Die Unternehmen Allkem und Livent fusionieren. Aus dem Zusammenschluss entsteht der drittgrößte Lithiumproduzent mit Fördermöglichkeiten auf zwei Kontinenten.
Mit dem Zusammenschluss von Allkem und Livent entsteht der weltweit drittgrößte Lithiumproduzent.
(Bild: Lilac Solutions)
Das australische Bergbauunternehmen Allkem und das US-amerikanische Lithiumchemieunternehmen Livent fusionieren. Das haben die Unternehmen am 10. Mai mitgeteilt. Nach der Zustimmung von Aufsichtsbehörden und Aktionären entsteht damit der drittgrößte Lithiumproduzent der Welt. Einen neuen Namen für das Unternehmen gibt es bislang nicht.
Livent ist ein Anbieter von Technologien zur Lithiumverarbeitung und verfügt über fast 80 Jahre Erfahrung in der Herstellung von Lithiumchemikalien für Energiespeicher „und andere Spezialanwendungen“. Allkem verfügt als Bergbauunternehmen über Fachwissen beim konventionellen Fördern von Lithium auf Solebasis, dem Hartgesteinsabbau und dem Verarbeiten des Rohstoffes.
Die Jahresproduktion soll 250.000 Tonnen Lithiumkarbonatäquivalent (LCE) betragen. Lithiumkarbonat ist das häufigste Lithiumsalz und oft Ausgangsmaterial für andere Lithium-Verbindungen. Die Lithiumproduktion wird deshalb in LCE angegeben, „lithium carbonate equivalent“. Den Umrechnungsfaktor von Lithiumcarbonat zu reinem Lithium beziffert der Bundesverband Geothermie auf 5,32.
Geringere Infrastruktur- und Technikkosten
Die Unternehmen erwarten von dem Zusammenschluss deutlich geringere Kosten. Die jährlichen Betriebskostensynergien schätzt Livent vor Steuern auf rund 125 Millionen US-Dollar. Das betrifft zum Beispiel die Anlagenoptimierung, die Logistik- und Beschaffung. Konkret: weniger doppelte Kosten, ein besseres Beschaffungs- und Standortmanagement und günstigere Transport- und Logistikprozesse an den Standorten Sal de Vida, Hombre Muerto und Québec .
Weitere 200 Millionen sollen mittels einmaliger Investitionskosten gespart werden. Diese umfassen die Konsolidierung gemeinsamer Infrastruktur, Bau und Beschaffung und komplementäre technische Arbeiten bei Hombre Muerto und Sal de Vida. Außerdem eine am gleichen Standort befindliche Spodumen-zu-Hydroxid-Anlage. Spodumen beschreibt ein Lithium-Mineral. Die Anlage verarbeitet die Spodumen-Ressourcen von Québec.
Weltweit drittgrößter Lithiumproduzent
Der größte Lithiumproduzent weltweit ist das amerikanische Unternehmen Albemarle, gefolgt vom chilenischen Konzern SQM. Nach Newco folgt das chinesische Unternehmen Ganfeng. Zusammengerechnet wird das neue Unternehmen basierend auf den Zahlen des Geschäftsjahres 2022 einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Das hat das Entwicklungsunternehmen Clean Tech Lithium errechnet.
Die Fusion von Allkem und Livent wird mittels eines reinen Aktientausches abgewickelt und hat ein Volumen von 10,6 Milliarden US-Dollar. Sie soll zum Ende des Kalenderjahres 2023 abgeschlossen sein. Allkem-Aktionäre werden dann etwa 56 Prozent am neuen Unternehmen halten, Livent-Aktionäre etwa 44 Prozent.
Lithiumförderung in Argentinien, Australien und Nordamerika
Laut Clean Tech Lithium wird das neue Unternehmen in den Salaren, sogenannten Salzpfannen, von Argentinien produzieren und aus den Hard-Rock-Lagerstätten in Australien Lithium fördern. Außerdem gibt es Entwicklungsprojekte in Nordamerika. Mit Blick auf den „Inflation Reduction Act“ ein echter Vorteil, beschreibt Clean Tech Lithium, „denn die vollen Prämien für Elektroautos gibt es in den USA nur, wenn der Großteil der verwendeten Materialien und den Rohstoffen aus den USA oder befreundeten Ländern mit einem Freihandelsvertrag stammt. Argentinien und Australien gehören nicht zu diesen Staaten.“
Für die Lithiumindustrie könnte der Zusammenschluss zu einem Startschuss für eine Reihe von Fusionen und Übernahmen werden, spekuliert Clean Tech Lithium. „Bisher standen vor allem Abnahmeverträge mit Autozulieferern und Batteriekonzernen im Blickpunkt der Investoren. Zudem zeigen immer mehr klassische Bergbaukonzerne Interesse an einem Einstieg in den Lithiumsektor, wie die Übernahme des Rincon-Projekts durch Rio Tinto gezeigt hat.“ Das Bergbauunternehmen hatte den Kauf des Lithium-Sole-Projekts in Chile im März 2022 abgeschlossen.
Stand: 08.12.2025
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