalgorithmen für eine höhere Genauigkeit, Zuverlässigkeit und für einen erweiterten Sichtbereich einzelner Sensoren. Eine zentrale Stelle, um die gesammelten Informationen auszuwerten und zu interpretieren, ist die „Assisted & Automated Driving Control Unit“, in der das Umfeldmodell mehr als fünfzigmal pro Sekunde erstellt wird. Das Steuergerät wiederum ist ein Zentralrechner-Verbund aus mehreren heterogenen Recheneinheiten.

Die Technik des Sensors

Verglichen mit heute oft eingesetzten Scanner-Komponenten besteht der Sensor aus zwei Schlüsselkomponenten: einem Pulslaser als Sendequelle – wie der Blitz einer Fotokamera – der die Fahrzeugumgebung in einer Entfernung bis über 200 Metern abtastet, und einem hoch integrierten Empfangschip. Dieser ähnelt dem Sensorchip einer Digitalkamera, kann aber pro Pixel die Pulslaufzeit von mehreren reflektierten Lichtsignalen erfassen – diese entspricht der Entfernung zu Objekten. „Ein komplettes 3D-Modell der Fahrzeugumgebung von bis zu über 200 Meter und auf wenige Zentimeter genau wird auf diese Weise innerhalb von 1,32 Mikrosekunden und dreißigmal jede Sekunde erstellt. Zudem wird die Entfernung zu einzelnen Objekten genau erkannt“, erläutert Arnaud Lagandré, Leiter des Geschäftsbereichs „High Resolution 3D Flash LIDAR“. „Aufgrund der geringen Komplexität und damit guten Industrialisierbarkeit lassen sich mehrere Sensoren rings um das Fahrzeug realisieren, um in Echtzeit komplette 360-Grad-Abbildungen der Umgebung zu erzeugen.“ Bis zum Jahr 2019 will der Zulieferer eine skalierbare Produktfamilie für assistiertes und automatisiertes Fahren mit höchsten Sicherheitsanforderungen (ASIL D) anbieten.

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