Produktion BMW rüstet weitere Lackierlinien auf Trockenabscheidung um

Von Thomas Günnel 1 min Lesedauer

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Die Lackiererei ist der energieintensivste Prozess in der Automobilfertigung. In Regensburg rüstet BMW deshalb zwei Linien von der Nass- auf die Trockenabscheidung des Lackiernebels um.

Das Kalksteinmehl bindet den Lacknebel in der Kabine.(Bild:  BMW)
Das Kalksteinmehl bindet den Lacknebel in der Kabine.
(Bild: BMW)

BMW rüstet zwei Basislack-Linien in der Lackiererei in Regensburg auf Trockenabscheidung mit Kalksteinmehl um. Die erste Linie soll im Januar 2024 in Betrieb gehen, die zweite Linie im August 2025. Die Klarlacklinien in Regensburg verwenden bereits seit dem Jahr 2010 das Verfahren, laut BMW „als erste überhaupt in der Automobilindustrie“. Im Werk Dingolfing sind bereits alle vier Lackierlinien umgerüstet. Der Umbau dauerte zwei Jahre und fand während der Produktion statt.

Wie funktioniert die Trockenabscheidung? Der Lacknebel der in der Kabine nicht auf der Karosse landet wird mit Steinmehl aufgefangen. Bislang wurde dafür Wasser benutzt. Die Trockenabscheidung läuft zu 80 Prozent im Umluftbetrieb. Das heißt: Es müssen nur noch 20 Prozent der Luft temperiert und befeuchtet werden. Mit der Nassauswaschung ist das nicht möglich.

Eine direkte Folge ist der geringere Energie- und Wasserverbrauch. Konkret: Das Werk Dingolfing verbraucht 13.000 Megawattstunden weniger pro Jahr. Im Werk Regensburg sind es jährlich 4.400 Megawattstunden weniger, die bislang aus Erdgas erzeugt wurden. In Dingolfing werden außerdem pro Jahr vier Millionen Liter Wasser nicht benötigt, in Regensburg 13 Millionen Liter Wasser; das Aufbereiten und Entsorgen des Abwassers entfallen zudem.

Verbrauchtes Kalksteinmehl als Rohstoff für Zement

Das Kalksteinmehl stammt vom Fuße des Keilbergs bei Regensburg. In Dingolfing liefern derzeit laut BMW „wöchentlich durchschnittlich drei Lkw, in Regensburg ein bis zwei Lkw das frische mineralische Material an“. Aus Silos gelangt das Mehl mittels Rohrleitungen staubfrei in die Lackierkabinen.

Pro Fahrzeug verbraucht BMW etwa 20 Kilogramm Steinmehl. Anschließend nehmen regionale Entsorger das Steinmehl-Lack-Gemisch ab. Verwendet wird es als Rohstoff für Zement.

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