Batteriewerkstoffe „Wir haben Milliarden in Batterieforschung investiert – und jetzt geben wir auf“

Das Gespräch führte Gerald Scheffels 5 min Lesedauer

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Lithium-Ionen auf Nickelchemiebasis oder Lithium-Eisenphosphat? Oder eine andere Materialkombination? Martin Winter vom MEET-Batterieforschungszentrum berichtet über den aktuellen Stand der Batterieforschung in Deutschland.

Prof. Martin Winter ist wissenschaftlicher Leiter des MEET Batterieforschungszentrums. (Bild:  Forschungszentrum Jülich)
Prof. Martin Winter ist wissenschaftlicher Leiter des MEET Batterieforschungszentrums.
(Bild: Forschungszentrum Jülich)

Herr Winter, das MEET forscht seit 2010 an Anodenmaterialien für Batterien, insbesondere an der Lithium-Ionen-Batterie. Wie steht es aktuell um neue Materialkombinationen für Lithium-Ionen? Lithium-Eisenphosphat scheint sich ja teilweise durchzusetzen.

Martin Winter: Lithium-Eisenphosphat, kurz LFP, hat zurzeit zwei ganz große Vorteile. Erstens gibt es einen erweiterten Sicherheitstest, den im Moment nur die LFP-Zelle gut erfüllt. Zweitens ist es chinesischen Batterieherstellern gelungen, auf die Modulebene und damit auch die ganze Steuerungstechnik auf dieser Ebene zu verzichten und von der Zellebene direkt auf die Packebene zu gehen. Diese Cell-to-pack-Technik, kurz CTP, ist möglich, weil sich Lithium-Eisenphosphat sicherheitstechnisch gutmütig verhält. Die Energiedichte ist zwar geringer als bei nickelhaltigen Systemen. Das kann aber durch das reduzierte Packaging ausgeglichen werden.