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Connectivity

Alcatel-Lucent: „Wir müssen das Automobil zum digitalen Marktplatz machen“

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Firmen zum Thema

ITK-Industrie als Vorbild

Und was kann die Automobilindustrie von der ITK-Industrie und damit auch von Unternehmen wie Alcatel-Lucent lernen?

Heute spricht man stark über Connectivity, also die Vernetzung des Automobils mit dem Internet über den Mobilfunk. Doch es entsteht gerade auch ein Bewusstsein dafür, dass diese Datenverbindung sicher sein muss und dass man Software-Plattformen in der Cloud benötigt, um Daten auszuwerten und neue Geschäftsanwendungen zu ermöglichen. Deshalb erhalten wir sehr positive Feedbacks zu unseren Lösungen. Was wir in Deutschland brauchen ist eine Partnerschaft zwischen Automobilherstellern, Zulieferern, der ITK-Branche und Netzbetreibern. Dann haben wir eine Ende-zu-Ende-Betrachtung von vernetzten Fahrzeugen.

Sie hatten vor einigen Wochen Ihren ersten Auftritt auf der IAA. Wie war die Resonanz?

Die Resonanz war sehr gut. Sie zeigt mir, dass wir mit dem was wir anbieten, einen Nerv treffen.

Die Netzabdeckung ist in Deutschland im globalen Vergleich noch ein Knackpunkt. Spüren Sie einen erhöhten Druck von Seiten der Industrie hier nachzuschärfen?

Die Netzabdeckung in Deutschland ist ein Schlüssel für Wirtschaftswachstum. Wir sind in puncto Bandbreiten noch nicht gut genug, sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz. Die Bundesregierung hat jetzt Fördergelder in Höhe von 2,7 Milliarden Euro für den Breitbandausbau zugesagt. Es ist klar, dass wir ohne eine entsprechende digitale Infrastruktur einen Wachstumshemmer haben werden, der auch die Chancen durch das vernetzte Automobil beeinträchtigen würde.

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Zur Person

Wilhelm Dresselhaus, 56, begann seine berufliche Laufbahn 1986 bei IBM im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Böblingen und Hannover. Von 1994 an bekleidete der Diplom-Ingenieur für das Unternehmen von Frankfurt aus verschiedene Führungspositionen, in denen er die Entwicklung und Systemintegration von Informations- und Applikationssystemen für die Medien- und die Telekommunikationsbranche verantwortete. Von 2001 bis 2009 übernahm Wilhelm Dresselhaus weitere Führungsaufgaben als Partner im Business Consulting Services für den Communication Sektor und im Application Management Business. Anschließend wurde er Managing Director Integrated Account Deutsche Telekom. Im Februar 2012 wechselte Wilhelm Dresselhaus zum Telekommunikationsausrüster Alcatel-Lucent. Er übt seitdem die Ämter des Vorstandsvorsitzenden der Alcatel-Lucent Deutschland AG und des Vorsitzenden der Geschäftsführung der Alcatel-Lucent Holding GmbH aus. Wilhelm Dresselhaus verantwortet das weltweite Geschäft mit dem Großkunden Deutsche Telekom. Gleichzeitig ist er für die Region DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) zuständig.

Sie entwickeln die neue 5G-Technologie. Wie weit sind Sie und was bedeutet diese Entwicklung für das autonome Fahren?

Das autonome Fahren wird es erst mit der fünften Mobilfunkgeneration geben. Die Standardisierung wird Ende des Jahres beginnen. Alcatel Lucent wird daran mitarbeiten. Wir brauchen die Automobilhersteller in diesem Prozess, damit sie ihrer Anforderungen in die Standardisierung mit einbringen. Es gibt viel Druck von der produzierenden Industrie, 5G auszurollen. Das Jahr 2020 scheint mir ein realistisches Ziel.

Gibt es Bereiche in denen Sie noch Fähigkeiten hinzugewinnen wollen? Sind dafür auch Zukäufe angedacht?

Wir streben eine Fusion mit Nokia im 1. Halbjahr 2016 an. Das wird die Innovationskraft der beiden Unternehmen weiter stärken – und bietet hat aber Vorteile auch für die Automobilindustrie. Wenn es zum Zusammenschluß kommt, steht das gemeinsame Unternehmen für 4,7 Milliarden Euro Investitionen in Forschung & Entwicklung, auf Basis der Jahresabschlüsse von 2014. 5G wird ein Entwicklungsschwerpunkt sein. Auch die Virtualisierung von Netzfunktionen und Software-Defined Networking, also die Programmierbarkeit von Netzen, sind aus meiner Sicht wichtige Zukunftsthemen.

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Über den Autor

 Christian Otto

Christian Otto

stellvertretender Chefredakteur, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE