Podcast „Vielleicht führt der Humanoid das nächste Interview“

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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In der aktuellen Folge „Parallelstraße" spricht Karin Exner-Wöhrer, Geschäftsführerin der Salzburger Aluminium Group, über Lieferketten, Lohnstrukturen im deutschsprachigen Raum und regulatorische Hindernisse.

Karin Exner-Wöhrer ist Geschäftsführerin der Salzburger Aluminium Group.(Bild:  SAG; [M] Vogel Communications Group)
Karin Exner-Wöhrer ist Geschäftsführerin der Salzburger Aluminium Group.
(Bild: SAG; [M] Vogel Communications Group)

Die Salzburger Aluminium Group besteht seit rund 130 Jahren. Im Podcast spricht Geschäftsführerin Karin Exner-Wöhrer über Fertigungsverfahren und leichtere Bauteile. Das Unternehmen stellt unter anderem Kryotanks her, in denen flüssiger Wasserstoff für Nutzfahrzeuge lagert. Die klassische Pkw-Industrie spielt für SAG dagegen eine untergeordnete Rolle – stattdessen gibt es mehr Aufträge aus den Branchen Bahn und Verteidigung.

Energie und Lieferketten

Die Energiekrise trifft die Branche laut Karin Exner-Wöhrer vor allem über den Rohstoffpreis, da Aluminium überwiegend in energiereichen Regionen wie dem arabischen Raum oder Kanada produziert wird. SAG selbst nutzt Wasserkraft und Photovoltaik, um im Werk in den Niederlanden bis zu 40 Prozent des Energie-Eigenbedarfs zu decken.

Geopolitische Unsicherheiten wie die Straße von Hormus oder der Iran-Konflikt wirken sich vor allem indirekt über Kundenseite und Lieferketten aus – hier sieht Karin Exner-Wöhrer die Industrie durch Corona und die Blockade des Suez-Kanals aber inzwischen abgehärtet.

Recycling und Lohnstrukturen

Recyceltes Aluminium spart bis zu 95 Prozent Energie gegenüber Primärmaterial. Karin Exner-Wöhrer fordert deshalb schnellere Genehmigungsverfahren und einen „One-Stop-Shop" für Formalitäten zu Recyclinganlagen – aktuell bremse die Regulatorik den notwendigen Ausbau.

Deutlich kritisch äußert sie sich zu stark gestiegenen Lohn- und Gehaltskosten im deutschsprachigen Raum. Industrieunternehmen verlagern deshalb Neuinvestitionen ins Ausland. Als eine Antwort sieht SAG das Konzept „Factory of the Future" – inklusive erster Testläufe mit humanoiden Robotern für einfache Aufgaben wie das Sortieren.

Bis zum Jahr 2027 sollen sieben bis acht dieser Roboter in der österreichischen Fertigung arbeiten, perspektivisch in Nachtschichten. Einen möglichen Innovationsschub sieht Karin Exner-Wöhrer beim Blick auf drei große Märkte und deren Anforderungen.

In Indien sind möglichst einfache Produkte gewünscht, in Europa und im deutschsprachigen Raum stehen Ressourcenschonung und gestiegene Gehalts- und Lohnkosten im Mittelpunkt; und in den USA gibt es ähnliche Herausforderungen wegen Zöllen. Europa muss hier schnell reagieren – und darauf achten, dass die Regulatorik mitzieht.

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