Räderhersteller BBS überlebt auch die fünfte Insolvenz

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

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Das Unternehmen KW Automotive unter Klaus Wohlfahrt kauft die Vermögensgüter aus der Insolvenzmasse der BBS Autotechnik GmbH. Für Wohlfahrt ist es „eine Herzensangelegenheit“.

BBS-Standort Herbolzheim: Maßnahmen für den Neustart in der eigens gegründeten Radmanufaktur laufen bereits.(Bild:  KW Automotive)
BBS-Standort Herbolzheim: Maßnahmen für den Neustart in der eigens gegründeten Radmanufaktur laufen bereits.
(Bild: KW Automotive)

Bei dem Felgenhersteller BBS ist die Produktion wieder angelaufen. Das Unternehmen KW Automotive, Inhaberin der Marke BBS und des gesamten Aftermarket-Geschäfts, hat sich alle relevanten Vermögenswerte der insolventen BBS Autotechnik GmbH mit den Standorten Schiltach und Herbolzheim gesichert. Dazu zählen etwa Werkzeuge und Anlagen, Produktionsausstattung, Gebrauchsmuster oder noch vorhandene Warenbestände. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Transaktion mag überraschen, war doch Klaus Wohlfarth, geschäftsführender Gesellschafter von KW Automotive, bereits bis zur vierten Insolvenz Inhaber von BBS, bevor das Unternehmen Ende 2023 an die türkische ISH Group beziehungsweise deren deutsche Tochter ISH Management Services verkauft wurde. Allerdings kaufte der Investor damals nur die Anlagen, nicht aber den Markennamen von BBS – der blieb bei Wohlfahrt.

Wohlfarth: „BBS ist eine Herzensangelegenheit“

„BBS ist mir eine Herzensangelegenheit“, erklärt Klaus Wohlfarth in einer Pressemeldung von KW Automotive. „Nach den harten Einschnitten der vergangenen Monate schaffen wir nun die Voraussetzungen für einen Neuanfang.“ Mit den nun erworbenen Assets am Standort in Schiltach will der alte und neue Eigentümer zukünftig die Fertigungstiefe und damit den Manufakturgedanken weiterentwickeln und ein bereits seit Ende 2023 vorliegendes Konzept für eine weitgehend automatisierte und digitale Produktionslinie neu aufnehmen.

Neben der Wiederaufnahme der logistischen Prozesse am Standort in Herbolzheim stellt die Wiederinbetriebnahme der Lackierung laut dem Unternehmen einen wichtigen Meilenstein für das zukünftige Geschäftsmodell dar: „Der gesamte Fokus wird auf dem Aftermarket-Business unter der Marke BBS liegen – zuverlässig und kurzfristig können hoch individualisierte Räder an Fans der Marke BBS geliefert werden.“

Neuanlauf galt vielen als „unwahrscheinlich“

„Die Wiederaufnahme der Produktion von Felgen der Marke BBS aus dem mittlerweile fünften Insolvenzverfahren eines BBS-Herstellers ist ein Erfolg, den viele wahrscheinlich nicht mehr für möglich gehalten haben. Nachdem es aufgrund der Situation bei der BBS Autotechnik GmbH leider nicht möglich war, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und ich gezwungen war, den Mitarbeitenden die Kündigung auszusprechen, ist der Verkauf der Vermögenswerte ein Lichtblick. Ich wünsche dem neuen Produktionsbetrieb einen erfolgreichen Start“, sagt BBS-Insolvenzverwalter Dirk Pehl.

Pehl hatte nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Oktober 2024 den meisten der insgesamt 240 Beschäftigten an den Standorten Schiltach und Herbolzheim die Kündigung aussprechen müssen. Mit Unterstützung von zuletzt 17 BBS-Beschäftigten wickelte er den Geschäftsbetrieb der insolventen BBS Autotechnik GmbH in den vergangenen Monaten ab. Schon als der Insolvenzantrag gestellt wurde, hatte bei BBS kein regulärer Geschäftsbetrieb mehr stattgefunden. „Wir hatten weder Aufträge vorliegen noch Geld auf dem Konto. Die Geschäftsführung hat sich weggeduckt“, erinnert sich Pehl. „Umso schöner ist es nun, dass wieder eine Produktion der Felgen stattfinden wird.“

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