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ITK-Industrie als Vorbild
Und was kann die Automobilindustrie von der ITK-Industrie und damit auch von Unternehmen wie Alcatel-Lucent lernen?
Heute spricht man stark über Connectivity, also die Vernetzung des Automobils mit dem Internet über den Mobilfunk. Doch es entsteht gerade auch ein Bewusstsein dafür, dass diese Datenverbindung sicher sein muss und dass man Software-Plattformen in der Cloud benötigt, um Daten auszuwerten und neue Geschäftsanwendungen zu ermöglichen. Deshalb erhalten wir sehr positive Feedbacks zu unseren Lösungen. Was wir in Deutschland brauchen ist eine Partnerschaft zwischen Automobilherstellern, Zulieferern, der ITK-Branche und Netzbetreibern. Dann haben wir eine Ende-zu-Ende-Betrachtung von vernetzten Fahrzeugen.
Sie hatten vor einigen Wochen Ihren ersten Auftritt auf der IAA. Wie war die Resonanz?
Die Resonanz war sehr gut. Sie zeigt mir, dass wir mit dem was wir anbieten, einen Nerv treffen.
Die Netzabdeckung ist in Deutschland im globalen Vergleich noch ein Knackpunkt. Spüren Sie einen erhöhten Druck von Seiten der Industrie hier nachzuschärfen?
Die Netzabdeckung in Deutschland ist ein Schlüssel für Wirtschaftswachstum. Wir sind in puncto Bandbreiten noch nicht gut genug, sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz. Die Bundesregierung hat jetzt Fördergelder in Höhe von 2,7 Milliarden Euro für den Breitbandausbau zugesagt. Es ist klar, dass wir ohne eine entsprechende digitale Infrastruktur einen Wachstumshemmer haben werden, der auch die Chancen durch das vernetzte Automobil beeinträchtigen würde.
Sie entwickeln die neue 5G-Technologie. Wie weit sind Sie und was bedeutet diese Entwicklung für das autonome Fahren?
Das autonome Fahren wird es erst mit der fünften Mobilfunkgeneration geben. Die Standardisierung wird Ende des Jahres beginnen. Alcatel Lucent wird daran mitarbeiten. Wir brauchen die Automobilhersteller in diesem Prozess, damit sie ihrer Anforderungen in die Standardisierung mit einbringen. Es gibt viel Druck von der produzierenden Industrie, 5G auszurollen. Das Jahr 2020 scheint mir ein realistisches Ziel.
Gibt es Bereiche in denen Sie noch Fähigkeiten hinzugewinnen wollen? Sind dafür auch Zukäufe angedacht?
Wir streben eine Fusion mit Nokia im 1. Halbjahr 2016 an. Das wird die Innovationskraft der beiden Unternehmen weiter stärken – und bietet hat aber Vorteile auch für die Automobilindustrie. Wenn es zum Zusammenschluß kommt, steht das gemeinsame Unternehmen für 4,7 Milliarden Euro Investitionen in Forschung & Entwicklung, auf Basis der Jahresabschlüsse von 2014. 5G wird ein Entwicklungsschwerpunkt sein. Auch die Virtualisierung von Netzfunktionen und Software-Defined Networking, also die Programmierbarkeit von Netzen, sind aus meiner Sicht wichtige Zukunftsthemen.
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