Lightweighting Summit Leichtbau als Treiber für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit

Von Claus-Peter Köth 3 min Lesedauer

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Am 1. April findet auf der Hannover Messe der 6. Lightweighting Summit des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz statt. Die Erwartungen an den Leichtbau sind höher denn je.

Auch 2025 gibt es auf der Hannover Messe einen Lightweighting Summit: Hochrangige Experten aus Wirtschaft, Politik und Forschung teilen ihre Perspektiven und präsentieren aktuelle Projekte.(Bild:  bundesfoto/Herwig Fotografie)
Auch 2025 gibt es auf der Hannover Messe einen Lightweighting Summit: Hochrangige Experten aus Wirtschaft, Politik und Forschung teilen ihre Perspektiven und präsentieren aktuelle Projekte.
(Bild: bundesfoto/Herwig Fotografie)

Die ökonomische Bedeutung des Leichtbaus in Deutschland ist deutlich größer als bislang angenommen, das CO2-Einsparpotenzial ist groß. Leichtbau zielt darauf ab, das Gewicht von Bauteilen und Produkten zu reduzieren, Material und Energie einzusparen sowie die Kreislauffähigkeit zu erhöhen – bei gleichbleibender oder verbesserter Funktionalität. Die Schlüsseltechnik ist ein Innovationstreiber in vielen Branchen und trägt maßgeblich zur nachhaltigen Transformation der Industrie bei. Leichtbau ist omnipräsent.

Doch das bringt auch einen Nachteil mit sich: Die ökonomischen Kennziffern verteilen sich sektorübergreifend auf sehr viele Branchen. Deshalb wird die volkswirtschaftliche und regionalwirtschaftliche Bedeutung des Leichtbaus als dynamischer und schnell wachsender Sektor bislang statistisch nicht abgebildet und häufig unterschätzt.

Satellitenkonto schafft Transparenz

Um diesbezüglich mehr Transparenz zu schaffen, hat die Econmove GmbH in ihrer Studie „Die ökonomische Bedeutung des Leichtbaus in Deutschland“ ein sogenanntes Satellitenkonto genutzt. Dazu wurde eine vierstufige Definition erstellt, analog zu den Leichtbau-Satellitenkonten in Österreich und Schweden. Mittels Input-Output-Analyse können damit nicht nur die direkten Effekte des Leichtbaus auf Bruttowertschöpfung und Beschäftigung berechnet werden, sondern auch die Auswirkungen in der vor- (indirekte Effekte) und nachgelagerten (induzierte Effekte) Wertschöpfungskette. Auftraggeber der Studie war das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, kurz BMWK.

Die Ergebnisse lassen aufhorchen: Die direkten Wertschöpfungsbeiträge des Leichtbaus – sprich alle leichtbaurelevanten Güter und Dienstleistungen – liegen demnach bei 124 Milliarden Euro und damit bei knapp vier Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung. Inklusive der Effekte in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette erhöht sich der Wert auf knapp 245 Milliarden Euro. Mehr als 1,3 Millionen Arbeitsplätze können durch Leichtbau gesichert oder geschaffen werden. „Leichtbau ist jedoch deutlich wertschöpfungsintensiver als beschäftigungsintensiv“, sagt Studienautorin Anna Kleissner, Geschäftsführerin der Econmove GmbH. Mit jedem Arbeitsplatz in leichtbaurelevanten Branchen könne man 1,4 bis 1,66 weitere Arbeitsplätze in anderen Branchen schaffen. Somit erhöhe sich der gesamte Beschäftigungseffekt, der nahezu alle Wirtschaftssektoren tangiert, auf fast 3,2 Millionen Jobs.

Leichtbau bleibt Schlüsseltechnik

Die Automobilindustrie ist mit 30 Milliarden Euro leichtbaurelevanter Wertschöpfung einer der Top-Anwendungsbereiche für den Leichtbau. Demgegenüber liegt der Maschinenbau hierzulande mit elf Milliarden Euro Wertschöpfung bereits deutlich abgeschlagen auf Platz zwei. Generell könnten Investitionen in den Leichtbau die Abhängigkeit von anderen Ländern reduzieren. „Weniger Ressourcen, weniger Import-Abhängigkeit, mehr Nachhaltigkeit: Die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell und mit welcher Ausprägung Leichtbau zum Einsatz kommen wird“, ist Kleissner überzeugt. Der Leichtbau werde in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine Schlüsseltechnik bleiben, so Kleissner.

Das größte Wachstumspotenzial sieht sie im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit. Wichtig dabei sei, dass die heimischen Wertschöpfungsnetzwerke und Cluster gut funktionieren. Die Schlüsselsektoren zögen andere Sektoren mit. Aber das gelte in beide Richtungen. Deshalb wirbt Kleissner für gezielte (europäische) Förderprojekte, anstatt einzelner Initiativen und einer Verteilung von Finanzmitteln nach dem Gießkannenprinzip.

6. Lightweighting Summit

Der Lightweighting Summit 2025 startet am 1. April um 14:30 Uhr auf der Hannover Messe in der Halle 19/20, Saal „Maple Leaf“. Die Begrüßung übernehmen Jochen Köckler, CEO Deutsche Messe AG, und Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz. Es folgen ein Impulsvortrag von Tim-Oliver Müller vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, und drei Projekthighlights von der Photon Laser Manufacturing GmbH, der Ed. Züblin AG sowie von Audi aus dem Technologietransfer-Programm Leichtbau (TTP LB). Danach erklärt Daniel Böttger, Bereichsleiter Entwicklung Gesamtfahrzeug, den Stellenwert des Leichtbaus im Hause BMW und dessen Rolle als Treiber für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

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Die anschließende Paneldiskussion eröffnet Anna Kleissner mit einem Impulsvortrag. Den Fragen der Moderatoren Christine Koblmiller und Claus-Peter Köth stellen sich Jürgen Kerner, IG Metall, Isabell Gradert, Airbus Operations, Michael Heußen, HAI Group, Anna Buling, Eloxalwerk, Johannes Wölper, Otto Bock. Das Schlusswort hat die Bremer Staatsrätin Maike Frese. Die Teilnahme am Summit ist kostenlos. Weitere Informationen und die Anmeldung gibt es hier.

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