Forschungsprojekt
Autonomes Fahren: Standard für virtuelle Validierung

Von Mario Hommen/SP-X 5 min Lesedauer

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Ein Konsortium arbeitet an einem Bewertungsrahmen für Simulationen automatisierter Fahrfunktionen. Ziel ist eine standardisierte Zulassungsmethodik – mit potenziell weitreichenden Folgen.

Bilder aus der Simulationsplattform von Morai zeigen realitätsnahe Verkehrssituationen der Stadt Seoul.(Bild:  Morai)
Bilder aus der Simulationsplattform von Morai zeigen realitätsnahe Verkehrssituationen der Stadt Seoul.
(Bild: Morai)

Noch vor wenigen Jahren galt es als sicher: 2025 werden Autos selbstständig durch den Verkehr navigieren, ganz ohne menschliches Eingreifen. Autonomes Fahren war das große Versprechen der 2010er-Jahre. Heute zeigt sich: Die Realität hat die Erwartungen überholt, aber in eine andere Richtung. Zwar fahren in China und den USA erste autonome Shuttles durch klar abgegrenzte Stadtbereiche. Doch speziell in Europa kommt der flächendeckende Einsatz automatisierter Fahrfunktionen bislang nur langsam voran. Ein Grund: hohe regulatorische Anforderungen und fehlende Standards für die digitale Absicherung.

Ein Forschungsprojekt unter Beteiligung des südkoreanischen Simulationsunternehmens Morai und dem IPEK (Institut für Produktentwicklung) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), mit Unterstützung des TÜV Süd als Prüfungsinstanz, will hier ansetzen. Ziel ist die Entwicklung eines standardisierten Bewertungsrahmens für Simulationen, der zur Zulassung automatisierter Fahrfunktionen eingesetzt wird. Denn die Frage, wie verlässlich eine virtuelle Testumgebung wirklich ist, stellt sich immer dringlicher.