Es tut sich was in Detroit bei der E-Mobilität. Die Nobelmarke Cadillac brachte bereits das Fünf-Meter-SUV Lyriq. Jetzt folgt das etwas kleinere Modell Optiq.
Den Optiq wird es auch in Deutschland geben.
(Bild: Cadillac)
Die Namen der SUV-Modelle von Skoda enden alle auf „q“. Eine gute Idee, scheint sich Cadillac gedacht zu haben und nutzt das Ypsilon als finales Erkennungsmerkmal für seine Elektro-Autos. Bespiele sind die Luxus-Limousine Celestiq, die gegen Rolls Royce antritt, mehr als 300.000 Euro kostet und nur in limitierter Stückzahl gebaut werden soll. Ernsthafter ist der fünf Meter lange Lyriq, ein edles SUV der Oberklasse mit Allradantrieb, je einem E-Motor pro Achse. Zusammen kommen sie auf 388 kW/528 PS, 530 km Reichweite, und großem Innenraum dank 3,09 Metern Radstand. Rund 84.000 Euro kostet das Modell in Deutschland.
Wohlwissend, dass es in Europa enger zugeht als im Heimatland, kommt jetzt ein kompakteres Modell. Im Store an der berühmten Pariser Oper fielen die Hüllen für den Optiq. Das Auto ist mit 4,82 Metern immer noch recht lang, aber deutlich kürzer als der Lyriq, der in den USA als Mittelklasse geführt wird. Das Design orientiert sich deutlich am größeren Lyriq, beide tragen senkrechte Leuchteinheiten an den Seiten der Frontpartie, erinnern somit an den „Säbelzahntiger-Look“ mancher Peugeot-Modelle.
Deutlich europäischeres Design
Der Kühlergrill ist im Gegensatz zu dem gewaltigen Format der Front des Lyriq eher dezent ausgefallen, schwebt über einem sechseckigen Lufteinlass. Deutlich europäischer ist das Heck, dessen Hauptmerkmale die langen Bremsleuchten an den Seiten der Rückscheibe und die wiederum senkrechten Schlussleuchten sind, die die Heckklappe einrahmen. Ein Scheibenwischer fehlt, für klare Rücksicht soll der spezielle Dachspoiler sorgen, der den Fahrwind zum Freipusten der Rückscheibe nutzt. In Summe wird das gefällige Auftreten die Käufer auf dieser Seite des Atlantik sicher ansprechen.
Ähnliches gilt für den Innenraum. Er wird wie beim Lyriq von einem leicht zum Fahrer hin gebogenen 33-Zoll-Bildschirm beherrscht. Der liefert all die Informationen, die im täglichen Leben gebraucht werden. Bedient wird der schmale Klotz per Touchscreen, aber auch mit darunter angebrachten klassischen Tasten. Das ist die neue Zeit, die auch die stets als konservativ eingestufte Cadillac-Gemeinde erreichen soll.
Zum Dazulernen dient auch die enge Verbindung mit der bekannten Google-Technik. Wie zu Hause erfüllt sie diverse Aufgaben, beantwortet Fragen und berechnet selbsttätig die Ladepausen, wenn im Navi ein Ziel gewählt ist. Das alles stammt aus dem Top-Modell Lyriq.
Leistungs- und Verbrauchsdaten nur schätzbar
Zurückhaltend ist Cadillac mit Informationen über Leistungs- und Verbrauchsdaten. Fest steht, dass der 85-kWh-Akku für eine Reichweite von über 500 Kilometer gut sein soll. Allerdings wurde dieser Wert vom US-Modell umgerechnet. Für die Leistung der beiden E-Motoren liefert Cadillac derzeit ebenfalls nur eine Schätzung, die bei 220 kW/300 PS liegt und eine Durchzugskraft von knapp 480 Newtonmetern auf die beiden Achsen verteilt.
Der hintere Motor trägt lediglich 68 kW bei, der vordere zieht dagegen mit 143 kW. Ebenfalls derzeit rätselhaft ist das Ladetempo, mit dem der Qptiq an der Ladesäule lädt. Das US-Modell soll am Gleichstrom-Schnelllader mit 150 kW in zehn Minuten weitere 112 Kilometer auf das Batteriekonto packen. Gezapft werden kann auch Wechselstrom an der heimischen Wallbox mit bis zu 22 kW.
Beeindruckend liest sich das das pralle Paket an lieferbaren elektronischen Helfern, der Cadillac steht seinen europäischen Konkurrenten in nichts mehr nach. Viele Kameras, Radare und Sensoren fahren mit. Neben den Klassikern wie Abstandsradar, Spurhaltesystem oder Notbremsautomatik findet sich auch ein Spurwechselautomat für die Autobahn auf der Ausstattungsliste. Er erledigt ein Überholmanöver entweder automatisch oder auf Knopfdruck.
Auch das automatische Ein- und Ausparken ist bei der Länge des Qptiq hilfreich. Die Wirkung der Rekuperation kann je nach persönlicher Laune verändert werden. Die stärkste Verzögerungsstufe, bei der besonders viel Bremsenergie in Strom umgewandelt und in die Batterie geladen wird, erlaubt auch Ein-Pedal-Fahren. Alles wie gehabt bei den aktuellen E-Modellen weltweit. Und jetzt auch im Skeptiker-Land USA.
Luxuriöser Innenraum im Optiq
Da sich Cadillac zurecht zu den Luxusmarken zählt, dient die Gestaltung des Innenraums als Gradmesser für Sorgfalt und Feingefühl der Designer. Edle Materialien, sichtbar und fühlbar gute Verarbeitung und ein gläsernes Dach, das bis über die Köpfe der Rücksitzpassagiere reicht. Gegen zu starke Sonneneinstrahlung hilft eine elektrische Jalousie. Öffnen lässt sich das Dach nicht.
Stand: 08.12.2025
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Das Erfreuliche: Die Aufpreisliste ist kürzer als anderswo, alles ist serienmäßig. Womit sich die Frage nach dem noch unbekannten Preis stellt. Der größere Lyriq mit vergleichbarer Ausstattung kostet etwas mehr als 84.000 Euro. Der „Kleine“ ist in den USA für 54.000 Dollar zu haben, wenn er denn im Spätherbst in Produktion und Verkauf geht.
Rechnet man den üblichen Aufschlag dazu, wird sich der Optiq bei rund 70.000 Euro einpendeln. Damit hält Cadillacs Einstiegsmodell ins elektrische Fahren Abstand zum größeren Modell, ist gleichzeitig auf Augenhöhe mit europäischen Fahrzeugen. Über seinen Erfolg wird, wie inzwischen überall, eher die Höhe der Leasing-Rate entscheiden.