Kaufanreize Eigene Autobahnspur für E-Autos?

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Milan Nedeljkovic verantwortet die Produktion beim Automobilhersteller BMW. Jetzt fordert er neue Anreize, um den Absatz von E-Autos zu steigern.

BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic fordert neue Anreize für den Kauf von Elektroautos.(Bild:  BMW)
BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic fordert neue Anreize für den Kauf von Elektroautos.
(Bild: BMW)

BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic will Elektroautos im Straßenverkehr bevorzugen und so die Nachfrage steigern. „Etwa der privilegierte Zugang zu Innenstädten, kostenlose Parkmöglichkeiten oder eine eigene Spur auf der Autobahn“, sagte er dem Münchner Merkur. „Würde man im Stau stehend dauernd von E-Autos überholt, würden sich viele sicherlich überlegen, ob sie nicht doch umsteigen.“

Eine solche Bevorzugung wäre eine Alternative zu dem von der EU geplanten Verbrennerverbot. Staatliche Kaufprämien als Anreiz seien auf Dauer auch nicht sinnvoll, sagte Nedeljkovic.

Mehr Fahrzeugproduktion in Deutschland

Trotz Kritik am Standort Deutschland fährt BMW die Produktion hier kräftig hoch: „Wir werden in diesem Jahr mehr als eine Million Autos in Deutschland bauen“, kündigte der Vorstand an. Im vergangenen Jahr produzierte BMW fast 940.000 Autos in Dingolfing, München, Regensburg und Leipzig, knapp 730.000 in China und 410.000 in den USA. Weltweit waren es 2,66 Millionen.

In den vergangenen fünf Jahren habe der Konzern fünf Milliarden Euro in die deutschen Werke investiert, sagte Nedeljkovic. Sie seien profitabel. „Fest steht aber: Im Wettbewerb wird es an unserem Heimatstandort immer schwieriger.“ Grund seien Bürokratie, teure Energie und hohe Standortkosten. Die Industrie brauche zudem ein solides Straßennetz, eine verlässliche Bahn und digitale Infrastruktur.

„Aktuell erleben wir jedoch eine Abwanderung von Industriebetrieben, gerade im Mittelstand und bei Zulieferern. Was wir eigentlich bräuchten, wäre genau das Gegenteil, nämlich eine Ansiedelung neuer Technologien.“

Kritik an EU-Klimapolitik

Außerdem kritisierte er EU-Pläne, bei der Batterieproduktion den CO2-Fußabdruck eines Unternehmens nach dem Strommix des ganzen Landes zu berechnen. Damit würden Unternehmen wie BMW bestraft, die in den Bezug von Grünstrom investieren: Der CO2-Fußabdruck des Autohersteller würde dann mit dem deutschen Strommix gewertet. „Das würde unsere Bilanz auf dem Papier massiv verschlechtern“, urteilt Nedeljkovic. Der Anreiz, in eine möglichst klimaneutrale Produktion zu investieren, würde entfallen.

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