Second Life für Akkus Circunomics eröffnet Batterie-Testlabor

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Circunomics hat ein Batterie-Testlabor eröffnet. Es kombiniert KI-basierte Batterie-Analysen mit Real-Life-Simulation – die Ergebnisse nutzt das Start-up für seinen digitalen Marktplatz für gebrauchte Akkus.

Jan Born (l.), einer der Gründer von Circunomics, mit Batterie-Ingenieur Haehwan Lee.(Bild:  Circunomics)
Jan Born (l.), einer der Gründer von Circunomics, mit Batterie-Ingenieur Haehwan Lee.
(Bild: Circunomics)

Die Ergebnisse KI-basierter Analysen gebrauchter Batterien mit selbst ermittelten Laborwerten aus einer Real-Life-Simulation abgleichen, trainieren und verifizieren: Das ist die Aufgabe des Batterie-Testlabors des Start-ups Circunomics – das jetzt den Betrieb aufgenommen hat. In Roßdorf bei Darmstadt will das Unternehmen damit eine Datenbasis für seine selbst entwickelte Software aufbauen. Die Software wiederum kann laut Circunomics den State of Health einer Batterie präzise ermitteln – während und nach der Erstverwendung. Außerdem kann sie simulieren und hochrechnen, wie sich die gebrauchte Batterie bei einer Zweitverwendung, dem sogenannten Second Life, zum Beispiel in einem stationären Speicher verhält; inklusive einer Empfehlung, welche Batterien für das jeweilige Projekt am besten passen. Das Batterie-Testlabor hat Circunomics mit Sitz in Mainz nach einer erfolgreichen Series-A-Finanzierungsrunde, also Wagniskapital, gebaut. Zu Jahresbeginn 2025 hatte das Start-up von Investoren über acht Millionen Euro erhalten.

Technische Daten des Batterie-Labors

Im Testlabor können die Beschäftigten unterschiedliche Zellen gleichzeitig in einer sicher abgeschirmten Prüfeinrichtung testen. Dazu gehört eine Real-Life-Simulation der täglichen Batterienutzung, etwa in einem Elektrofahrzeug: schnell oder langsam aufeinander folgende Ladezyklen, unterschiedliche Ladestromstärken mit bis zu 300 Ampere Gleichstrom, verschiedene Degradierungszustände der Batterie – und wenn notwendig bei unterschiedlichen Temperaturen. Zwischen minus 20 und plus 60 Grad Celsius sind möglich. Die jeweiligen Tests der Zellen können über einen kurzen, mittleren oder längeren Zeitraum laufen – wenige Tage, Wochen und Monate, oder bis zu zwei Jahre.

Inhouse Analyse für besseren Datenabgleich

Bisher analysierte ein externer Dienstleister die Zellen für Circunomics. „Diese Aufgaben nehmen wir jetzt selbst in die Hand, erhöhen damit unsere Effizienz“, sagt Jan Born, einer der beiden Gründer und Technikchef des Unternehmens. Daten schneller abgleichen und genauere Simulationen sind zwei Vorteile, die er sieht. „Wir haben einerseits Millionen von Daten, die während des First Life einer Batterie gesammelt werden und die uns zur Verfügung gestellt werden. Auf dieser Basis haben wir bisher mit der KI-unterstützten Software am Computer analysiert, was die gebrauchte Batterie noch im Stande ist, im Second Life zu leisten – bevor sie dann endgültig dem Recycling zugeführt wird. Im neuen Labor und mit den eigenen Analysen sehen wir nun, wie sich eine Zelle im simulierten Batterieleben verhält und wir können die dabei ermittelten Ergebnisse mit denen aus der Software abgleichen und verifizieren“.

Im Batterie-Testlabor von Circunomics arbeiten je nach Aufwand bis zu sechs Software- und Batteriespezialisten. Die Anlage ist laut Circunomics infrastrukturell so abgesichert, dass auch bei voller, dauerhafter Belastung Analysen parallel laufen können und dafür zuverlässig Strom vorhanden ist. Das Sicherheitskonzept der Anlage beinhaltet zum Beispiel eine CO2-Löschanlage und eine Überwachung mittels Datentransfers und Kameraaufnahmen rund um die Uhr.

Über Circunomics

Das Start-up Circunomics besteht seit 2019. Es bietet das Management gebrauchter Akkus an: bestehend aus einem digitalen Marktplatz zum Handel von gebrauchten Batterien, Modulen und Zellen und integrierter Analyse. Das Angebot deckt alle Stufen der Batterielieferkette ab.

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