Neue Modelle Audi A5: Neue Dynamik für die Mittelklasse

Von Rudolf Huber/sp-x 4 min Lesedauer

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Audi hat den neuen A5 vorgestellt. Er löst den A4 ab. Vor allem im Innenraum hat sich viel getan – und das Modell wird als Plug-in-Hybrid verfügbar sein.

Frischer Auftritt: Der neue Audi A5, hier der Avant, rollt mit dynamisch-elegantem Design und aktueller Technik an.(Bild:  Audi)
Frischer Auftritt: Der neue Audi A5, hier der Avant, rollt mit dynamisch-elegantem Design und aktueller Technik an.
(Bild: Audi)

Die Anspannung bei den Design-, Technik- und Marketingverantwortlichen von Audi ist spürbar. Wie wird der neue Mittelklässler ankommen? Kann er die 30 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte des A4 weiterschreiben? Wie wichtig die Modellreihe ist, zeigt ein Blick ins Register des Kraftfahrt-Bundesamtes: Demnach wurden im ersten Halbjahr 2024 exakt 20.525 A4 neu zugelassen, deutlich mehr als von den Nächstplatzierten A3 (17.087) und Q3 (11.615).

Die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Führungsrolle sind jedenfalls gut. Denn zum einen schaut der Neuzugang ziemlich schick aus, und zwar als Limousine und als Kombi namens Avant. Und zum anderen steckt unter dem wohlgeformten Blech die frische Technik aus dem Konzernregal, etwa wie die neue Verbrenner-Plattform PPC, „Premium Platform Combustion“, nebst einiger interessanter Premieren.

Das Design des in Neckarsulm produzierten A5 wurde erkennbar, aber doch evolutionär weiterentwickelt. Der Auftritt wirkt frisch, souverän, dynamisch und elegant und verzichtet auf pubertäre Muskelspiele. Das Zusammenspiel der Proportionen von Motorhaube, Dachaufbau und Heckpartie soll laut Audi „Technologie sichtbar machen“. Dazu gehören der breite und flachere Singleframe, die dreidimensional modellierten Luftvorhänge, „Air Curtains“ sowie je nach Motorisierung unterschiedliche Endrohrblenden.

Dazu hat die in Deutschland traditionell im Schatten des Avant stehende Limousine eine echte Audi-Neuheit an Bord: Den Zugang zum leicht gewachsenen Kofferraum ermöglicht im A5 eine große Klappe wie bei Fließheck-Modellen. Gewachsen ist auch die Karosserie: Beide Versionen sind mit 4,83 Metern um 6,7 Zentimeter länger geworden, der Radstand beträgt 2,9 Meter.

Neuer Look im Innenraum

Das sorgt für reichlich Platz im Innenraum, wo sich der neue Look fortsetzt. Elegant geschwungene Linien betonen die Breite und rahmen die Frontpassagiere ein. Haptisch wie optisch angenehme Materialien treffen auf die schon im neuen Q6 E-Tron installierte „digitale Bühne“ mit dem geschwungenen Panoramadisplay aus 11,9-Zoll-Zentralinstrument und 14,4-Zoll-Touchscreen. Dazu kommt das als Extra angebotene, 10,9 Zoll große Display für den Beifahrer und auf Wunsch ein neues, konfigurierbares Head-up Display.

Dank der Koppelung an Chat GPT kommt Online-Wissen ins Fahrzeug. Die Serienausstattung wurde in Details erweitert, etwa um die Navigation, die elektrisch öffnende und schließende Kofferraumklappe oder die Telefonablage mit induktiver Ladefunktion. Wer mehr will, kann zwischen den Exterieur-Versionen Basis, Advanced und S Line wählen oder – das S-Modell wählen.

Dazu bietet Audi neben zahllosen Individualisierungsmöglichkeiten drei Pakete an: „Tech“ mit Voll-LED-Scheinwerfern, 3-Zonen-Klimaautomatik und Audi MMI plus, „Tech plus“ mit Matrix LED-Scheinwerfern, Beifahrerdisplay und Komfortpaket plus oder „Tech pro“ mit digitalen OLED-Heckleuchten, Lenkradheizung, Sitzheizung vorn und hinten und adaptiver Dämpferregelung. Dazu gibt es Räder in den Formaten von 17 bis 20 Zoll.

Lichttechnik für Verspielte

Die Beleuchtungs- und speziell die OLED-Technik hat Audi für den A5 kräftig ausgebaut. So lassen sich die digitalen Lichtsignaturen für die dreidimensional gezeichneten Scheinwerfer und Heckleuchten auf Wunsch per Griff zum Display ändern. Bei einer von acht Konfigurationen wird am Heck aus den 364 Segmenten mehrmals pro Sekunde ein neues Bild zusammengestellt. Das erzeugt einen ungewöhnlichen Kaleidoskop-Effekt – die Hinterherfahrenden werden staunen.

Die über die ganze Wagenbreite reichende Heckbeleuchtung verfügt über neue Sicherheitsfunktionen. Eine Annäherungserkennung war bisher schon möglich. So kann der nachfolgende Verkehr durch eingespielte Warndreiecke vor Gefahrensituationen gewarnt werden.

Zahlreiche Assistenzsysteme

Das Angebot an Assistenzsystemen wurde erweitert. Serienmäßig sind die Einparkhilfe hinten, der Spurverlassenswarner oder der Aufmerksamkeits- und Müdigkeitsassistent installiert. Optional gibt es den adaptiven Fahrassistenten plus. Dieser nutzt Schwarmdaten anderer Fahrzeuge, die in der Cloud berechnet werden. Weitere Optionen sind der aktive Frontassistent, der den Notbremsassistenten vorne, den Ausweich- und Abbiegeassistenten und den Querverkehrsassistenten umfasst. Außerdem nutzt der Fahrassistent die verkehrszeichenbasierte Geschwindigkeitsregelung.

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Audi macht kein Geheimnis daraus, dass der A5 im zweiten Schritt auch mit Plug-in-Antrieb zu haben sein wird. Zum Start gibt es neben einem konventionellen Zweiliter-TFSI-Aggregat mit wahlweise 110 kW/150 PS oder 150 kW/204 PS zwei neue Mildhybride. Einmal den ebenfalls 150 kW/205 PS starken Zweiliter-TDI mit 48-Volt-Bordnetz und Triebstranggenerator.

Letzterer trägt bis zu 18 kW/24 PS zum Antrieb bei und füllt den Akku im Heck beim Verzögern mit einer Leistung von bis zu 25 kW. Audi verspricht deutlich verkürzte Reaktionszeiten beim Anfahren und eine Spritersparnis von bis zu 0,74 l/100 km. Die Diesel-Verbrauchswerte laut WLTP-Norm: 4,7 - 5,6 l/100 km. Den stärkeren Zweiliter-Benziner und den TDI gibt es jeweils optional mit Allradantrieb.

Mild-Hybrid, Doppelkupplung und Torque Vectoring

Der Dritte im Bunde, der Dreiliter-V6 TFSI aus dem S5, kann bei den Verbrauchswerten bauartbedingt nicht mithalten. Allerdings soll bei ihm die neue MHEV-Technik ebenfalls zu erkennbar zurückhaltenderen Trinksitten führen. In Zahlen: Das Aggregat mit einer Leistung von 270 kW/367 PS schluckt laut Norm 7,4 - 7,9 l/100 km.

Die Kraft kommt jetzt wie bei den anderen Antrieben per Doppelkupplungsgetriebe an alle vier Räder. Serienmäßig sind ein Sportdifferenzial mit Torque Vectoring und eine regelbare Allradkupplung montiert. Das soll laut Hersteller für „Querdynamik auf höchstem Niveau“ sorgen.

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Was wird der Spaß kosten? Audi lässt sich noch nicht komplett in die Karten schauen. Der Bestellstart steht jedenfalls unmittelbar bevor. Die ersten Auslieferungen starten laut Plan im November. Der Limousinen-Einstiegspreis für den TFSI 110 kW/150 PS liegt bei 45.200 Euro. Bisher ging es bei 41.800 Euro los.

Dass die Baureihe jetzt auf den Namen der bisherigen Coupé-Version hört, hat übrigens mit einer Audi-internen Neustrukturierung zu tun. Künftig kennzeichnen die E-Autos gerade, die Verbrenner ungerade Zahlen. Die für viele Kunden verwirrenden Bezeichnungen wie 35, 40 oder 45 entfallen. Um welche Version der A5-Familie es sich handelt, steht nicht mehr am Heck, sondern an der B-Säule. (thg)

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