Mobilitätsstudie 2024  Das Auto als Statussymbol für junge Menschen 

Von Lina Demmel 3 min Lesedauer

Für mehr junge Menschen ist das Auto wieder ein Statussymbol. Zudem bevorzugen sie Fahrzeuge mit Hybridantrieb und großen Bildschirmen. Eine Mehrheit der Befragten sieht ein Tempolimit auf Autobahnen positiv.

Die Studie zeigt, dass nach wie vor Skepsis gegenüber reinen E-Autos besteht. Eine deutlich höhere Zustimmung gibt es bei Hybridfahrzeugen.(Bild: Continental)
Die Studie zeigt, dass nach wie vor Skepsis gegenüber reinen E-Autos besteht. Eine deutlich höhere Zustimmung gibt es bei Hybridfahrzeugen.
(Bild: Continental)

Viele jüngere Autofahrerinnen und -fahrer lassen eine emotionale Nähe zum Auto deutlich werden. Laut der neuen Continental Mobilitätsstudie sehen 54 Prozent der  18- bis 34-Jährigen das Auto als Statussymbol. Insbesondere in Großstädten lebende Personen zwischen 18 und 34 Jahren sehen das Auto als Prestigeobjekt. Diese Sicht auf das Auto wird begleitet von wachsenden Erwartungen. Für 51 Prozent der befragten 25- bis 34-Jährigen ist das Auto der Zukunft nicht nur ein sicheres Fortbewegungsmittel, sondern auch ein Rückzugsraum zum Entspannen und Arbeiten. Generell ist es für 84 Prozent der Autobesitzerinnen und -besitzer unabhängig vom Alter in Deutschland wichtig, ein Auto zu besitzen.

Besonders junge Menschen hierzulande begeistern sich für den technologischen Fortschritt im Auto und zeigen eine positive Einstellung zum hoch automatisierten und autonomen Fahren. Besonderen Anklang finden KI-Assistenten im Auto. Fast drei Viertel der Befragten zwischen 18 und 34 Jahren wünschen sich eine KI-Stimme als virtuellen Reisebegleiter. Die Resonanz auf neuartige Technologien fällt zwischen den Generationen und auch im Ländervergleich relativ unterschiedlich aus. 49 Prozent der Befragten in Deutschland haben eine positive Einstellung gegenüber dem automatisierten und autonomen Fahren. In China sehen es dagegen 90 Prozent als nützlichen Fortschritt. Große Displays finden überall mehrheitlich Anklang.

Hoher Zuspruch für Hybridfahrzeuge

Die Studie zeigt einen hohen Zuspruch für den Hybridantrieb. In Deutschland können sich 48 Prozent der Befragten ohne E- oder Hybridauto vorstellen, als nächstes ein Fahrzeug mit der Kombination aus Verbrenner- und Elektromotor zu kaufen. Außerdem äußern 43 Prozent der Befragten, die derzeit ein Hybridfahrzeug nutzen, dass ihr nächstes Auto mit Sicherheit ein reines Elektroauto sein wird. Continental sieht darin eine Chance, dass Hybridautos das Vertrauen vieler Menschen in die E-Mobilität stärken und eventuell vorhandene Hemmschwellen gegenüber Autos mit reinem Elektroantrieb abbauen. 

Durch die Studie wird deutlich, dass die Wende zur Elektromobilität in Deutschland unter Druck steht und der Absatz von reinem E-Autos stockt. Nur drei Prozent der Befragten  in Deutschland fahren einen reinen Stromer, 91 Prozent fahren einen Verbrenner. Potenzial für einen höheren Absatz von E-Autos findet sich bei den 18 bis 34 Jährigen. Hier halten es rund zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten für sicher oder wahrscheinlich, dass ihr nächster Pkw ein reines Elektroauto sein wird. 

Nachhaltige oder bezahlbare Mobilität

Zwei Drittel der Befragten in Deutschland knüpfen die Anschaffung eines E-Autos an eine staatliche Förderung. Continental sieht darin einen Ausdruck der Bedenken, nachhaltige individuelle Mobilität nicht aus eigener Kraft finanzieren zu können. 71 Prozent der Befragten sorgen sich grundsätzlich, dass aufgrund steigender Energiepreise die Mobilität nicht mehr erschwinglich ist. 80 Prozent meinen, dass die Politik die Rahmenbedingungen dafür schaffen muss, dass Autofahren bezahlbar bleibt. 

Gleichzeitig soll mehr Nachhaltigkeit beim Autofahren so kostenneutral wie möglich erreicht werden. Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Befragten sind der Meinung, dass die Kosten für umweltfreundliche Autos sinken müssen. Dafür würden 62 Prozent beispielsweise auch ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen akzeptieren. Weniger preissensitiv sind jüngere Befragte. Sie sind eher bereit, Aufpreise für umweltfreundliche Autos zu zahlen, insbesondere wenn diese in Produktion und Betrieb vollständig klimaneutral sind. 

Der steigende Nachhaltigkeitsgedanke zeigt sich auch in der Haltung von Autobesitzernn zu Reifen. 44 Prozent sind bereit, einen Aufpreis für Reifen mit höherem Anteil nachwachsender und nachhaltigerer Materialien zu bezahlen. Jüngere Menschen (61 Prozent der 25- bis 34-Jährigen) machen sich beim Reifenkauf mehr Gedanken darüber, was mit ihren Reifen am Ende der Lebensdauer passiert.

Die Studie

Für die „Continental-Mobilitätsstudie 2024“ hat das Markt- und Sozialforschungsinstitut Infas im August 2024 insgesamt rund 5.000 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland, China, Frankreich, Japan und den USA  befragt. In den einzelnen Ländern ist die jeweilige Stichprobe bevölkerungsrepräsentativ, für China repräsentativ für die urbane Bevölkerung. 

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