Verkehr Amsterdam: Tempo 30 auf fast allen Straßen

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Die niederländische Stadt Amsterdam hat ein innerstädtisches Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde auf fast allen Straßen umgesetzt. In Deutschland ist die Debatte darum offen.

Die Pyhton-Fußgänger-Brücke in Amsterdam. Die Stadt baut Fuß- und Radwege aus, auf fast allen Straßen der Stadt gilt ein Tempolimit von 30 km/h.(Bild:  Hexashots_Olivier Groot)
Die Pyhton-Fußgänger-Brücke in Amsterdam. Die Stadt baut Fuß- und Radwege aus, auf fast allen Straßen der Stadt gilt ein Tempolimit von 30 km/h.
(Bild: Hexashots_Olivier Groot)

In Amsterdam gilt seit dem 8. Dezember Tempo 30 auf den meisten Straßen. Es ist die erste Stadt der Niederlande, die die innerstädtische Höchstgeschwindigkeit in diesem Umfang reduziert. Die Verantwortlichen der Metropole gehen laut einer Mitteilung davon aus, dass die Maßnahme den Verkehrslärm halbieren wird. „Die Stadt wird ruhiger und angenehmer“, teilten die Behörden mit. Und: „Wir erwarten 20 bis 30 Prozent weniger Unfälle, wenn alle langsamer fahren.“

Das Tempolimit sei notwendig wegen des zunehmenden Gedränges in der Stadt, sagte die für Verkehr zuständige Beigeordnete, Melanie van der Horst der Nachrichtenagentur dpa. „Dadurch gibt es immer mehr gefährliche Situationen im Verkehr.“ Im vergangenen Jahr sind in der Stadt demnach rund 4.800 Verkehrsunfälle gemeldet worden, bei denen ein Krankenwagen gerufen worden war; 15 Menschen starben.

Tempo 30 auf 80 Prozent der Straßen

Die neue Höchstgeschwindigkeit gilt auf 80 Prozent der Straßen in Amsterdam. Auf großen Durchgangsstraßen bleibt das Limit bei 50 Stundenkilometern. Eine Ausnahme gilt für Stadtbusse, Straßenbahnen und Taxis – sofern es für sie eine extra Spur gibt. Wo genau Tempo 30 gilt, ist auf einer Karte der Stadt Amsterdam ersichtlich.

Neben Schildern die auf die 30er Begrenzung hinweisen, markiert Amsterdam Straßen mit einer erlaubten Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde mit farbigen Linien. Im Zentrum von Amsterdam hat die Stadt zudem Straßen für den Autoverkehr gesperrt und sie in Fuß- und Radzonen umgewidmet. Außerdem gibt es immer mehr „fietsstraten“, Fahrrad-Straßen, auf denen Radfahrer Vorrang haben.

Tempo 30 in anderen Ländern und Städten

Im Sommer 2021 hatte Paris Tempo 30 fast vollständig umgesetzt. In Brüssel sind 30 km/h seit Anfang 2021 gesetzt. In Helsinki gilt Tempo 30 seit dem Jahr 2019. Im österreichischen Graz gilt das Tempolimit 30 sogar bereits seit September 1992 auf 80 Prozent der Straßen.

In Deutschland engagiert sich unter anderem das Bündnis „Lebenswerte Städte und Gemeinden durch angepasste Geschwindigkeiten“ dafür, dass Kommunen die Geschwindigkeitsbegrenzung selber anordnen dürfen.

Bundestag und Bundesrat uneins über StVO-Novelle

Die Bundesregierung hatte im Juni dieses Jahres dem Entwurf eines neuen Straßenverkehrsgesetzes zugestimmt. Behörden hätten damit unter anderem mehr Befugnisse erhalten, um zum Beispiel Tempo 30 anordnen zu können. Im Bundesrat erhielten die beschlossenen Änderungen im November 2023 aber nicht die erforderliche Zustimmung. „Die StVO-Novelle kann daher vorerst nicht in Kraft treten“, teilte der Bundesrat mit.

Bundesregierung oder Bundestag können nun den Vermittlungsausschuss anrufen, um mit den Ländern über Kompromisse zum Straßenverkehrsgesetz zu verhandeln.

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