Fahrbericht Alfa Romeo überarbeitet Limousine Giulia

Quelle: sp-x Lesedauer: 3 min |

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Derzeit haben die zum Stellantis-Konzern gehörenden Italiener nur drei Modelle im Angebot: Die beiden SUVs Tonale und Stelvio und die Limousine Giulia. Letztere wurde zum zweiten Mal überarbeitet.

Die klassischen Proportionen, der klare Stil und die sportlichen Akzente überzeugen bei der Alfa Romeo Giulia wie am ersten Tag.
Die klassischen Proportionen, der klare Stil und die sportlichen Akzente überzeugen bei der Alfa Romeo Giulia wie am ersten Tag.
(Bild: Alfa Romeo/Stellantis)

Im Zuge der SUV-Welle und der vielen neuen Elektroautos verliert die früher so wichtige Mittelklasse ständig an Bedeutung. Trotzdem gehören VW Passat, Audi A4, BMW 3er oder Mercedes C-Klasse in Deutschland immer noch zum alltäglichen Straßenbild – wenn auch überwiegend in den jeweiligen Kombi-Versionen. Wer lieber auf die klassische Limousine setzt und es noch dazu ziemlich exklusiv haben will, dem empfiehlt sich ein Blick auf die Alfa Giulia.

Der seit Mitte 2016 angebotene, 2020 facegeliftete und zum Modelljahr 2023 jetzt nochmals leicht überarbeitete Italiener ist auf deutschen Straßen äußerst selten anzutreffen. Gerade mal rund 9.000 Einheiten wurden in knapp sieben Jahren bislang zugelassen.

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Dass die Giulia schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sieht man ihr nicht an. Die klassischen Proportionen, der klare Stil und die sportlichen Akzente überzeugen wie am ersten Tag. Der lange Radstand und die kurzen Überhänge unterstützen jene zeitlose Eleganz, die der Viertürer aus allen Poren ausstrahlt.

Giulia kommt mit technischen Veränderungen

Zum neuen Modelljahr hat Alfa Romeo die bisherigen Basismotorisierungen, den Zwei-Liter-Turbobenziner mit 200 PS und den 2,2-Liter-Diesel mit 190 PS, aus dem Programm genommen. Im Angebot bleiben der etwas rau arbeitende, trotz nominell 210 PS nicht besonders sportliche, stärkere Diesel; das allerdings erst im Sommer in der überarbeiteten Version kommende Spitzenmodell 2.9 Quadrifoglio mit V6-Motor und 510 PS sowie der Zwei-Liter-Turbobenziner mit 206 kW/280 PS. Aus unserer Sicht bietet dieser den besten Kompromiss aus Dynamik und Bezahlbarkeit: Den 2.0 Turbo 16V, serienmäßig mit Allradantrieb und Achtgang-ZF-Automatik ausgestattet, gibt es ab 54.250 Euro.

Zum Modelljahreswechsel nahm Alfa nur wenige, aber sinnvolle Veränderungen vor. So gibt es jetzt endlich eine volldigitale Instrumentenanzeige mit einem 12,3-Zoll-Monitor und die überarbeitete Scheinwerfer-Einheit mit LED-Matrix-Licht hat nun drei, an die Tradition anderer Alfa-Modelle erinnernde Leuchtmodule sowie veränderte, in einem besonders satten Rot verglaste Rückleuchten. Neu für die Giulia ist zudem eine auf Blockchain-Technik (NFT – Non-Fungible Token) beruhende und damit fälschungssichere Servicehistorie.

Größte Stärken sind Lenkpräzision und Spurtreue

Letztlich sind dies aber eben nur kleine Verbesserungen beziehungsweise Veränderungen. Im Mittelpunkt steht bei einer Giulia neben ihrem Design vor allem der Antrieb. Der Reihenvierzylinder ist zwar kein Ausbund an Sportlichkeit, überzeugt aber mit Drehfreude und ermöglicht gute Fahrleistungen. Die größten Stärken des Fahrzeugs sind seine hohe Lenkpräzision und die Spurtreue, gefördert durch eine ideale, hälftige Verteilung der 1,6 Tonnen Leergewicht auf beide Achsen sowie den serienmäßigen Allradantrieb.

Im Normallfall werden 100 Prozent des Drehmoments an die Hinterachse geleitet: Droht an den dortigen Reifen ein Haftungsverlust, können bis zu 50 Prozent des Antriebsmoments nach vorne übertragen werden. Mit anderen Worten: Kurvige Landstraßen oder gar enge Kehren werden mit der Limousine zur reinen Freude. Zumal die Achtgang-Automatik von ZF uns aufmerksam begleitet und fast immer die richtige Gangwahl trifft.

Da können wir es auch verschmerzen, dass man der Giulia ihr Alter bei genauem Hinsehen dann doch manchmal anmerkt. So ist das Infotainment sicher nicht auf dem neuesten Stand – der 8,8-Zoll-Bildschirm wirkt in einer Premium-Limousine sogar etwas mickrig und ein Head-up-Display erhält man selbst gegen Aufpreis nicht.

Ab rund 54.000 Euro erhältlich

Dabei sind die Listenpreise durchaus selbstbewusst: Für die Version „Sprint“ ruft Alfa 54.250 Euro auf, mit jeweils etwas besserer Ausstattung geht es über „Ti“ (56.750 Euro), Veloce (59.250 Euro) bis hin zum „Competizione“, für den locker 63.250 Euro fällig werden. Je nach Version kann man den Endpreis durch verschiedene Pakete und Einzeloptionen um einige weitere tausend Euro nach oben treiben.

Das ist dann doch eine Menge Geld für eine zwar zeitlose, aber eben auch nicht mehr ganz taufrische Limousine. Doch die Erfahrung zeigt, dass der geneigte Alfa-Händler im Fall der Giulia doch gerne mal einen großzügigen Nachlass gibt. Was bei uns im Angesicht der schönen Italienerin dann doch vielleicht den Romeo wecken könnte.

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