Neue Modelle Cupra Terramar zeigt nochmals richtig Muskeln

Von sp-x 4 min Lesedauer

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Die Zeichen von Cupra stehen weiter auf Wachstum. Dazu beitragen soll das SUV Tavascan – ein Familienschiff mit sportlichen Anlagen. Die Hybrid-Technik aus dem Konzernregal gibt es auch.

Cupra will mit dem SUV Terramar weitere Zielgruppen für sich gewinnen, um den Wachstumskurs fortzusetzen.(Bild:  Seat)
Cupra will mit dem SUV Terramar weitere Zielgruppen für sich gewinnen, um den Wachstumskurs fortzusetzen.
(Bild: Seat)

Terramar, ein Name der die südländischen Worte „Erde“ und „Meer“ vereint, soll für die erst 2018 ins Leben gerufene Marke Cupra der ganz große Wurf werden. Schließlich überragt er das durchaus erfolgreiche SUV Cupra Ateca um 13 Zentimeter, den nächstgrößeren Formentor um deren sieben. Klingt beides wenig, ist aber im Hinblick auf die Geräumigkeit des Innenraums und das Platzangebot für die Hinterbänkler ein Quantensprung, der von einem Familienauto erwartet wird.

Die hauseigene Design-Schneiderei geht beim Kleid des Neulings bewusst andere Wege als bei den kleineren Brüdern. Als Pate fungierte eher der deutlich längere Tavascan, der wohl mit dem Terramar um das Prädikat „Flaggschiff“ der Cupra-SUV wetteifern wird. Doch der Tavascan ist ein lupenreines Elektroauto, wird bei den Jüngern des Fortschritts offene Türen einrennen. Der Terramar liefert dagegen ein Stück Verbrenner-Nostalgie, setzt auf dicke Muckies unter der Haube, egal was da hinten rauskommt.

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Natürlich kann der Terramar zumindest zeitweise auch Elektro, kombiniert einen 1,5-Liter-Vierzylinder mit einem Elektromotor, dessen per Stecker aufladbarer 19,7 kWh-Akku für eine elektrische Reichweite von bis zu 120 Kilometer sorgt. Natürlich nur, wenn man den Verlockungen der mächtigen Systemleistung (200 kW/272 PS) tapfer widerstehen kann. Übrigens leitet sich der Name Terramar – gemäß der Seat/Cupra-Tradition – von einem Ort ab: Im Autodrom Terramar-Sitges westlich von Barcelona ist der Legende nach die Marke Cupra konzipiert worden.

Terramar kostet mehr als der elektrische Tavascan

Welchen Beitrag zur CO2-Einsparung so ein Plug-In-Hybrid in der Praxis wirklich bringt, hängt also vom Fahrer ab. Im Preis sind der Stromer Tavascan und sein Verbrenner-Kollege in gleichen hohen Bereichen unterwegs, wobei der Stromer mit seinen 53.240 Euro sogar rund 3.000 Euro günstiger als sein hauseigener Rivale daherkommt. Klingt nach einer Art von Cupra-Strafzoll für die Gestrigen. Und die wollen nun mal bevorzugt sportlich unterwegs sein. Dazu bringt der Terramar das nötige Rüstzeug. Die Frontpartie mit der leicht nach oben gewölbten Haube, die von gen Asphalt strebenden Karosserie-Linien geprägt ist. Darunter ein schmallippiger Lufteinlass, der den vergitterten gewaltigen Kühlergrill beschirmt.

Das ist das Cupra-Gesicht, das auch den Elektro-Tavascan oder den Formentor ziert. Mit etwas Phantasie sind die Grundzüge des Porsche-Urgesteins Cayenne erkennbar, auch wenn keinerlei Verwechslungsgefahr besteht. Garniert ist das alles mit Schmankerln wie dem LED-Matrix-Licht, das tagsüber ein Dreiecks-Design aus OLED-Scheibchen bildet. Zur Komposition gehört auch eine Haifischnase („Shark-Nose“-Design). Die Dreiecks-Optik ist bei den Heckleuchten ebenfalls zu finden, die mit einer leuchtenden Lichtspange miteinander verbunden sind. Das mittige Cupra-Logo ist natürlich beleuchtet und lässt bei Hinterherfahrenden keinen Zweifel, aus welchem Stall der Vordermann kommt.

Der Kommandostand des Fahrers wird wie heute üblich von einem 12,9-Zoll-Monitor dominiert. Die wichtigen Angaben zu Tempo, Drehzahl oder Batteriestand bedienen ebenfalls die virtuelle Welt, die sich hinterm Lenkrad breitmacht. Ein Head-up-Display ist ebenso obligatorisch wie ein kleines Rändelrad unter einem Cupra-Logo, das die Elektronik veranlasst, die Kraft des Motors voll auszureizen und dabei auch die Fähigkeiten des Doppelkupplungs-Getriebes zu fordern. Hinzu kommt ein elektrischer Bremskraft-Verstärker, der sehr spontan ansprechen soll. Geregelt werden kann auch das Fahrwerk, dessen Stoßdämpfer je nach Laune in Richtung Komfort oder Sportlichkeit angepasst werden. Cupra hat ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das edle Materialien nutzt, passgenaue Sitze bereitstellt und schön anzusehen ist.

Zwischen Kurvenräuber und Familienvater

Bei den Testrunden um die Cupra-Heimat Barcelona herum kommt schnell Wohnlichkeit auf, unterstützt durch ein Audio-System von Sennheiser. Die meisten der zahlreichen Funktionen, die das Cockpit bietet, sind schnell erklärt. Einige andere erfordern eine Lehrstunde, wie der Umgang mit den verschiedenen Modi des elektrischen Fahrens, die Tricks für das verbrauchsgünstige Laden der Batterie oder die Anleitung, wie ein entferntes Ziel ohne Einsatz des Benziners zu erreichen ist.

Wenn dann die Autobahn erreicht ist, droht schnell Ungemach seitens aufmerksamer Ordnungshüter. Bei 120 km /h ist in Spanien Sperrstunde angesagt. Und natürlich scheinen die 272 Pferde unter der Haube gierig darauf zu lauern, ihr enges Verlies auf Befehl ihres Pferdehirten zu verlassen. Der Terramar wäre, wenn er dürfte, auf der linken Spur einer deutschen Autobahn schnell ein Held und könnte dank seiner feinen Lenkung, seiner Durchzugskraft und seiner Spurtreue locker den Titel des Kurvenkönigs der Landstraße einheimsen.

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Doch da ist ja diese zweite Seite des Terramar, denn der iberische Sportler ist im Zweitberuf ja auch noch ein Familienversteher. Dank des großzügigen Radstandes von fast 2,70 Metern werden die Rücksitze zur Wohlfühlzone der Hinterbänkler, Platz für die Großeltern oder für den Nachwuchs, der in ungewohnt heimeliger Umgebung in seine Instagram-Welt abtauchen kann. Ladebuchsen sind natürlich in Reichweite. Lobenswert auch der vollständige Katalog der Sicherheitssysteme. Manche serienmäßig, andere gegen Aufpreis.

Einstiegsmodell ist deutlich günstiger

Fraglos wird sich der Terramar seinen Weg bahnen und so die Frage beantworten, ob sich ein Verbrenner der eher klassischen Art gegen die vielleicht auch bald wieder stärker werdenden Stromer auf Dauer wird behaupten können. Das Einstiegsmodell des Terramar, der unter dem im VW-Konzern bekannten Kürzel 1,5 E-TSI antritt, ist mit 110 kW/130 PS gerade noch ordentlich unterwegs. Der kleine Vierzylinder reicht für den Alltag locker aus. Das 48 Volt Bordnetz und ein kleiner elektrischer Motor liefern auch hier elektrische Impulse. Dieser Terramar ist mit 43.020 Euro gut 13.290 Euro günstiger als sein nobles Schwestermodell, der mit den zwei Herzen.

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