Second Life Porsche-Werk Leipzig speichert Strom in gebrauchten Akkus

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Porsche hat mit Akkus aus Taycan-Erprobungsfahrzeugen im Werk Leipzig einen Batteriespeicher gebaut. Der soll bis Ende des Jahres am Strommarkt teilnehmen.

Porsche hat aus gebrauchten Akkus im Werk Leipzig einen Batteriespeicher gebaut.(Bild:  Porsche)
Porsche hat aus gebrauchten Akkus im Werk Leipzig einen Batteriespeicher gebaut.
(Bild: Porsche)

Gebrauchte Akkus aus dem Taycan hat Porsche im Werk Leipzig zu einem stationären Energiespeicher zusammengeschlossen. Genauer: aus 4.400 Batteriemodulen, die in vier Batteriecontainer unterteilt sind. Der Speicher leistet so fünf Megawatt bei zehn Megawattstunden Energiegehalt.

Die Akkus stammen aus Erprobungsfahrzeugen und „wurden ohne technische Änderungen in den Energiespeicher eingebaut“, teilt Porsche mit. Kurzzeitig könne der Speicher mit bis zu 20 Prozent Überlast betrieben werden.

Die vier Batteriestränge sind verbunden mit jeweils einem Wechselrichter und einem Transformator in einer Mittelspannungsanlage. Die Nutzungsdauer der Anlage beziffert Porsche auf „mehr als zehn Jahre“. Einzelne Batterie-Module sind individuell austauschbar.

Der stationäre Speicher leistet fünf Megawatt bei zehn Megawattstunden Energiegehalt.(Bild:  Porsche)
Der stationäre Speicher leistet fünf Megawatt bei zehn Megawattstunden Energiegehalt.
(Bild: Porsche)

Die Energie für den Speicher erzeugt Porsche teilweise mit der werkseigenen Solaranlage. Sie hat eine Peakleistung von 9,4 Megawatt. Anliegende Lastspitzen kann der Speicher dämpfen. Das sogenannte „Peakshaving“ kann die Netzentgelte verringern – und den notwendigen Umfang vorgelagerter Netze reduzieren.

Batteriespeicher am Strommarkt

„Natürlich geht es hier um Umweltaspekte und das Kernthema Energieversorgung. Darüber hinaus war es uns aber auch wichtig, mit dem Speicher eine Vorreiterrolle einzunehmen“, beschreibt Alwin Schmid. Er leitet das Fachgebiet Elektrotechnik bei Porsche und initiierte das Projekt.

Los ging es mit einer Machbarkeitsstudie. Die erstellte der Sportwagenhersteller gemeinsam mit der Hochschule Westsachsen. „In diesem bisher einzigartigen Modellprojekt konnten wir verschiedene Ziele miteinander kombinieren. So zum Beispiel eine Lastspitzenkappung, die Optimierung des Eigenverbrauchs und die gleichzeitige Teilnahme am Energiemarkt“, benennt Schmid die Vorteile des Energiespeichers.

Eines von rund 4.400 Batteriemodulen im Speicher in Leipzig: V.l.: Ruven Weichert, Kaufmännischer Geschäftsführer Porsche Leipzig GmbH; Alwin Schmid, Leiter Fachgebiet Elektrotechnik Porsche AG; Jonathan Dietrich, Projektleiter Porsche AG Batteriespeicher Werk Leipzig; und Gerd Rupp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH.(Bild:  Porsche)
Eines von rund 4.400 Batteriemodulen im Speicher in Leipzig: V.l.: Ruven Weichert, Kaufmännischer Geschäftsführer Porsche Leipzig GmbH; Alwin Schmid, Leiter Fachgebiet Elektrotechnik Porsche AG; Jonathan Dietrich, Projektleiter Porsche AG Batteriespeicher Werk Leipzig; und Gerd Rupp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH.
(Bild: Porsche)

Das heißt: Porsche will den stationären Batteriespeicher bis zum Jahresende mit allen Vermarktungsformen in den Regelenergiemarkt integrieren. Parallel soll er als Netzstabilisator für die vorgelagerten Verteilnetze dienen. Die eigene Produktion betreibt Porsche seit dem Jahr 2021 in Zuffenhausen, Leipzig und Weissach bilanziell CO2-neutral und mit regenerativer Energie. Seit 2017 nutzt der Autohersteller ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen. -Zuffenhausen und Leipzig etwa erhalten ihre Energie laut Porsche aus Naturstrom und bilanziellem Biomethan. Der Standort Leipzig bezieht zusätzlich Fernwärme aus Biomasse. Wenn das Projekt Batteriespeicher gut läuft, könnten weitere Standorte des Autoherstellers ähnliche Systeme bekommen.

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