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Systemleichtbau: modular aufgebaute Fahrzeugtüren
Mit der modular aufgebauten Fahrzeugtür mit Nass-/Trockenraumtrennung legte Brose vor mehr als 25 Jahren einen Grundstein für Systemleichtbau bei Autotüren: Auf einem Modulträger werden alle wesentlichen Funktionen zu einer vorgeprüften und einbaufertigen Einheit zusammengefasst. Dazu gehören Fensterheber, Schloss, Kabelbaum, Lautsprecher, Dichtungen, Sonnenrollo, Steuerelektronik und Crashsensorik. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre reduzierten die Entwickler das Gewicht der Türsysteme um rund 30 Prozent.

Dabei galt es, durch zukunftsorientierten Materialeinsatz, permanente Gewichtsoptimierung einzelner Komponenten und maximale Funktionsintegration jede Generation noch leichter und funktionaler zu gestalten – möglichst kostenneutral. Mittlerweile sind hochintegrierte Kunststoff-Türsysteme Stand der Technik. Mit Wandstärken von nur 1,8 Millimetern bieten sie deutliche Gewichtsvorteile gegenüber Stahl: Bis zu vier Kilogramm kann der Hersteller in einem Fahrzeug einsparen.
Zusätzlich zum ohnehin leichteren Grundmaterial integriert der Kunststoffträger weitere Funktionselemente, beispielsweise Fensterheberschienen, Innengriff, Lautsprecherkorb oder Befestigungselemente für Kabel. Dadurch verringern sich die Anzahl der Bauteile, das Gewicht und die Kosten.
Neue Generation von Türsystemen
Mit einer neuen Generation von Türsystemen geht Brose noch einen Schritt weiter: Ein intelligenter Materialmix ermöglicht es, zusätzliches Gewicht einzusparen, ohne auf die Festigkeit zu verzichten. Die Trägerplatte besteht aus glasgewebeverstärktem Polypropylen (Organoblech), ergänzt mit Funktionselementen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Die Wandstärke beträgt dadurch nur 0,5 Millimeter, der Aggregateträger bringt lediglich 580 Gramm auf die Waage. Das bedeutet nochmals eine Ersparnis von weiteren 40 Prozent Gewicht gegenüber Leichtbaulösungen aus langglasfaserverstärktem Polypropylen.
Im Crashfall ist das Material mindestens so sicher wie herkömmliche Türsysteme. Durch die gestalterischen Freiheiten bei der punktgenauen Ausformung der Wandstärke, des Faserverlaufs und des Lagenaufbaus sind weitere, festigkeitsrelevante Aufgaben auf das Modul übertragbar: Wo mehr Festigkeit gefordert ist, verstärkt gezielter Lagenaufbau oder die Anpassung des Faserverlaufs die Trägerplatte. Ansonsten bleibt sie hauchdünn. Dadurch entfallen Verstärkungsbleche, die bei marktüblichen Systemen nötig sind, um Belastung durch Türabsenkung, Windlast oder Torsion im Türinnenteil aufzufangen. An crashrelevanten Stellen sorgt die Anpassung des Faserverlaufs für hohe Bruchdehnung und damit für Sicherheit.
Der Herstellungsprozess bleibt dabei einstufig: Eine vorgestanzte, erhitzte Matte aus glasgewebeverstärktem Polypropylen wird in der Spritzgussmaschine in Form gepresst. Zeitgleich werden die Funktionselemente aus glasfaserverstärktem Polypropylen angespritzt. Die daraus resultierende Zykluszeit entspricht in etwa der eines durch Spritzguss hergestellten Bauteils aus langglasfaserverstärkten Werkstoffen.
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