Ausstieg AMS Osram ändert Micro-LED-Strategie

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Zulieferer verliert überraschend seinen Hauptkunden für seine Micro-LED-Technik. Deshalb wird hier nun weniger investiert und etwa 500 Stellen abgebaut.

AMS Osram ändert die MicroLED-Strategie nach dem Verlust des Kunden für das Schlüsselprojekt grundlegend.(Bild:  AMS Osram)
AMS Osram ändert die MicroLED-Strategie nach dem Verlust des Kunden für das Schlüsselprojekt grundlegend.
(Bild: AMS Osram)

Für die Verantwortlichen von AMS Osram kam der Rückzug eines Großkunden aus dem Micro-LED-Projekt überraschend. Schließlich hatte das Unternehmen mit zahlreichen Ressourcen eine Fabrik im malaysischen Kulim errichtet sowie in Forschung und Entwicklung der Technik investiert. Im Rahmen der Bekanntgabe der Finanzzahlen des ersten Quartals gaben die Verantwortlichen des Zulieferers nun die angepasste Strategie für dieses Geschäftsfeld bekannt.

AMS Osram habe ein solides erstes Quartal hingelegt, dennoch müsse im Bereich der Micro-LEDs gespart werden. Die erste Konsequenz aus dem Verlust des Großkunden sind reduzierte Aktivitäten in der Entwicklung – sowohl in Malaysia als auch in Deutschland. Man plane, sich stattdessen auf eine kleine Kernentwicklung zu konzentrieren, die auf Anwendungen im Automobilbereich ausgelegt ist. Als Beispiel werden hochauflösende Frontscheinwerfer mit LED-Technik genannt. Das bedeutet, dass rund 500 Mitarbeiter weltweit von der angepassten Strategie betroffen sind.

Rückzug aus der Kulim-Fabrik

Ein Teil der durch die Umstrukturierungen betroffenen Angestellten soll im LED-Bereich beschäftigt werden. Wie mit dem anderen Teil der Mitarbeiterschaft im Micro-LED-Sektor umgegangen wird, haben die Verantwortlichen des Unternehmens nicht mitgeteilt.

Dazu sieht man die Entwicklungen im Bereich dieser noch nicht marktreifen Technik inzwischen wohl etwas nüchterner. So heißt es im Geschäftsbericht: „Das neue Marktbild legt auch nahe, dass die Eigenschaften fortschrittlicher, hochleistungsfähiger microLED-Displays in erster Linie zunächst in verschiedenen kleineren Anwendungen eine Rolle spielen werden, die langsamer und später als ursprünglich erwartet skalieren werden.“

Micro LED: Kann kurzfristig wieder hochgefahren werden

Immerhin zeigt man sich im Unternehmen positiv gestimmt, dass man die Bemühungen im Micro-LED-Bereich relativ kurzfristig wieder aufnehmen könne, sofern sich ein neuer Hauptkunde für eine Kooperation mit AMS Osram entscheiden sollte. Da im Nachgang der Absage des Großkunden Ende Februar 2024 Ausrüstungsaufträge storniert werden konnten, ließen sich zumindest auch Investitionsausgaben reduzieren.

Dennoch möchte AMS Osram aus dem Sale-and-Lease-Back-Vertrag für die Kulim-8-Zoll-Fabrik aussteigen. Man suche einen neuen Leasingnehmer, damit die mit dem Micro-LED-Projekt verbundenen Kosten reduziert werden können. Es sei zudem weiterhin geplant, die nicht zum Kerngeschäft von AMS Osram gehörenden Halbleiteraktivitäten zu veräußern.

(ID:50023266)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung