Infrastruktur Bidirektional Laden mit dem E-Lkw

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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MAN hat mit Partnern bidirektionales Laden mit einem E-Lkw demonstriert. Entsprechend ausgestattete Trucks können ihren Betreibern einige Kosten sparen.

Bei der Premiere in Regensburg (v.l.): Thomas Ille, Leiter Early Pilots & Innovation Partnering bei MAN Truck & Bus; Conrad Mummert, Lead SBRS Europe; Markus Schmid, Geschäftsführer Spedition Schmid; Sandra Wimmer, Vorstandsmitglied REWAG; Markus Lienkamp, Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik Technische Universität München.(Bild:  MAN Truck & Bus)
Bei der Premiere in Regensburg (v.l.): Thomas Ille, Leiter Early Pilots & Innovation Partnering bei MAN Truck & Bus; Conrad Mummert, Lead SBRS Europe; Markus Schmid, Geschäftsführer Spedition Schmid; Sandra Wimmer, Vorstandsmitglied REWAG; Markus Lienkamp, Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik Technische Universität München.
(Bild: MAN Truck & Bus)

MAN hat bidirektionales Laden mit einem Lkw demonstriert: auf dem Betriebsgelände der Spedition Schmid in Obertraubling bei Regensburg, mit einem batterieelektrischen E-TGX mit 480 Kilowattstunden nutzbarer Energie. „Bidirektionales Laden verändert die Rolle des Elektro-Lkw. Unsere E-Trucks werden sozusagen zu Powerbanks auf Rädern, die dazu beitragen können, die Energiekosten zu senken und gleichzeitig das Energiesystem stärken“, kommentierte, Georg Grüneißl, Leiter Produktstrategie bei MAN Truck & Bus.

Bis zu 20.000 Kilometer „zum Nulltarif“

Im praktischen Einsatz sind drei Szenarien denkbar. Beim Vehicle‑to‑Site‑Ansatz, V2S, und beim Vehicle‑to‑Vehicle‑Ansatz, V2V, nutzt ein Unternehmen den in der Lkw-Batterie gespeicherten Strom unmittelbar am eigenen Standort – zum Beispiel um Lastspitzen zu vermeiden, den Eigenverbrauch von Photovoltaikstrom zu steigern oder Gebäudeinfrastruktur zu unterstützen.

ein Bildschirm zeigt den Stromfluss zwischen Grid, Ladepunkten und E-Lkw
Eine Übersicht des Stromflusses zwischen Grid, Ladepunkten und E-Lkw.
(Bild: MAN Truck & Bus)

In der Praxis kann das beim Nutzer laut MAN einen etwa zehn bis 20 Prozent geringeren Strompreis bedeuten. Bei einer Laufleistung von 100.000 Kilometern pro Jahr entspricht das bis zu 20.000 Kilometern „zum Nulltarif“, rechnet der Lkw-Hersteller vor.

Im Szenario Vehicle‑to-Grid, V2G, speist der E-Truck Energie ins öffentliche Netz zurück – etwa bei hohen Strompreisen, oder um die Netzstabilität zu stützen. Betreiber könnten so künftig zusätzliche Erlöse erzielen. „Ab Ende dieses Jahrzehnts dürfte dies ein zunehmend attraktives Geschäftsmodell werden, da Energiemärkte, Netzdienste und Logistikprozesse sukzessive stärker miteinander verzahnt werden“, beschreibt MAN in einer Mitteilung.

Gebäude versorgen und andere Fahrzeuge laden

MAN hat die bidirektionale Fahrzeugtechnik im Rahmen des Forschungsprojekts „SPIRIT E“ demonstriert. Im Projekt hat der Hersteller bereits reale Energieflüsse umgesetzt. Unter anderem versorgten E-Trucks nachts ein Gebäude mit Strom. Außerdem floss der Strom aus den E-Trucks in die Akkus anderer E-Autos. An Spirit‑E sind mehrere Unternehmen beteiligt. Sie decken die Wertschöpfungskette von Fahrzeugtechnik über Energiewirtschaft bis zur Systemintegration ab.

Zu den Partnern gehören die Technische Universität München als Konsortialführer, das Fraunhofer IEE, die Forschungsstelle für Energiewirtschaft, der Mobilitätsausrüster SBRS, Tennet, Hubject, Consolinno Energy und MAN Truck & Bus. Die Partner erproben ihre Konzepte in einem Reallabor an einem Logistikstandort.

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