Autonomes Fahren Erste Fahrgäste in selbstfahrenden Autos

Aktualisiert am 08.10.2025 Von Thomas Günnel 3 min Lesedauer

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Seit Mai fahren zum ersten Mal in Deutschland Passagiere in einem Shuttle nach Level 4 automatisiert im Straßenverkehr. Die Fahrten buchen sie per App. Inzwischen gibt es erste Bewertungen.

Im Projekt „KIRA“ können Fahrgäste erstmals in Deutschland nach Level 4 im Straßenverkehr fahren.(Bild:  Deutsche Bahn AG/Oliver Lang)
Im Projekt „KIRA“ können Fahrgäste erstmals in Deutschland nach Level 4 im Straßenverkehr fahren.
(Bild: Deutsche Bahn AG/Oliver Lang)

Das Pionierprojekt „KIRA“ für autonomen öffentlichen Personennahverkehr ist zum ersten Mal mit Fahrgästen unterwegs. Kundinnen und Kunden können die Shuttles in der Stadt Langen und in der Gemeinde Egelsbach im Kreis Offenbach ab sofort buchen und nutzen. Sie müssen dafür als Testnutzer registriert sein und benötigen die projekteigene App. In der zweiten Jahreshälfte soll dies auch in Teilen von Darmstadt möglich sein.

Bis zu 130 km/h – und mit Sicherheitsfahrer

Die sechs Fahrzeuge sind in den Betriebsgebieten der regionalen Projektpartner „HEAG mobilo“ und Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach unterwegs. Sie fahren im laufenden Straßenverkehr mit bis zu 130 Stundenkilometern. Dabei liegt die Entscheidung über alle Fahrmanöver beim Fahrzeug. Während des Erprobungsbetriebs im Projekt ist immer ein Sicherheitsfahrer an Bord. Die Fahrmanöver der Fahrzeuge überwachen Menschen in einer Leitstelle.

Kira ist in Deutschland das erste Projekt, in dem autonome Fahrzeuge auf der Automatisierungsstufe Level 4 mit Fahrgästen fahren. Der Projektname KIRA steht für „KI-basierter Regelbetrieb autonomer On-Demand-Verkehre“. Verantwortlich für das Projekt sind die Deutsche Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsverbund, RMV.

„Flexible Kleinbusse 24/7 unterwegs“

Knut Ringat, Vorsitzender der Geschäftsführung Rhein-Main-Verkehrsverbund, sieht Vorteile der Shuttles vor allem in ländlichen Regionen. „Wenn fahrerlose, flexibel buchbare Kleinbusse 24/7 da unterwegs sind, wo heute Linienbusse nur eine Handvoll Mal am Tag fahren, dann wird ÖPNV für alle verfügbar und deutlich attraktiver“, sagte er laut einer Mitteilung. „Mit dem Leuchtturmprojekt KIRA gehen wir voran und setzen erstmals in Deutschland im normalen Straßenverkehr autonome Fahrzeuge mit Fahrgästen im Test ein. Damit machen wir uns auf den Weg, in den 2030er Jahre mit autonomen On-Demand-Shuttles das öffentliche Verkehrsangebot zu ergänzen und vor allem im ländlichen Raum auszubauen.“

Wer mitfahren will, muss sich dafür auf www.kira-autonom.de registrieren. Nach der Anmeldung erfolgt eine Auswahl, weil aktuell nur begrenzt Plätze verfügbar sind.

Test bis Ende 2025 – Verlängerung geplant

Der Testbetrieb ist bis Ende 2025 angesetzt. Eine Verlängerung ist geplant. Das Bundesministerium für Verkehr fördert das Pilot- und Forschungsprojekt mit rund 2,2 Millionen Euro, das Land Hessen trägt weitere finanzielle Mittel bei. Forschungspartner des Projekts sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Karlsruher Institut für Technologie und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen.

Im Rhein-Main-Verkehrsverbund fahren bereits in zehn Gebieten On-Demand-Shuttles mit Fahrpersonal. Autonom, und damit ohne Personal an Bord, könnte der Verbund solche Angebote stärker in Randzeiten und in eher dünn besiedelten Gegenden einsetzen. Betreiberin der autonomen Fahrzeuge ist die DB Regio Bus Mitte. Das DB-Unternehmen „ioki“ stellt die Software für Buchung und Routenplanung und integriert die Softwarekomponenten der Technologiepartner. Mobileye stellt die Selbstfahrtechnologie, HD-Karten und Sensorik zur Verfügung.

Nutzer bewerten Fahrten gut

Drei Monate nach dem Start hat das Projekt inzwischen seinen vollen Umfang erreicht: Fahrgäste können die Shuttles auch in nördlichen und westlichen Stadtteilen von Darmstadt nutzen. Mit der Erweiterung des Betriebsbereichs sind die sechs selbstfahrenden Fahrzeuge erstmals in einer Großstadt unterwegs. Zu den Orten die die Fahrzeuge in Darmstadt anfahren zählen der Hauptbahnhof, die Pallaswiesenstraße im Johannesviertel und das Nordbad/der Bürgerpark. Auch Fahrten zwischen Langen, Egelsbach und Darmstadt sind möglich.

Seit dem Beginn der Testfahrten in Langen und Egelsbach Ende Mai dieses Jahres sind mehr als 1.000 Nutzerinnen und Nutzer im Pilotprojekt zugelassen. Die Passagiere, die bisher mit einem der Shuttles gefahren sind, bewerten ihre Fahrt im Durchschnitt mit 4,5 von 5 möglichen Punkten.

In den ersten drei Monaten des Projekts haben die Fahrzeuge im Durchschnitt mehr als eine Fahrt pro Stunde absolviert, bei Betriebszeiten von Mittwoch bis Freitag 9:30 bis 15:30 Uhr – und sind über 60.000 Kilometer gefahren.

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