Zölle Aluminium-Verband warnt vor Rohstoffmangel

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Der Verband Aluminium Deutschland warnt vor Rohstoffknappheit in Folge der US-Zölle auf den Werkstoff. Das gefährde unter anderem die Rohstoffsicherheit Europas.

Der Verband Aluminium Deutschland warnt vor Rohstoffknappheit in Folge der US-Zölle.(Bild:  BMW)
Der Verband Aluminium Deutschland warnt vor Rohstoffknappheit in Folge der US-Zölle.
(Bild: BMW)

Die deutsche Aluminiumindustrie warnt vor dramatischen Folgen der neu in Kraft getretenen US-Zölle auf Aluminium. Während Primäraluminium und aluminiumintensive Produkte mit einem hohen Zoll belegt werden, bleiben Aluminiumschrotte zollfrei – mit fatalen Folgen für den europäischen Markt. 
US-Unternehmen kaufen Schrotte zu Höchstpreisen an, was zu einer zunehmenden Verknappung bis hin zum Ausverkauf in Deutschland und Europa führt, teilt der Verband Aluminium Deutschland e.V. mit.

„Strukturen der Kreislaufwirtschaft werden zerstört“

„Die Bundesregierung muss sich in Brüssel für Exportzölle auf Aluminiumschrotte einsetzen, um den unkontrollierten Abfluss aufzuhalten und faire Wettbewerbsbedingungen für die deutschen Recyclingbetriebe zu sichern“ sagt Rob van Gils, Präsident des Verbands. „Ohne schnelles und entschlossenes Handeln der EU werden über Jahre geschaffene Strukturen der Kreislaufwirtschaft zerstört und Unternehmen aus dem Markt gedrängt.“ 
Unternehmen spüren den Engpass laut van Gils bereits. „Wenn wir nicht sofort handeln, verschärft sich die Schrottknappheit dramatisch. Das gefährdet nicht nur den Ausbau der Kreislaufwirtschaft, sondern untergräbt auch die Dekarbonisierungsziele und die Rohstoffsicherheit Europas.“

Mögliche Umlenkungseffekte aus Drittstaaten

Aus den deutschen Werken wurden laut des Verbands im Jahr 2024 hochgerechnet 51.000 Tonnen Aluminiumerzeugnisse an Kunden in den USA geliefert. Davon waren 15.000 Tonnen Walzprodukte, 12.000 Tonnen Strangpressprodukte und 24.000 Tonnen Aluminiumfolie. Das entspricht zwei Prozent der jährlichen Produktion in Deutschland.
In den letzten zehn Jahren haben die deutschen Aluminiumproduzenten laut des Verbands ihre Exporte in die USA mit minus 45 Prozent fast halbiert. „Auch wenn die exportierten Mengen aus Deutschland vergleichsweise gering sind, treffen die Maßnahmen unsere Unternehmen in einer ohnehin angespannten Lage. Genau achten müssen wir auch auf mögliche Umlenkungseffekte aus Drittstaaten in die Europäische Union. Diese hätten das Potenzial, den heimischen Unternehmen deutlich stärker zu schaden“, beschrieb Rob van Gils bereits im Februar.
Die Importkontingente für Aluminium, auf die sich unter anderem die EU und die USA Ende 2021 geeinigt hatten, sind beendet. Seit dem 12. März gelten Zölle in Höhe von 25 Prozent.

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