Zellproduktion Batteriezellen aus Europa: Mit Spannung erwartet

Von Thomas Günnel 8 min Lesedauer

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Mit Batteriezellen aus Europa und besonders Deutschland wäre die heimische Automobilindustrie unabhängig von wettbewerbsstarken asiatischen Lieferanten. Was muss dafür passieren – und lohnt sich der Einstieg noch?

Morrow Batteries ist einer der wenigen Zellhersteller in Europa.(Bild:  studio-dam/Morrow Batteries)
Morrow Batteries ist einer der wenigen Zellhersteller in Europa.
(Bild: studio-dam/Morrow Batteries)

Jede Menge Energie! Das ist, was Europa benötigt – im übertragenen und im technischen Sinn –, wenn Batteriezellen für Elektrofahrzeuge hier entstehen sollen. Damit Europa die Versorgung mit den wichtigen Komponenten bis zum Jahr 2050 autark stemmen kann, wird der jährliche europäische Energiebedarf von heute 3,5 Terawattstunden auf rund 250 Terawattstunden steigen. Das aber nur unter der Voraussetzung, „wenn bis dahin eine gut ausgebaute Recyclinginfrastruktur vorhanden ist“. Die Prognose stammt von einem Team um Simon Lux, Institutsleiter der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB aus dem September.

Recycling. Die europäische Infrastruktur für das Verwerten ausgedienter Akkus ist aktuell noch „in einem frühen Entwicklungsstadium“, beschreiben Lux und sein Team. Dabei sind die Batterierecyclingquote und -effizienz entscheidend für eine unabhängige Beschaffung – und für den Energiebedarf der Zellfertigung. Das Forscherteam rechnet mit erheblichen Recyclingkapazitäten in Europa. Demnach recyceln Unternehmen ab 2050 etwa 800 Gigawattstunden Batteriekapazität jährlich. Die für die Batterieproduktion notwendige Energie könnte so um 33 bis 46 Prozent sinken.