ÖPNV Premiere für autonomes Shuttle „SUE“

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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UE Studios hat ein elektrisch angetriebenes, autonomes Shuttle vorgestellt. „SUE“ ist vollständig in Deutschland entstanden.

UE Studios hat das Self-Driving Urban E-Shuttle erstmals öffentlich vorgestellt.(Bild:  UE Studios)
UE Studios hat das Self-Driving Urban E-Shuttle erstmals öffentlich vorgestellt.
(Bild: UE Studios)

Das Unternehmen UE Studios hat ein autonomes Fahrzeug für den öffentlichen Personentransport vorgestellt. Das „Self-Driving Urban E-Shuttle“, SUE, soll in der Serienversion autonom fahren. Aktuell ist es nach Level 2 zugelassen und erfordert einen begleitenden Fahrer. Für einen vollautonomen Betrieb sind laut Hersteller aber keine Umbauten am Fahrzeug notwendig.

Das Shuttle kann bis zu 50 km/h schnell fahren. Die 48-Volt-Architektur arbeitet laut Hersteller im Niedervolt-Bereich. Im Unterboden verbaut sind zwei Batteriepacks mit 63 Kilowattstunden Kapazität.

Die Antriebseinheit des Serienmodells hat zwei Motoren mit insgesamt bis zu 160 Kilowatt Leistung. Eine Variante mit 23 Kilowatt für niedrigere Geschwindigkeiten soll es zudem geben. Im Prototypen sind es 45 Kilowatt.

Sensoren und KI für autonomen Betrieb

Das Umfeld erfassen Kameras und Lidar-Sensoren, ergänzt um GPS, RFID, IMU- und Radsensoren. „IMU“ steht für „inertial measurement unit“. Diese kombiniert Inertialsensoren wie Beschleunigungs- und Drehratensensoren. Das System stützen Perzeptionsalgorithmen für Objekterkennung mittels Künstlicher Intelligenz, Objekttracking und Distanzschätzung durch neuronale Netze; außerdem regelbasierte Verfahren.

Heller Innenraum mit separaten Bereichen

Mitfahren können bis zu acht Personen; in der Variante mit Begleitfahrer bis zu sechs. Sitzplätze gibt es vier. Im Innenraum können laut Hersteller Personen bis zu einer Körpergröße von rund 1,90 Metern aufrecht stehen. Es gibt zwei separat nutzbare Bereiche; für individuelle Fahrten oder mehr Privatsphäre.

Die fast vier Meter langen Verglasungen haben keine A-Säule – kombiniert mit der großen Dachscheibe ergibt sich eine freie Rundumsicht. Die Systemarchitektur, das „SUE Smart-Chassis“ ist modular aufgebaut und kann weitere Fahrzeugkonzepte aufnehmen.

Tests auf öffentlichen Straßen

Das Fahrzeug ist bereits auf der Straße unterwegs; mit entsprechender Zulassung und Ausnahmegenehmigung für den autonomen Testbetrieb. In Modellregionen wie der geplanten Strecke zwischen Neustadt an der Donau und Bad Gögging will der Hersteller des Busses damit zeigen, wie das Fahrzeug Direktverbindungen erschließen und bestehende Verkehrsnetze ergänzen kann.

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Das Fahrzeug ist laut UE Studios ausdrücklich keine Vision, sondern „ein konkretes Angebot für den öffentlichen Personennahverkehr“. Erste Interessenten gibt es laut Hersteller bereits. Das Projektteam will das Shuttle entsprechend weiterentwickeln – bis zur Serienreife im öffentlichen Verkehr. Das Shuttle ist vollständig in Deutschland entwickelt und hergestellt worden.

Diese Unternehmen sind an SUE beteiligt

Mit der Weltpremiere am 11. Februar endete nach vier Jahren das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt. Die UE Studios verantworten Entwicklung, Design und Fertigung des Prototypen. Entstanden ist das Fahrzeug in Zusammenarbeit mehrerer Beteiligter aus Industrie, Forschung und öffentlicher Hand: DB Regio, Elring Klinger, Faissner Petermeier Fahrzeugtechnik, Tüv Nord Mobilität, die Fraunhofer-Einrichtung für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien EMFT, die Technische Hochschule Ingolstadt, das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik, der Landkreis Kelheim und die Wirtschaftsförderung IFG Ingolstadt.

Über UE Studios

Die Firma Uedelhoven mit Sitz in Gaimersheim und München ist ein Unternehmen für Design- und Ingenieursdienstleistungen mit sieben Standorten und 21 Studios. Gegründet im Jahr 1991 arbeiten heute mehr als 200 Menschen für das Unternehmen. Sie entwickeln von der ersten Skizze bis zum funktionsfähigen Prototypen, von Fahrzeugen bis hin zu Prototypen für die Luftfahrt. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 150 Showcars hergestellt, voll funktionsfähige Fahrzeugprototypen.

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