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Weitere Systemintegration durch CFK
Hohes Zukunftspotenzial sieht Brose zudem im Einsatz von kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) in einer Leichtbautürstruktur, die noch weitere Funktionen übernimmt, als dies bei den bisherigen Kunststofflösungen realisierbar ist. Der aus CFK gefertigte Prototyp spart im Vergleich zu Aluminium knapp vier Kilogramm Gewicht pro Tür – im Vergleich zu Stahl sind es sogar elf Kilogramm.

Der Aufwand im Fahrzeugmontageprozess wird zudem erheblich reduziert, da lediglich die Außenhaut noch eingehängt und verschraubt werden muss. Weiterer Vorteil: Um für Reparaturen in den Nassraum der Tür zu gelangen oder nach Parkremplern Schäden zu beheben, ist die Außenhaut unkompliziert zu demontieren und gegebenenfalls zu erneuern. Experten rechnen damit, dass Türsysteme aus CFK etwa ab 2020 auch in der Großserie rentabel einsetzbar sind.
Fertigungsleichtbau für Multimaterialsysteme
Die erfolgreiche, markttaugliche Umsetzung von Leichtbaupotenzialen setzt also Funktionsverständnis ebenso voraus wie eine ganzheitliche Systembetrachtung. Für Brose ist es selbstverständlich, alle Arten des Leichtbaus zu beherrschen, um das Produktportfolio aktiv und permanent zu optimieren. Leichtbau ist kein Selbstzweck: Im Fokus müssen stets der Kundennutzen und die Wettbewerbsfähigkeit bei gleich hoher Qualität bleiben. Da das Angebot an hochleistungsfähigen Materialien vielfältiger wird, gehen die Konzepte der Zukunft immer stärker in Richtung Multimaterialsysteme.
Ein Beispiel: Bei einer Sitzstruktur können die Beschläge aus Stahl, der Holm aus Aluminium und die Sitzwanne aus Kunststoff abgebildet werden. Um diese auf maximalen Leichtbau bei gleichem Komfort und gleicher Sicherheit ausgelegten Systeme zu realisieren, sind neue Fertigungs- und Fügeverfahren unabdingbar. Deshalb lässt Brose diese nicht außer Acht und treibt Techniken wie Kleben oder Laserschweißen weiter voran. Ziel ist es, alle Potenziale bestmöglich auszuschöpfen und Konstruktion, Material und Fertigungstechnologie optimal aufeinander abzustimmen.
Dr. Christina Hack ist Leiterin Zentrale Vorentwicklung Brose Grupp
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